Diplomarbeit, 2002
94 Seiten, Note: 1,7
A. Einleitung
I. Bestimmung des Begriffs „Mantelkauf“
1. Mantelverwendung
2. Vorratsgründung
a) Offene Vorratsgründung
b) Verdeckte Vorratsgründung
II. Motive einer Mantelverwendung
1. Kostengründe
2. Zeitersparnis und Risikovermeidung
3. Steuerliche Aspekte
4. Sonstige Motive
III. Bedeutung des Mantelkaufs in der Unternehmenspraxis
1. Allgemeine Bedeutung
2. Mantelverwendung bei Personengesellschaften
3. Börsengang durch Mantelkauf
a) Vorbemerkung
b) Ablauf des indirekten Börsengangs
c) Vor- und Nachteile
B. Merkmale der Mantelverwendung
I. Gesellschafterwechsel und Geschäftsführerwechsel
II. Ausschließliche Verwendung der Rechtsform
III. Wechsel der Branche und des Unternehmensgegenstandes
IV. Unternehmenslosigkeit
V. Vermögenslosigkeit
1. Begriffsbestimmung
2. Verwertbare Aktiva
3. Löschung der Gesellschaft wegen Vermögenslosigkeit
VI. Veräußerung sämtlicher Geschäftsanteile und Verlegung des satzungsmäßigen Sitzes
VII. Abgrenzung zwischen Unternehmensfortführung und Mantelverwendung
C. Wirksamkeit der beteiligten Rechtsgeschäfte
I. Arten der Rechtsgeschäfte
1. Anteilskauf und Anteilsübertragung
2. Fortsetzungsbeschluß und Satzungsänderung
II. Nichtigkeit nach § 138 I BGB
III. Nichtigkeit nach § 134 BGB
1. Scheingeschäft
2. Umgehung der Gründungsvorschriften
3. Verstoß gegen § 23 HGB
4. Nichtigkeit aus § 75 GmbHG
D. Kapitalaufbringungspflicht der Mantelverwender
I. Kapitalaufbringungspflichten bei Neugründung
1. Vorbemerkung zur Neugründung
2. Stammkapital und Stammeinlage
3. Voraussetzungen für die Eintragung in das Handelsregister
4. Versicherung der Geschäftsführer
II. Erneute Kapitalaufbringungspflicht bei Mantelverwendung
1. Analoge Anwendung der Gründungsvorschriften
a) Vorliegen einer Regelungslücke
aa) Erstmaliger Erwerb der Haftungsbeschränkung
bb) Sinn und Zweck der Vorschriften
b) Unverzichtbare Merkmale für die Bejahung einer Mantelverwendung
2. Umfang der Kapitalaufbringungspflicht
a) Umfang im engeren Sinne
b) Ausgleich von Altverbindlichkeiten
c) Erfüllung der erneuten Kapitalaufbringungspflicht
d) Zeitpunkt der Beseitigung der Unterdeckung und Verjährung
III. Kapitalaufbringungspflicht bei Vorratsgründung
IV. Ausblick
V. Registergerichtliche Prüfung
1. Eintragungspflichten bei Neugründung
2. Eintragungspflichten bei Mantelverwendung und Vorratsgründung
3. Registergerichtliche Kontrolle bei Mantelverwendung
a) Notwendigkeit
b) Entbehrlichkeit
c) Registergerichtliche Praxis
aa) Möglichkeiten der registergerichtlichen Kontrolle
bb) Mangelnde Erkennbarkeit der Mantelverwendung
cc) Fazit
E. Haftung der Mantelverwender
I. Differenzhaftung
1. Begriffsbestimmung
2. Differenzhaftung bei Neugründung
3. Differenzhaftung bei Mantelverwendung
a) Zeitpunkt der Eintragung der Satzungsänderung
b) Zeitpunkt des Beginns der neuen unternehmerischen Tätigkeit
4. Fazit
II. Handelndenhaftung
1. Begriffsbestimmung
2. Handelndenhaftung bei Neugründung
3. Handelndenhaftung bei Mantelverwendung
a) Haftungszeitraum und dessen Übertragung auf die Mantelverwendung
b) Funktionen der Handelndenhaftung und deren Übertragung auf die Mantelverwendung
aa) Sicherungsfunktion
bb) Druckfunktion
cc) Ausgleichsfunktion
dd) Fazit
c) Handelndenhaftung bei Vorratsgründung
III. Durchgriffshaftung
1. Begriffsbestimmung
2. Durchgriffshaftung bei Neugründung
3. Durchgriffshaftung wegen materieller Unterkapitalisierung bei Mantelverwendung
IV. Weitere Haftungstatbestände und deren Anwendbarkeit auf die Mantelverwendung
1. Sorgfaltshaftung
2. Haftung aus § 826 BGB
3. Haftung des Vertreters aus § 179 I BGB
4. Gründerhaftung
5. Ausfallhaftung
6. Fazit
F. Gewährleistung beim Mantelkauf
I. Mögliche Leistungsstörungen
II. Mantelkauf vs. Unternehmenskauf
III. Rechtskauf vs. Sachkauf
IV. Konsequenz für den Mantelkauf
V. Haftung des Verkäufers bei Rechtskauf
1. Haftung nach altem Schuldrecht
2. Haftung nach neuem Schuldrecht
3. Fazit
G. Schlußbetrachtung
Die Arbeit untersucht die rechtliche Zulässigkeit und die Konsequenzen der Verwendung eines leeren Gesellschaftsmantels (Mantelkauf) als Alternative zur Neugründung einer Kapitalgesellschaft. Dabei steht insbesondere die Frage im Mittelpunkt, ob der Mantelverwender den gleichen strengen Kapitalaufbringungs- und Haftungsregeln unterworfen werden muss wie ein Neugründer, um den Gläubigerschutz sicherzustellen.
3. Börsengang durch Mantelkauf
Betrachtet man die aktuelle Entwicklung an der Börse so fällt auf, dass dort einige Unternehmen notiert sind, deren Aktien keine Liquidität mehr besitzen. Gerade die sog. Penny Stocks sind für eine Mantelverwendung mitunter sehr begehrt. Für Mittelstandsunternehmen kann die Wiederbelebung einer Mantel-AG eine sinnvolle Alternative zum IPO sein. Dadurch können die Vorteile der Wertpapiermärkte kurzfristig genutzt werden. Aktuelle Beispiele sind die WCM AG, die Gold-Zack AG und die Brauhaus Amberg AG.
A. Einleitung: Diese Einleitung definiert den Mantelkauf als Übertragung von Anteilen an inaktiven Gesellschaften und beleuchtet die Motive wie Kostenersparnis sowie die Bedeutung für Börsengänge.
B. Merkmale der Mantelverwendung: In diesem Kapitel werden die konstituierenden Merkmale der Mantelverwendung analysiert, wobei besonders auf den Gesellschafterwechsel und die Unternehmenslosigkeit als Indizien eingegangen wird.
C. Wirksamkeit der beteiligten Rechtsgeschäfte: Hier wird geprüft, ob die verschiedenen Rechtsgeschäfte des Mantelkaufs, etwa Anteilskäufe oder Satzungsänderungen, trotz der inaktiven Natur der Gesellschaft rechtlich wirksam sind.
D. Kapitalaufbringungspflicht der Mantelverwender: Dieses Kapitel widmet sich der Frage, inwiefern bei der Reaktivierung eines Mantels die Kapitalaufbringungsvorschriften einer Neugründung analog anzuwenden sind.
E. Haftung der Mantelverwender: Der Autor untersucht hier, welche Haftungsregeln (Differenz-, Handelnden- oder Durchgriffshaftung) gegenüber Gesellschaftern und Geschäftsführern bei einer Mantelverwendung zur Anwendung kommen.
F. Gewährleistung beim Mantelkauf: Dieses Kapitel behandelt die Problematik der Mängelhaftung beim Erwerb von Mantelgesellschaften unter Berücksichtigung des alten und neuen Schuldrechts.
G. Schlußbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die Mantelverwendung keine unzulässige Rechtsform darstellt, jedoch eine analoge Anwendung von Gründungsschutzregeln aus Gründen der Rechtssicherheit gerechtfertigt sein kann.
Mantelkauf, Mantelverwendung, Vorratsgründung, GmbH, Kapitalaufbringung, Gesellschaftsrecht, Haftungsbeschränkung, Gläubigerschutz, Registergericht, Satzungsänderung, Differenzhaftung, Handelndenhaftung, Unterkapitalisierung, Unternehmenslosigkeit, Börsengang.
Die Arbeit behandelt die juristische Einordnung des sogenannten "Mantelkaufs" einer Kapitalgesellschaft und die daraus resultierenden rechtlichen Konsequenzen für Gesellschafter und Geschäftsführer.
Zentrale Aspekte sind die Abgrenzung zur Neugründung, die Wirksamkeit der Rechtsgeschäfte beim Kauf, die Kapitalaufbringungspflichten und die verschiedenen Haftungsregeln im deutschen Gesellschaftsrecht.
Ziel ist es zu klären, ob ein Mantelkauf wertungsmäßig einer rechtlichen Neugründung gleichzustellen ist und welche analogen Schutzvorschriften für Gläubiger dabei angewendet werden müssen.
Die Arbeit basiert auf einer juristischen Analyse von Rechtsprechung, Gesetzestexten und gesellschaftsrechtlicher Fachliteratur.
Der Hauptteil gliedert sich in die Bestimmung der Merkmale einer Mantelverwendung, die Prüfung der Wirksamkeit der Rechtsgeschäfte, die Kapitalaufbringungsregeln und die verschiedenen Haftungstatbestände der Beteiligten.
Kernbegriffe sind Mantelkauf, Vorratsgründung, Haftungsbeschränkung, Kapitalaufbringung, Gläubigerschutz und Unternehmenslosigkeit.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass eine wirksame Kontrolle durch das Registergericht aufgrund der faktischen Probleme und der mangelnden Erkennbarkeit der Mantelverwendung nur schwer durchsetzbar ist.
Die Arbeit argumentiert, dass eine analoge Anwendung der Kapitalaufbringungsvorschriften einer Neugründung zwar gefordert wird, jedoch nur auf die Beseitigung einer bestehenden Unterbilanz abzielen sollte, nicht aber auf eine umfassende Kapitalkontrolle wie bei einer Ersterrichtung.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

