Masterarbeit, 2020
79 Seiten, Note: 2,7
1. Einleitung
1.1 Aufbau der Arbeit
1.2 Forschungsstand
1.3 Literatur- und Quellenkritik
2. Begriffsdefinitionen
2.1 Dekolonialisierung
2.2 Politik
2.3 Politische Kultur
2.4 Kommunalismus
3. Britisches Kolonialsystem
4. Britische Herrschaft in Indien
5. Indische Gesellschaft
5.1 Kommunalismus
5.2 Sprache
5.3 Bildungswesen
5.4 Medien
5.5 Gesundheitswesen
5.6 Ökonomie
5.7 Politik
6. Zusammenführung der Kapitel 3 bis 5
7. Kurzbiografien der politischen Anführer in Britisch-Indien
7.1 Mohandas Karamchand Gandhi
7.2 Jawarharlal Nehru
7.3 Mohammed Ali Jinnah
7.4 Manbendra Nath Roy
7.5 Subhash Chandra Bose
8. Britisch-Indiens Weg in die Unabhängigkeit
8.1 Entwicklungen in Großbritannien
8.2 Entwicklungen in Britisch-Indien
8.3 Verfassungsrechtliche Diskussionen um Britisch-Indien
9. Zusammenführung der Kapitel 7 und 8
10. Die Teilung Britisch-Indiens
11. Indien nach der Unabhängigkeit
11.1 Staatsidee
11.2 Verfassung Indiens
11.3 Staatskonsolidierung Indiens
12. Pakistan nach der Unabhängigkeit
12.1 Staatsidee
12.2 Verfassung Pakistans
12.3 Staatskonsolidierung Pakistans
13. Zusammenführung der Kapitel 10 bis 12
14. Ausblick über die indisch-pakistanischen Beziehungen
15. Fazit
Die Arbeit untersucht, wie der Prozess der Dekolonialisierung die politische Kultur in Britisch-Indien nachhaltig verändert hat. Dabei liegt der Fokus auf dem Zeitraum vom Ende des Ersten Weltkriegs bis zu den ersten Jahren nach der Unabhängigkeit Indiens und Pakistans, wobei die institutionellen Rahmenbedingungen und die Rolle führender Akteure im Zentrum stehen.
7.1 Mohandas Karamchand Gandhi
Am 2. Oktober 1869 wurde in Porbandar Mohandas Karamschad („Mahatma“) Gandhi als jüngstes Kind der vierten Ehefrau seines Vaters geboren. Sein Vater Karamchand war Minister in Porbandar in Westindien. Durch seine administrative Tätigkeit kannte er das fürstliche Leben bei Hof und erlebte auch die Briten und ihre Macht. Gandhis Mutter Putlibai war eine strengreligiöse Frau und verbrachte ihre Zeit entweder zu Hause oder im Tempel. In Gandhis Geburtsstadt Porbandar existierten nur rudimentäre Bildungsmöglichkeiten, und die Kinder seiner Grundschule schrieben das Alphabet lediglich mit ihren Fingern.
Da sein Vater eine Anstellung an einem anderen Fürstenhof in Rajkot erhielt, stiegen auch Gandhis Bildungsmöglichkeiten. Seine Intelligenz ist alleine schon dadurch belegt, dass Mohandas regelmäßig Preise an regionalen Schulen gewann. Er verlor durch seine Heirat im Alter von 13 Jahren ein Schuljahr. Im Jahr 1887 schaffte er knapp die Immatrikulation der Universität von Bombay und trat in das Samaldas College ein. Weiterhin nutzte Gandhi mehr und mehr Englisch, anstatt seiner Muttersprache Gujarati. In folgenden drei Jahren hielt er sich zu Studienzwecken in London auf, wobei seine Beschäftigung mit Philosophie seiner akademischen Laufbahn nicht gerade förderlich war. Während Gandhis Londoner Zeit starb in Indien seine Mutter. Im Juli 1891 kehrte er nach Indien zurück und versuchte im Bombay als Rechtsanwalt Fuß zu fassen.
1. Einleitung: Legt den Untersuchungszeitraum und die Forschungsfrage zur Veränderung der politischen Kultur in Britisch-Indien durch den Dekolonialisierungsprozess fest.
2. Begriffsdefinitionen: Definiert die zentralen Konzepte Dekolonialisierung, Politik, politische Kultur und Kommunalismus für den weiteren Verlauf der Untersuchung.
3. Britisches Kolonialsystem: Analysiert die historische Entwicklung des britischen Handels- und Kolonialreichs sowie dessen ökonomische und kulturelle Ausbreitung.
4. Britische Herrschaft in Indien: Untersucht den Transformationsprozess von einer Handelsstützpunktkolonie unter der East India Company zur direkten britischen Kronherrschaft.
5. Indische Gesellschaft: Beleuchtet sieben Subsysteme der indischen Gesellschaft, darunter Kommunalismus, Sprache, Bildungswesen, Medien, Gesundheitswesen, Ökonomie und Politik.
6. Zusammenführung der Kapitel 3 bis 5: Synthetisiert die Ergebnisse zu den ökonomischen und gesellschaftlichen Grundlagen der britischen Herrschaft und deren Auswirkungen auf das moderne Indien.
7. Kurzbiografien der politischen Anführer in Britisch-Indien: Analysiert die Biografien von Gandhi, Nehru, Jinnah, Roy und Bose, um politische Kultur anhand der führenden Akteure zu spiegeln.
8. Britisch-Indiens Weg in die Unabhängigkeit: Dokumentiert die politische Entwicklung in Großbritannien und Indien sowie die verfassungsrechtlichen Diskussionen, die zum Unabhängigkeitsprozess führten.
9. Zusammenführung der Kapitel 7 und 8: Führt die Erkenntnisse über das britische Parteiensystem und die indischen Nationalisten zusammen.
10. Die Teilung Britisch-Indiens: Skizziert den Prozess der Teilung und die Rolle der politischen Kommissionen und des Indian Independence Act von 1947.
11. Indien nach der Unabhängigkeit: Untersucht die Staatsidee, die Verfassung und die Konsolidierung Indiens nach 1947.
12. Pakistan nach der Unabhängigkeit: Analysiert parallel zu Indien die Staatsidee, die Verfassung und die Staatskonsolidierung Pakistans.
13. Zusammenführung der Kapitel 10 bis 12: Fasst die politischen Umbrüche bei der Staatsgründung von Indien und Pakistan zusammen.
14. Ausblick über die indisch-pakistanischen Beziehungen: Erörtert die anhaltenden Konflikte zwischen beiden Staaten, insbesondere die Kaschmirfrage.
15. Fazit: Reflektiert die zentralen Ergebnisse der Arbeit zur Stabilität der politischen Kultur und deren Wurzeln in der Kolonialzeit.
Dekolonialisierung, Britisch-Indien, Politische Kultur, Kommunalismus, Unabhängigkeit, Indischer Nationalkongress, All-India-Muslimleague, Verfassung, Staatskonsolidierung, Indien, Pakistan, Britisches Empire, Mohandas Karamchand Gandhi, Jawaharlal Nehru, Mohammed Ali Jinnah
Die Arbeit analysiert, wie der Prozess der Dekolonialisierung die politische Kultur in Britisch-Indien verändert hat und welche Faktoren zur Stabilität der politischen Eliten im nachkolonialen Indien und Pakistan beitrugen.
Zu den zentralen Themen gehören das britische Kolonialsystem, die Entwicklung der indischen Gesellschaft, der Unabhängigkeitsprozess, die Rolle einflussreicher politischer Führer sowie die Staatskonsolidierung nach 1947.
Die Forschungsfrage lautet: „Wie veränderte der Prozess der Dekolonialisierung die politische Kultur Britisch-Indiens?“
Die Arbeit verwendet eine strukturgeschichtliche und politisch-biografische Analyse, um sowohl institutionelle Rahmenbedingungen als auch individuelles Handeln der Akteure in den Kontext der politischen Kultur zu stellen.
Der Hauptteil behandelt die britische Herrschaft, gesellschaftliche Subsysteme, Biografien bedeutender Anführer (Gandhi, Nehru, Jinnah etc.), den Weg zur Unabhängigkeit sowie die Verfassungsgeschichte und Konsolidierungsphasen beider Staaten.
Die zentralen Schlagworte sind Dekolonialisierung, Politische Kultur, Kommunalismus, Unabhängigkeit, Indien, Pakistan, Verfassung und Staatskonsolidierung.
Der Kommunalismus fungierte als soziale Konstruktion, die durch koloniale Verwaltungspraktiken verstärkt wurde und zu einer Identitätsbildung entlang religiöser Linien führte, was die politischen Auseinandersetzungen nachhaltig prägte.
Sein Tod verhinderte einen tiefergehenden Diskurs über die Rolle des Islam im Staatsgefüge, da nachfolgende Kräfte versuchten, religiöse und staatliche Identitäten durch Kompromisse zu verknüpfen, was zu strukturellen Spannungen führte.
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