Bachelorarbeit, 2019
36 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
2. Kaiserin Elisabeth von Österreich- eine biographische Notiz
2.1. Elisabeth und die Ungarn
2.2. Gesundheit und Reisen
2.3. Der Tod und seine Nachwirkungen
3. Der Mythos als geschichtswissenschaftliche Perspektive und analytisches Instrument
3.1. Der „Sisi-Mythos“
4. Das „Medium Film“ und sein Einfluss auf den „Sisi-Mythos“
4.1. Erste Darstellungen Elisabeths in Filmen
4.2. Ernst Marischkas „Sissi-Trilogie“
4.3. Schwarzenbergs „Sisi“ (2009)
4.4. Heutige Wahrnehmung durch den visuellen Einfluss
5. Elisabeth als Gegenstand geschichtswissenschaftlicher Biographien
5.1. Egon Caesar Corti „Elisabeth. Eine Seltsame Frau“ 1937
5.1.1. Darstellung und Wahrnehmung
5.2. Brigitte Hamann: Elisabeth. Kaiserin wider Willen. (1981)
5.2.1. Aufarbeitung des romantischen Mythos
6. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht, inwieweit die Geschichtswissenschaft und populäre Medien, insbesondere der Film, zur Konstruktion und Verbreitung des „Sisi-Mythos“ beigetragen haben. Dabei wird analysiert, wie sich das öffentliche Bild der Kaiserin Elisabeth von einer historischen Persönlichkeit zu einer medialen Ikone wandelte und in welchem Verhältnis diese medialen Darstellungen zur historischen Realität stehen.
3. Der Mythos als geschichtswissenschaftliche Perspektive und analytisches Instrument
Um zu erschließen, warum in fast allen literarischen Darstellung über Elisabeth unablässig die Rede von dem „Sisi-Mythos“ ist, muss zunächst der Begriff Mythos als solcher verstanden werden.
Allgemein wird der Mythos als eine „Rede“, „Geschichte“ oder „sagenhafte Erzählung“ definiert. Eine Präzisierung dieses Begriffs erweist sich in den Kultur- und Geisteswissenschaften als weitaus komplexer. Nach dem Historiker Dr. Matthias Waechter, hat jede wissenschaftliche Disziplin einen anderen Deutungsansatz. Denn anders als für die Geschichtswissenschaft, die die politisch- soziale Funktion von Mythen betrachtet, konzentrieren sich die Kulturwissenschaften auf die Bildsprache, die Erzählstruktur und die Medialität.
Der Literaturhistoriker Peter Tepe vertritt ebenfalls die Auffassung, dass der Begriff „Mythos“ eine Vielzahl an Deutungsmöglichkeiten bietet. So lässt sich seiner Theorie nach der Mythos in insgesamt fünf Kategorien einteilen. Neben den Erzählungen von der Entstehung der Götter, der Gesamtheit der Göttergeschichten, der Erforschung der Mythen und dem Mythischen Denken, ist die fünfte Kategorie dem Ruhm und der Persönlichkeit gewidmet. Unter Berücksichtigung dieses Schemas ist der „Sisi-Mythos“ eindeutig der fünften und letzten Kategorie zuzuordnen.
Dieser so genannte „Personenmythos“ entsteht durch das Heraustrennen einer geschichtsprägenden Person aus dem historischen Kontext und dem Gleichstellen mit mythischen Wesen. Auch das Hervorheben von schon verstorbenen Persönlichkeiten zu Idealbildern ist ein wichtiger Prozess. Durch die Mythisierung wurden generationsübergreifende Vorbilder geschaffen, an denen sich die Gesellschaft orientieren und kurzzeitig dem normalen Leben entfliehen konnte.
1. Einleitung: Die Einleitung führt in die Forschungsfrage ein und erläutert den Wandel der Wahrnehmung Elisabeths von einer historischen Person zu einem medialen Mythos.
2. Kaiserin Elisabeth von Österreich- eine biographische Notiz: Dieses Kapitel bietet einen Überblick über Elisabeths Herkunft, ihre Jugend, ihre Ehe und ihre Rolle als Kaiserin sowie ihre zunehmende Distanz zum Wiener Hof.
3. Der Mythos als geschichtswissenschaftliche Perspektive und analytisches Instrument: Hier werden theoretische Grundlagen zur Mythenforschung dargelegt und der Sisi-Mythos als "Personenmythos" klassifiziert.
4. Das „Medium Film“ und sein Einfluss auf den „Sisi-Mythos“: Dieser Abschnitt analysiert die Wirkung von Kinofilmen auf die Mythenbildung, mit Fokus auf die Sissi-Trilogie und die Neuverfilmung von 2009.
5. Elisabeth als Gegenstand geschichtswissenschaftlicher Biographien: Dieses Kapitel vergleicht die biographischen Ansätze von Egon Caesar Corti und Brigitte Hamann hinsichtlich ihrer historischen Genauigkeit und ihres Einflusses auf das Elisabeth-Bild.
6. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass das durch Filme geprägte Idealbild trotz historischer Korrekturen in der Literatur in der öffentlichen Wahrnehmung weiterhin dominiert.
Kaiserin Elisabeth, Sisi, Sisi-Mythos, Filmgeschichte, Biographien, Egon Caesar Corti, Brigitte Hamann, Romy Schneider, Ernst Marischka, Mythenbildung, Personenmythos, Wiener Hof, Habsburger Monarchie, Medienwirkung, Geschichtsdarstellung
Die Arbeit untersucht die Entstehung und den dauerhaften Einfluss des Sisi-Mythos auf die öffentliche Wahrnehmung der historischen Kaiserin Elisabeth von Österreich.
Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen historischer Realität und medialer Inszenierung sowie die Rolle von Film und Literatur bei der Mythenbildung.
Das Ziel ist es zu belegen, dass unser heutiges Bild der Kaiserin maßgeblich durch populäre Medien beeinflusst ist und nur geringfügig mit dem historischen Bild übereinstimmt.
Die Arbeit nutzt eine medienwissenschaftliche und historisch-analytische Herangehensweise, indem sie verschiedene filmische und biographische Quellen vergleichend auswertet.
Der Hauptteil analysiert detailliert die filmischen Darstellungen von den 1950er Jahren bis 2009 sowie die einflussreichen Biographien von Corti und Hamann.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Sisi-Mythos, Medialität, Biographien, Geschichtswissenschaft, Filmindustrie und historische Authentizität.
Die Sissi-Filme der 50er Jahre sind von einer "heilen Welt"-Ästhetik der Nachkriegszeit geprägt, während die Biographie von Hamann eine kritische, realistische Auseinandersetzung mit der Kaiserin als Frau mit Höhen und Tiefen sucht.
Romy Schneiders schauspielerische Leistung in den Marischka-Filmen hat ein so dominantes Idealbild der "Märchenprinzessin" in den Köpfen der Zuschauer verankert, dass dieses kaum durch historische Fakten zu korrigieren ist.
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