Bachelorarbeit, 2021
48 Seiten, Note: 1.0
1 EINLEITUNG
2 THEORIE ANGST IM FILM
2.1 ANWENDUNG IM FILM
2.2 DIE UNTERSCHIEDE VON ANGST, FURCHT UND PHOBIE
3 ARCHETYPEN DES HORRORS
4 GESELLSCHAFTLICHER WANDEL DER URÄNGSTE
4.1 DIE ENTSTEHUNG EINES GENRES
4.2 ANGSTANALYSE I: DER STUMME SCHRECKEN IN DEUTSCHLAND (1913 – 1928)
4.2.1 Gesellschaftlicher Hintergrund
4.2.2 Inhalt: Das Cabinet des Dr. Caligari (1920)
4.2.3 Verbindung der Kontexte
4.3 ANGSTANALYSE II: DIE NIHILISTISCHE MODERNE (1970 – 1979)
4.3.1 Gesellschaftlicher Hintergrund – Die Satanismus-Welle
4.3.2 Inhalt: Der Exorzist (1973)
4.3.3 Verbindung der Kontexte
4.4 ANGSTANALYSE III: DIE JAHRTAUSENDWENDE AB 1999
4.4.1 Gesellschaftlicher Hintergrund – Das Wiederauferstehen vergangener Urängste
4.4.2 Inhalt: The Ring (2002)
4.4.3 Verbindung der Kontexte
5 FAZIT – DIE REISE DES HORRORFILMS
Die Arbeit untersucht, wie sich die Verfilmung menschlicher Urängste im Kontext gesellschaftlicher Veränderungen entwickelt hat. Dabei wird analysiert, wie das Horrorgenre als Spiegel gesellschaftlicher Zustände fungiert und durch die Transformation von Archetypen Ängste auf der Leinwand inszeniert.
Die Unterschiede von Angst, Furcht und Phobie
Verbreitet gilt die Furcht noch heute als Synonym für die Angst. Sie ist jedoch als ein gesonderter Bereich zu betrachten, der durch konkrete Ursachen ausgelöst wird und in einem entsprechenden Verhältnis zur wirklichen Bedrohung steht. Blumenberg definiert Angst als gegenstandslose Intentionalität des Bewusstseins, während sich die Furcht auf einen bestimmten Aspekt bezieht. Freud differenzierte hierbei zwei Betrachtungsweisen von Angst, welche der heutigen Auffassung von (1) Angst und (2) Furcht entsprechen (vgl. Ulbrich 2007: 48 f.; Baumann 1989: 220 ff.):
(1) Die neurotische Angst, vor als gefährlich eingestuften Impulsen, die im Individuum selbst auftreten.
(2) Die Realangst, die bedrohlichen Vorgängen gilt und demnach deutlich identifizierbaren Ursachen entspringt.
Auf den Horrorfilm bezogen, beschreibt Leitner die fiktionale Welt als den Grund für die Furcht des Zuschauers, während das Medium Film sowie die durch seine formalen Mittel erschaffene Spannung die Angst beim Rezipienten freisetzt. Die Furcht wird dementsprechend durch das Monster selbst hervorgerufen und die Angst durch das Medium Film (vgl. Bugini 2017: 2 ff.; Leitner 2017: 40 ff.; Baumann 1989: 220 ff.).
1 EINLEITUNG: Einführung in die Geschichte des Horrorfilms und Definition des Phänomens Angstlust im Kontext des gesellschaftlichen Wandels.
2 THEORIE ANGST IM FILM: Theoretische Auseinandersetzung mit dem Angstbegriff und Differenzierung der Begriffe Angst, Furcht und Phobie.
3 ARCHETYPEN DES HORRORS: Klassifizierung der fünf zentralen Archetypen, die als Fundament für Horrormotive und Urängste dienen.
4 GESELLSCHAFTLICHER WANDEL DER URÄNGSTE: Analyse der Entwicklung des Genres an drei repräsentativen Beispielen im zeitgeschichtlichen Kontext.
5 FAZIT – DIE REISE DES HORRORFILMS: Zusammenfassende Betrachtung der Entwicklung des Horrorgenres und dessen Funktion als Wirkungsdreieck aus Film, Urangst und Gesellschaft.
Horrorfilm, Urangst, Gesellschaftlicher Wandel, Fremdkontrolle, Archetypen, Kinästhetik, Nihilismus, Satanismus, Exorzismus, Zukunftsangst, Filmgeschichte, Psychoanalyse, Medienkonsum, Genreentwicklung, Stummfilm.
Die Arbeit analysiert die wechselseitige Beziehung zwischen dem Horrorgenre und gesellschaftlichen Entwicklungen, insbesondere wie menschliche Urängste über ein Jahrhundert hinweg auf der Leinwand abgebildet wurden.
Zentrale Themen sind die psychologische Wirkung von Angst, die Definition von Archetypen des Horrors sowie der Einfluss historischer und gesellschaftlicher Ereignisse auf die filmische Darstellung von Ängsten.
Ziel ist es zu untersuchen, wie sich die Verfilmung der Urängste im Kontext gesellschaftlicher Hintergründe entwickelt hat und warum bestimmte filmische Inszenierungen in verschiedenen Jahrzehnten besonders effektiv waren.
Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der filmische Beispiele (Das Cabinet des Dr. Caligari, Der Exorzist, The Ring) in ihren jeweiligen zeitlichen und gesellschaftlichen Kontext gesetzt und anhand der Archetypen verglichen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Angst und Archetypen sowie eine detaillierte Angstanalyse in drei Phasen: den stummen Schrecken in Deutschland, die nihilistische Moderne der 70er Jahre und die Jahrtausendwende ab 1999.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Urangst, Fremdkontrolle, Gesellschaftlicher Wandel, Archetypen und die filmhistorische Evolution des Horrors geprägt.
Während Stummfilme aufgrund technischer Beschränkungen stark mit expressionistischem Dekor und Schattenarbeit arbeiteten, nutzen moderne Filme gezielt Ton, Farbe und digitale Medientechniken, um Ängste wie die Zukunftsangst zu erzeugen.
Die Fremdkontrolle wird als die furchterregendste Urangst identifiziert, die sich in verschiedenen Formen manifestiert – sei es als politische Tyrannei in den 1920er Jahren oder als mediale Ohnmacht im 21. Jahrhundert.
Der Film wird als Beispiel für eine "Horrorreform" gesehen, da er das Motiv des traditionellen Gespensts mit modernster Technik (Videoband, Fernseher) verknüpft und damit die Angst vor dem Unbekannten in eine existenzielle Zukunftsangst überführt.
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