Bachelorarbeit, 2021
87 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Regulationsstörungen
2.1 Differenzierung
2.1.1 Exzessives Schreien
2.1.2 Schlafstörungen
2.1.3 Fütter- und Essstörungen
2.2 Ursachenforschung
2.2.1 Risikofaktoren seitens des Kindes
2.2.2 Risikofaktoren seitens der Eltern
2.2.3 Umgebungsbedingte Risikofaktoren
2.2.4 Prognose
2.3 Diagnose
2.3.1 Herausforderungen
2.3.2 Diagnosesysteme
2.3.3 Diagnostischer Prozess
3. Interventionsmöglichkeiten
3.1 Beratungseinrichtungen
3.1.1 Erziehungsberatung
3.1.2 Schreibabyambulanz
3.2 Beratungsansätze
3.2.1 Entwicklungspsychologische Beratung (EPB)
3.2.2 Ressourcen- und kommunikationsorientierte Eltern-Säuglings-/Kleinkind- Beratung
3.2.3 Videogestützte Kommunikationsanleitung und Videofeedback
3.3 Therapieansätze
3.3.1 Säuglings/-Kleinkind- Eltern- Psychotherapie (SKEPT)
3.3.2 Stationäre Behandlung
3.4 Prävention
3.4.1 Relevanz von Präventionsarbeit
3.4.2 Frühe Hilfen
4. Forschungsdesign
4.1 Qualitative Forschung
4.2 Das Experteninterview
4.3 Vorgehensweise
4.3.1 Auswahl der Interviewpartner
4.3.2 Der Interviewleitfaden
4.4 Auswertung
4.4.1 Qualitative Inhaltsanalyse
4.4.2 Transkription
4.4.3 Kodierung und Kategorienbildung
4.4.4 Inhaltliche Zusammenfassung
5. Ergebnisdiskussion
6. Fazit
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, die Komplexität frühkindlicher Regulationsstörungen zu beleuchten und kritisch zu hinterfragen, ob die vorhandenen Hilfsangebote in Deutschland ausreichen, um diese Störungen frühzeitig und nachhaltig zu beheben. Die Forschungsfrage untersucht zudem das Potenzial der Sozialen Arbeit bei der Optimierung der Versorgungssituation.
2.1.1 Exzessives Schreien
Schreien ist die wichtigste Kommunikationsform von Säuglingen. Mit Hilfe des Schreiens vermittelt der Säugling Bedürfnisse wie Hunger, Durst, Müdigkeit oder Unbehagen und schafft es zusätzlich, eine starke Motivation seitens der Eltern auszulösen, etwas dagegen zu unternehmen. Somit ist es normal, dass Babys vor allem in den ersten drei Monaten im Durchschnitt bis zu 1,5-2 Stunden täglich scheinbar grundlos schreien. (Bolten, Möhler & von Gontard, 2013, S. 1f.).
Dieses vermehrte Schreien, welches in Alltagssprache auch als „Drei-Monats-Koliken“ bekannt ist, bessert sich in einem gewöhnlichem Entwicklungsverlauf typischerweise bis zum Ende des dritten Lebensmonats (Möhler, 2013, S. 139f.). Wichtige Aufgabe der Eltern ist hierbei, den Grund des Quengelns zu identifizieren und auf Signale des Kindes angemessen zu reagieren (vgl. Lohaus, Vierhaus & Maass, 2010, S. 6).
Jene altersbedingte Schreiproblematik muss nun vom persistierenden exzessiven Schreien abgegrenzt werden.
1. Einleitung: Beschreibt die Prävalenz von Regulationsstörungen und die Relevanz der Thematik für die Soziale Arbeit.
2. Regulationsstörungen: Erläutert die Grundlagen, Symptome und Ursachen von Regulationsstörungen unter Einbezug der kindlichen Selbstregulation.
3. Interventionsmöglichkeiten: Stellt verschiedene Beratungs- und Therapiekonzepte sowie Präventionsmaßnahmen vor.
4. Forschungsdesign: Erläutert die qualitative Methode des Experteninterviews zur Untersuchung des Hilfesystems.
5. Ergebnisdiskussion: Diskutiert die aus den Interviews gewonnenen Erkenntnisse über Lücken im Versorgungssystem.
6. Fazit: Fasst die Ergebnisse zusammen und gibt einen Ausblick auf zukünftige Anforderungen an das Hilfenetzwerk.
Regulationsstörungen, Frühe Hilfen, Eltern-Kind-Interaktion, Säuglinge, Schreibaby, Sozialpädagogik, Prävention, Experteninterview, Beratung, Entwicklungspsychologie, Selbstregulation, Elternbelastung, Systemlücken, Interventionsmethoden, Familien.
Die Bachelorarbeit setzt sich mit frühkindlichen Regulationsstörungen auseinander und analysiert die Wirksamkeit und Erreichbarkeit der Hilfsangebote für betroffene Familien in Deutschland.
Die Arbeit behandelt die Symptomatik, Entstehungsursachen, diagnostische Herausforderungen sowie verschiedene Beratungs-, Therapie- und Präventionsansätze für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern.
Die Arbeit fragt, ob vorhandene Hilfsangebote der Sozialen Arbeit für Eltern mit regulationsauffälligen Kindern ausreichend präsent und wirksam sind, um die Störungen frühzeitig und nachhaltig zu beheben.
Die Autorin nutzt eine qualitative Forschungsstrategie und führt Experteninterviews mit Fachkräften aus dem Bereich der Frühen Hilfen durch, um die Theorie durch praktische Erfahrungen zu ergänzen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung der Störungsbilder, die detaillierte Beschreibung relevanter Interventionsformen wie der Entwicklungspsychologischen Beratung und der Säuglings-Eltern-Psychotherapie sowie die Analyse der Präventionsarbeit.
Wichtige Begriffe sind insbesondere Regulationsstörungen, Frühe Hilfen, Eltern-Kind-Bindung und die Rolle der Sozialen Arbeit bei der Unterstützung von Familien in Belastungssituationen.
Die Experten betonen, dass eine Beratung im häuslichen Umfeld die Hemmschwelle für Eltern senkt und es Fachkräften ermöglicht, direkt die Alltagsfaktoren zu identifizieren, die zur Aufrechterhaltung der Regulationsstörung beitragen.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Väter in vielen bestehenden Hilfsangeboten noch zu wenig einbezogen werden, obwohl sie als wertvolle Ressourcen im Hilfeprozess wirken könnten, da sie oft weniger "verkopft" agieren als Mütter.
Kritisiert wird vor allem die institutionelle Struktur, die Eltern mit einem schreienden Baby abschreckt, sowie der Mangel an aktiver Öffentlichkeitsarbeit und aufsuchenden, häuslichen Hilfsangeboten.
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