Diplomarbeit, 2005
205 Seiten, Note: 1,5
0. Einleitung
1. Herleitung und Abgrenzung des Begriffs „Währungskrise“
1.1. Theoretische Definition
1.2.1. Länderauswahl und Untersuchungszeitraum
1.2.2. Eintrittszeitpunkte der Währungskrisen
2. Theoretische Modelle zur Erklärung von Währungskrisen
2.1. Modelle der ersten Generation
2.1.1. Kanonisches Ursprungsmodell von KRUGMAN (1979)
2.1.2. Modellerweiterungen
2.1.3. Schattenwechselkurs
2.1.4. Weitere Modifikationen des Grundmodells
2.1.5. Frühwarnindikatoren auf Basis der ersten Modellgeneration
2.2. Modelle der zweiten Generation
2.2.1. OBSTFELD-Modell
2.2.2. Selbsterfüllende Währungskrisen
2.2.3. JEANNE-Modell und Schattenwechselkurs
2.2.4. Frühwarnindikatoren auf Basis der zweiten Modellgeneration
2.3. Modelle der dritten Generation
2.3.1. Bankenkrisen
2.3.1.1. Moral Hazard
2.3.1.2. Bank Runs
2.3.2. Ansteckung (Contagion)
2.3.2.1. Übertragungseffekte (Spill over)
2.3.2.2. Portfoliotheoretische Überlegungen
2.3.2.3. Herdenverhalten
2.3.3. Frühwarnindikatoren auf Basis der dritten Modellgeneration
2.4. Zusammenfassung der theoretischen Vorüberlegungen
3. Empirische Analyse von Währungskrisen
3.1. Ziel der empirischen Untersuchung
3.2. Allgemeine Methodik des Signalansatzes
3.2.1. Wahl des Vorhersagezeitraums
3.2.2. Schwellenwerte und Noise-to-Signal-Ratio
3.2.3. Abgrenzung zu anderen Schätzverfahren
3.3. Konkretisierung der exogenen Variablen und Datenstruktur
3.3.1. Fiskalpolitische Indikatoren
3.3.2. Geldpolitische Indikatoren
3.3.3. Indikatoren mit Bezug zum Bankensektor
3.3.4. Indikatoren mit Bezug zur Leistungsbilanz
3.3.5. Indikatoren mit Bezug zur Kapitalbilanz
3.3.6. Binnenwirtschaftliche Indikatoren
4. Ergebnisse des Signalansatzes
4.1. Länderspezifische Noise-to-Signal-Ratio
4.2. Indikatorspezifische Noise-to-Signal-Ratio
4.2.1. Indikatorspezifische Krisenwahrscheinlichkeiten
4.3. Gesamtindikatoren
4.3.1. Naive Gesamtindikatoren
4.3.2. Gewichtete Gesamtindikatoren
4.3.3. Optimierte Gesamtindikatoren
4.3.4. Frühwarnqualität der Gesamtindikatoren
4.4. Rangfolgen der Krisenbedrohung
4.5. Länderspezifisch bedingte Krisenwahrscheinlichkeiten
5. Schlussbetrachtung
Das Hauptziel der Arbeit besteht in der Konstruktion eines Frühwarnsystems zur frühzeitigen Erkennung von Währungskrisen bei osteuropäischen Transformationsökonomien mittels des Signalansatzes. Die Forschungsfrage fokussiert dabei auf die Eignung und praktische Implementierung dieses Prognoseinstruments unter Berücksichtigung spezifischer regionaler Besonderheiten im Zeitraum von 1993 bis 2004.
2.1.1. Kanonisches Ursprungsmodell von KRUGMAN (1979)
KRUGMAN (1979) stützt die Ausführungen seiner nichtlinearen, deterministischen Analyse auf ein Modell von SALANT/HENDERSON (1978), das sich nicht mit spekulativen Attacken auf Wechselkursbindungen, sondern vielmehr mit Preisbindungen erschöpfbarer Ressourcen auseinandersetzt [vgl. ESQUIVEL/LARRAIN (1998), S. 2]. Zentraler Gegenstand der theoretischen Überlegungen bildete dabei der Zusammenhang zwischen den Erwartungen privater Wirtschaftssubjekte über zukünftige Goldverkäufe des Staates und der Entwicklung des Goldpreises. KRUGMAN (1979) überträgt das Modell auf den Fall fester Wechselkurse, wobei die Devisenreserven der Notenbank die erschöpfbare Ressource darstellen [vgl. EFFENBERGER (2003), S. 18 f.]. Die Grundannahmen des Modells spiegeln eine kleine, vollbeschäftigte, offene Volkswirtschaft wider, in der genau ein handelbares Gut hergestellt wird. Ferner wird von einer stationären Wirtschaft ausgegangen und ein fixierter Wechselkurs zum Ausland (wichtiger, großer Handelspartner) unterstellt. Der Auslandspreis des Gutes stellt für das Inland ein exogen vorgegebenes Datum dar. Gleichzeitig soll die Kaufkraftparität gelten, was die Identität der Inflations- und Wechselkursrate impliziert [vgl. DAHEL (2000), S. 3].
Die privaten Akteure, die unter vollkommener Voraussicht agieren, können ihr Realvermögen bzw. ihre Ersparnisse für zusätzliche Vermögensanlagen nur in in- und ausländischem Geld anlegen, wobei die Aufteilung entsprechend ihrer Präferenzen erfolgt [vgl. DABROWSKI (2002), S. 17]. Die nominalen Zinssätze für beide Alternativen werden auf null normiert. Für ausländische Wirtschaftssubjekte besteht keine Möglichkeit einer unmittelbaren Beteiligung an einer Währungsattacke, da es ihnen untersagt ist, inländisches Geld zu halten. Auf der anderen Seite existiert für den Staat die Budgetrestriktion, dass er aufkommende Haushaltsdefizite entweder über eine verbleibende Ausweitung der inländischen Geldmenge oder den Abbau von Devisenreserven finanzieren kann. Der direkte Zugang zum Kapitalmarkt bleibt der Regierung versagt [vgl. ESQUIVEL/LARRAIN (1998), S. 2]. Damit kommt es im Vorfeld einer Krise zu einem Zahlungsbilanzproblem, denn die Defizitfinanzierung ist für den Staat, solange er einen festen Wechselkurs garantiert, kaum steuerbar [vgl. DAHEL (2000), S. 3 f.].
0. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Währungsturbulenzen ein und stellt das Ziel der Arbeit vor, ein Frühwarnsystem speziell für osteuropäische Volkswirtschaften auf Basis des Signalansatzes zu entwickeln.
1. Herleitung und Abgrenzung des Begriffs „Währungskrise“: In diesem Kapitel wird der Begriff der Währungskrise theoretisch definiert und empirisch durch einen Währungskrisenindex (WKI) operationalisiert, um relevante Krisenereignisse im Beobachtungszeitraum zu identifizieren.
2. Theoretische Modelle zur Erklärung von Währungskrisen: Das Kapitel bietet eine umfassende Analyse der drei Modellgenerationen von Währungskrisen, wobei aus jeder Generation geeignete Frühwarnindikatoren abgeleitet und theoretisch fundiert werden.
3. Empirische Analyse von Währungskrisen: Hier werden die Methodik des Signalansatzes sowie die Datenstruktur detailliert beschrieben, wobei der Fokus auf der Berechnung der Noise-to-Signal-Ratio und der Aggregation der Indikatoren liegt.
4. Ergebnisse des Signalansatzes: Der Abschnitt präsentiert die Ergebnisse der empirischen Anwendung, bewertet die Qualität der Frühwarnindikatoren und konstruiert sowohl einfache als auch gewichtete Gesamtindikatoren für die untersuchten Staaten.
5. Schlussbetrachtung: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung des entwickelten Frühwarnsystems, diskutiert dessen Stärken und Grenzen und gibt einen Ausblick auf potenzielle Erweiterungen.
Währungskrise, Frühwarnsystem, Signalansatz, Osteuropa, Krisenprävention, Wechselkurs, Devisenreserven, Noise-to-Signal-Ratio, Finanzkrise, Modellgenerationen, Transformationsökonomien, Bankenkrise, Kapitalflucht, Krisenwahrscheinlichkeit, Gesamtwirtschaft.
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung und Anwendung von Frühwarnsystemen zur Vorhersage von Währungskrisen in osteuropäischen Transformationsökonomien zwischen 1993 und 2004.
Die Arbeit verknüpft theoretische Modelle zur Erklärung von Währungskrisen (drei Modellgenerationen) mit einer empirischen Analyse, die quantitative Indikatoren wie Devisenreserven, Wechselkurse und Leistungsbilanzdaten nutzt.
Ziel ist es, ein praktikables, operationales Frühwarnsystem zu konstruieren, das politische Entscheidungsträger bei der Identifizierung von Krisenrisiken und der Einleitung präventiver Maßnahmen unterstützt.
Es wird der „Signalansatz“ nach KAMINSKY/LIZONDO/REINHART (1997) verwendet, ein nicht-parametrisches, univariates Verfahren, das das Verhalten makroökonomischer Daten vor Krisen mit ruhigen Perioden vergleicht.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Ursachenanalyse von Währungskrisen, die Herleitung geeigneter Indikatoren und eine umfassende empirische Untersuchung inklusive der Modellierung von Gesamtindikatoren.
Kernbegriffe sind Währungskrisen, Frühwarnsignale, Noise-to-Signal-Ratio, makroökonomische Indikatoren und ökonomische Stabilität in Transformationsländern.
Aufgrund der Datenlage in Transformationsökonomien bietet der Signalansatz eine solide, objektive Basis, da er keine extrem komplexen technischen Annahmen trifft und dennoch die spezifischen länderspezifischen Krisenmuster berücksichtigen kann.
Eine Währungskrise wird durch einen gewichteten Währungskrisenindex definiert, der die monatliche Veränderungsrate des nominalen Wechselkurses und der Währungsreserven kombiniert.
Schattenwechselkurse werden eingeführt, um den Zeitpunkt einer Krise theoretisch zu lokalisieren, bevor die Reserven vollständig aufgebraucht sind, da Marktteilnehmer antizipierte Verluste bei einer Abwertung vorwegnehmen.
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