Masterarbeit, 2021
118 Seiten, Note: 1,1
1 Einleitung
1.1 Thema und Problemstellung
1.2 Zielsetzung der Arbeit und Forschungsfrage
1.3 Aufbau der Arbeit
2 Literaturüberblick
2.1 Anthropogener Klimawandel und die Rolle von Unternehmen
2.1.1 Anthropogener Klimawandel
2.1.2 Klimawandelbezogene Risiken und Chancen für Unternehmen
2.1.3 Netto-Treibhausgasneutralität
2.1.4 Klimaneutralitätsstrategien für Unternehmen
2.2 Grundlagen der Corporate Governance
2.2.1 Stakeholder-Governance
2.2.2 Klima-Governance
2.2.3 Instrumente der Klima-Governance
3 Anwendungsmöglichkeiten der internationalen Konzepte auf das deutsche System
3.1 Funktionen und Aufgaben von Aufsichtsräten deutscher Aktiengesellschaften in Bezug auf die Klima-Governance
3.1.1 Gesetzliche Aufgaben und Kompetenzen des Aufsichtsrats
3.1.2 Relevante Kompetenzbereiche für die Umsetzung der Klimabestrebungen
3.1.3 Der Deutsche Corporate Governance Kodex
3.1.4 Satzung von Gesellschaften und Geschäftsordnungen von Aufsichtsräten
3.1.5 Fazit und Ausblick
3.2 Stakeholder Governance als Basis des deutschen dualen Führungssystems
3.2.1 Ansprüche der Stakeholder in Kontext einer Klima-Governance
3.2.2 Ableitung der Aufgaben von Aufsichtsrat*innen aus Stakeholderansprüchen
3.3 Anwendungsmöglichkeiten Instrumente der Klima-Governance
3.3.1 Das IRGC Risk Governance Framework für Aufsichtsrat*innen in Bezug auf Klimawandelrisiken
3.3.2 TCFD-Empfehlungen für die Berichterstattung von klimawandelbezogenen Risiken
3.3.3 Die Prinzipien für gute Klima-Governance des World Economic Forums
3.4 Zwischenfazit
4 Aktueller Stand der Klima-Governance in Aufsichtsräten deutscher AGs
4.1 Überblick der bislang durchgeführten Studien
4.2 Offen gebliebene Fragestellungen
4.3 Expertenbefragung zu offen gebliebenen Fragestellungen
4.3.1 Forschungsmethodik
4.3.2 Ergebnisse der Expertenbefragung
4.4 Diskussion der Ergebnisse aus bisherigen Studien und der Expertenbefragung
5 Diskussion
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse und Interpretation
5.2 Ausblick auf zukünftige Forschung
5.3 Fazit
6 Handlungsempfehlungen für Aufsichtsrat*innen deutscher AGs
6.1 Unternehmensspezifische Klimarisiken und -chancen verstehen
6.1.1 IRGC Risiko-Governance Framework anwenden
6.1.2 Szenarioanalyse gemäß TCFD-Empfehlungen
6.1.3 Besonderheit der Stakeholdereinbindung
6.2 Verantwortung übernehmen
6.2.1 Übergeordnetes Ziel definieren
6.2.2 Klima-Governance im Aufsichtsrat etablieren
6.2.3 Festlegung von Strukturen, Prozessen und Verantwortlichkeiten zwischen Aufsichtsrat und Vorstand
6.3 Bestehenden Handlungsspielraum für die Forcierung von Klima-Governance nutzen
6.3.1 Incentivierung
6.3.2 Informationen einfordern
6.3.3 Einmischung in die Strategie
6.4 Offene, transparenten und inklusiven Kommunikation
6.4.1 TCFD Empfehlungen als Standard wählen
6.4.2 Berichtsformat mit Vorstand diskutieren
6.4.3 Regulatorische Entwicklungen verfolgen
6.5 Netzwerke nutzen und kontinuierliche Weiterbildung
6.5.1 Unternehmensspezifische Schulungen einfordern
6.5.2 Austausch mit Experten und relevanten Stakeholdern
6.5.3 Gleichgesinnte suchen, Netzwerk des CGI Germany anschließen
7 Nachwort und Ausblick
Die Arbeit untersucht, wie Aufsichtsräte deutscher Aktiengesellschaften eine effektive Klima-Governance in ihren Unternehmen forcieren können, um den Herausforderungen der Klimakrise zu begegnen. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, durch welche Maßnahmen und Strukturen Aufsichtsräte ihrer Rolle als Kontroll- und Beratungsgremium im Kontext der Nachhaltigkeit gerecht werden können.
1.1 Thema und Problemstellung
Die Klimakrise ist eine der größten Herausforderungen der Gegenwart, denn die fortschreitende globale Erwärmung hat drastische und unvorhersehbare Folgen für Umwelt, Wirtschaft und Gesellschaft. Je stärker sich die Erde gegenüber der vorindustriellen Zeit erwärmt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit katastrophaler und irreversibler Auswirkungen für die Menschheit und das Ökosystem, etwa in Form von Extremwetterereignissen, Hitzewellen, Dürren, Meeresspiegelanstieg, Biodiversitätsverlust, Ernteeinbußen oder Schäden von Ökosystemen (IPCC 2014; Eionet 2021). Obwohl die planetare Belastungsgrenze Klimawandel bereits überschritten ist (Steffen et al. 2015) bleibt tatsächliches Handeln bisher weit hinter dem klimawissenschaftlich Notwendigem zurück (Guterres 2018).
In Deutschland reichen trotz der bereits getroffenen Maßnahmen die Bemühungen nicht aus, um die Risiken aus dem Klimawandel zu reduzieren und um das im Übereinkommen von Paris festgesetzte Klimaziel von einem Temperaturanstieg von höchstens 1,5 Grad Celsius (UN 2015) zu erreichen (UBA 2021; Climate Action Tracker 2020). Die jetzt zu treffenden Entscheidungen sind daher ausschlaggebend für das Gelingen der Transformation und Erreichung des Ziels der Klimaneutralität bis 2045 in Deutschland. Zeit ist hierbei das knappste Gut (RNE & Leopoldina 2021, 4; Prognos et al. 2020, 3).
Die Wirtschaft spielt bei der Bewältigung des Klimawandels eine große Rolle (UN Global Compact 2015). Umso wichtiger ist es, dass sie die Risiken und Chancen des Klimawandels für sich richtig einordnet. Unternehmen müssen jetzt dringend handeln, um sicherzustellen, dass sie auf die Auswirkungen, die der Klimawandel auf sie haben könnte, ausreichend vorbereitet sind. Zudem müssen sie ihre Auswirkungen auf den Klimawandel minimieren (Chapter Zero UK 2020).
1 Einleitung: Definiert die Relevanz des Klimawandels für Unternehmen und formuliert die zentrale Forschungsfrage zur Rolle von Aufsichtsräten bei der Klima-Governance.
2 Literaturüberblick: Bietet eine theoretische Fundierung zu Klimarisiken, Nachhaltigkeit, Corporate Governance und spezifischen Instrumenten der Klima-Governance.
3 Anwendungsmöglichkeiten der internationalen Konzepte auf das deutsche System: Analysiert, wie internationale Governance-Modelle in die Strukturen deutscher Aktiengesellschaften integriert werden können.
4 Aktueller Stand der Klima-Governance in Aufsichtsräten deutscher AGs: Fasst bestehende Studien zusammen und präsentiert die Ergebnisse der selbst durchgeführten Experteninterviews.
5 Diskussion: Interpretiert die Ergebnisse der Arbeit und leitet daraus den dringenden Handlungsbedarf für Aufsichtsräte ab.
6 Handlungsempfehlungen für Aufsichtsrat*innen deutscher AGs: Präsentiert einen konkreten 5-stufigen Maßnahmenplan für die Praxis der Aufsichtsratsarbeit.
7 Nachwort und Ausblick: Reflektiert die Notwendigkeit von schnellem Handeln und benibt zukünftige Forschungsfelder.
Klima-Governance, Aufsichtsrat, Aktiengesellschaft, Klimawandel, Nachhaltigkeit, Stakeholder-Governance, TCFD, Klimaneutralität, Risikomanagement, Transformation, Vorstandsvergütung, ESG, Strategie, Unternehmensführung, Klimaresilienz
Die Arbeit analysiert, wie Aufsichtsräte deutscher Aktiengesellschaften ihrer Verantwortung in Bezug auf den Klimawandel gerecht werden können, um eine effektive Klima-Governance im Unternehmen zu etablieren.
Die zentralen Themenfelder umfassen die Rolle des Aufsichtsrats im dualen System, die Integration von Nachhaltigkeitszielen in die Strategie sowie die Nutzung internationaler Frameworks wie TCFD zur Risikosteuerung.
Das primäre Ziel ist es, konkrete Handlungsempfehlungen für Aufsichtsrat*innen zu entwickeln, damit sie Klimarisiken und -chancen effektiv in die Unternehmensstrategie integrieren können.
Die Arbeit kombiniert eine umfassende Literaturanalyse internationaler Standards mit einer qualitativen Expertenbefragung (Interviews mit Experten aus dem Bereich Klima-Governance).
Der Hauptteil befasst sich mit der Anwendung internationaler Governance-Konzepte auf den deutschen rechtlichen Rahmen sowie dem Vergleich zwischen Theorie und der empirisch ermittelten Praxis in Aufsichtsratsgremien.
Die wichtigsten Schlagworte sind Klima-Governance, Aufsichtsrat, Aktiengesellschaft, TCFD, Klimaneutralität und Stakeholder-Governance.
Die Arbeit verdeutlicht, dass die Kopplung der Vorstandsvergütung an Klimaziele ein wesentlicher Hebel ist, um die Strategie des Unternehmens langfristig auf Klimaresilienz auszurichten.
Es bietet einen integrativen Ansatz, um systemische Risiken wie den Klimawandel zu verstehen, Stakeholder einzubinden und fundierte Entscheidungen auf Basis systematischer Analysen zu treffen.
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