Bachelorarbeit, 2017
78 Seiten, Note: 2,0
1. Einleitung
2. Biomasse
2.1. Definition
2.2. Natürliche Standortfaktoren
2.2.1. Lichteinstrahlung
2.2.2. Temperatur
2.2.3. Wasser
2.2.4. Nährstoffe
2.3. Arten von Biomasse
2.3.1. Aquatische Biomasse
2.3.2. Landwirtschaftliche Biomasse
2.3.3. Sonstige Biomasse
2.3.4. Forstwirtschaftliche Biomasse
2.4. Bereitstellung der Biomasse
2.4.1. Heizwert und Brennwert
2.4.2. Trocknung
2.4.3. Energieumwandlung
2.4.4. Eigenschaften von Biomasse
3. Wärmenetze
3.1. Allgemeine Bedeutung
3.2. Dezentrale Wärmenetze für regenerative Wärmequellen
4. Bioenergie in Europa
4.1. Bioenergiepotential
4.1.1. Allgemeine Potenzialanalysen
4.1.2. Bioenergie im europäischen Energiesystem
4.1.3. Wärmebedarf in der EU
5. Untersuchung ausgewählter Standorte in Europa
5.1. Budapest/ Ungarn
5.1.1. Klima und Boden
5.1.2. Energiezusammensetzung in Ungarn
5.1.3. Wärme
5.1.4. Gesetzliche Regelungen und Ziele
5.1.5. Biomassepotential in Ungarn
5.1.6. Zusammenfassung
5.2. Seinäjoki / Finnland
5.2.1. Klima
5.2.2. Flora und Vegetation
5.2.3. Energiezusammensetzung in Finnland
5.2.4. Wärme
5.2.5. Gesetzliche Regelungen und Ziele
5.2.6. Biomassepotential in Finnland
5.2.7. Zusammenfassung
5.3. Sant Cugat des Vallès / Spanien
5.3.1. Klima
5.3.2. Flora und Vegetation
5.3.3. Energiezusammensetzung in Spanien
5.3.4. Wärme
5.3.5. Gesetzliche Regelungen und Ziele
5.3.6. Biomassepotential in Spanien
5.3.7. Zusammenfassung
5.4. Vergleich der Standorte
6. Potentialanalyse Nahwärmenetz Stadtquartier Budapest/ Ungarn
6.1. Bestandsaufnahme
6.2. Wärmeberdarfsermittlung
6.2.1. Schule
6.2.2. Freizeitpark
6.2.3. Netzformen
6.2.4. Wärmenetz Budapest Quartier
6.2.5. Thermische Jahresdauerlinie
6.2.6. Ergebnisse der Grundlagenermittlung
6.3. Heizkraftwerk
6.3.1. Wirtschaftlichkeit
7. Zusammenfassung und Ausblick
Ziel der Arbeit ist es, das Potential der Biomassenutzung für die Wärmeversorgung in Nahwärmenetzen an drei ausgewählten Standorten (Ungarn, Finnland, Spanien) zu untersuchen und beispielhaft ein Konzept für ein Stadtquartier in Budapest zu entwickeln.
2.4.1. Heizwert und Brennwert
Der massenspezifische Energiegehalt der Biomasse kann durch den Heizwert beschrieben werden. Der Heizwert ist die bei der Verbrennung maximal nutzbare Wärmemenge, ohne Berücksichtigung der Kondensationswärme des im Abgas enthaltenen Wasserdampfes, bezogen auf die Menge des eingesetzten Brennstoffes. Der Brennwert hingegen berücksichtigt die vollständig freigesetzte Wärmemenge eines Brennstoffes bei der Verbrennung und der anschließenden Abkühlung der Verbrennungsgase auf 25°C und der damit auftretenden Kondensation des Wasserdampfes. Verglichen mit dem Heizwert ist der Brennwertdementsprechend höher.
Der Heizwert ist aber für die meisten Anlagen die maßgebende Angabe, da die meisten Anlagen die Energie aus dem Kondensat nicht ausnutzen.
Bei den Holzarten beträgt der Heizwert bezogen auf die Trockenmasse zwischen 16,5 und 19,2 MJ/kg. Nach einer Faustformel, entsprechen 2,5 kg luftgetrocknetes Holz rund 1 Liter Heizöl, also circa 36 MJ. Nadelhölzer weisen dabei einen höheren Heizwert als Laubhölzer auf. Das liegt einerseits daran, dass die Rinde einen höheren Ligningehalt aufweist, aber auch weil Nadelhölzer in der Regel mehr Holzextrakte wie Öle, Fette und Harze beinhalten, welche einen Heizwert von bis zu 36 MJ/kg besitzen. Im Vergleich zu halmgutartiger Biomasse, also die hauptsächlich in der Landwirtschaft produzierten nicht holzigen Energiepflanzen, zeigen Holzbrennstoffe einen durchschnittlich 9% höheren Heizwert auf.
1. Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die energiepolitischen Herausforderungen in Europa, insbesondere die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen, und setzt das Ziel der Untersuchung zur energetischen Biomassenutzung.
2. Biomasse: Dieses Kapitel definiert Biomasse, erläutert die natürlichen Standortfaktoren für deren Wachstum, klassifiziert verschiedene Arten (aquatisch, landwirtschaftlich, forstwirtschaftlich) und beschreibt Verfahren zur Bereitstellung und Energieumwandlung.
3. Wärmenetze: Das Kapitel behandelt die allgemeine Bedeutung von Wärmenetzen und erörtert die Relevanz dezentraler Nahwärmenetze für die Einbindung regenerativer Wärmequellen wie Biomasse.
4. Bioenergie in Europa: Hier werden verschiedene Potentialanalysen vorgestellt und die aktuelle Situation der Bioenergie im europäischen Energiesystem sowie der Wärmebedarf der EU analysiert.
5. Untersuchung ausgewählter Standorte in Europa: In diesem Kapitel werden drei spezifische Standorte (Budapest, Seinäjoki, Sant Cugat des Vallès) hinsichtlich ihrer klimatischen Bedingungen, Energiezusammensetzung und ihres Biomassepotentials untersucht und miteinander verglichen.
6. Potentialanalyse Nahwärmenetz Stadtquartier Budapest/ Ungarn: Dieses Kapitel umfasst die praktische Auslegung eines Nahwärmenetzes für ein Schulquartier in Budapest, inklusive Bestandsaufnahme, Wärmebedarfsermittlung, Netzformwahl, thermischer Jahresdauerlinie und Wirtschaftlichkeitsberechnung.
7. Zusammenfassung und Ausblick: Das Fazit fasst die gewonnenen Erkenntnisse zur Biomassenutzung in Europa zusammen und gibt einen Ausblick auf die Bedeutung der Biomasse für die zukünftige Energiepolitik Ungarns.
Biomasse, Nahwärmenetz, Energiepolitik, Europa, Standortfaktoren, Bioenergiepotential, Kraft-Wärme-Kopplung, Wärmebedarf, Budapest, Seinäjoki, Sant Cugat des Vallès, Heizkraftwerk, Wirtschaftlichkeit, CO2-Bilanz, Erneuerbare Energien
Die Arbeit untersucht das Potential von Biomasse für die Versorgung von Nahwärmenetzen in Europa, mit einem Fokus auf drei spezifische Standorte und einer beispielhaften Konzeptstudie in Budapest.
Zentrale Themen sind die physikalischen Eigenschaften und Bereitstellungsketten von Biomasse, die Analyse des europäischen Wärmemarktes, der Standortvergleich hinsichtlich klimatischer und energetischer Parameter sowie die technische Auslegung von Nahwärmenetzen.
Das primäre Ziel ist es, das Potential von Biomasse für die Nutzung in Nahwärmenetzen an den drei Projektstandorten (Ungarn, Finnland, Spanien) aufzuzeigen und die Wirtschaftlichkeit einer solchen Anlage an einem Beispielstandort zu bewerten.
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen zur Standortbewertung, energetische Simulationen zur Wärmebedarfsermittlung (u.a. mit TRNSYSlite) sowie vergleichende ökonomische Analysen zur Wirtschaftlichkeitsbetrachtung.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretischen Grundlagen der Biomasse, eine umfangreiche Analyse der Standorte sowie die detaillierte potentialanalytische Auslegung eines Nahwärmenetzes inklusive Netzgeometrie und Anlagentechnik.
Biomasse, Nahwärmenetze, Energiepotential, Standortanalyse, Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) und CO2-Bilanz sind die zentralen Begriffe.
Budapest wurde gewählt, da Ungarn als Binnenstaat stark von Gasimporten aus Russland abhängig ist und Biomasse die bedeutendste regenerative Energiequelle des Landes darstellt, was eine vergleichende Untersuchung zur konventionellen Gasversorgung besonders relevant macht.
Finanziell gesehen rechnet sich in Ungarn momentan ein Gasheizkraftwerk schneller aufgrund günstigerer Gaspreise; ökologisch bietet die Biomasseanlage jedoch eine deutlich bessere CO2-Bilanz.
Die Jahresdauerlinie dient als wichtiges Instrument zur Dimensionierung der Energieerzeugungsanlagen, um die Aufteilung zwischen Spitzenlast und Grundlast sowie die erforderlichen Betriebsstunden optimal zu planen.
Die Untersuchung ergab, dass das Strahlennetz beim gewählten Quartier in Budapest ca. 23,4 % weniger Wärmeverluste aufweist und zudem geringere Investitionskosten für Rohrmaterial verursacht.
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