Bachelorarbeit, 2021
69 Seiten, Note: 15,0
1. Einleitung
2. Historisches
3. Eckpunkte der geplanten Finanztransaktionssteuer
4. Vorschlag für eine Richtlinie des Rates über die Umsetzung einer verstärkten Zusammenarbeit im Bereich der Finanztransaktionssteuer
5. Ausgestaltung der Finanztransaktionssteuer
5.1 Marktanteile des Aktienhandels
5.2 Liquidität
5.3 Handelsvolumen
5.4 Volatilität
5.5 Steuersatz
5.6 Steuerobjekte
5.7 Residenzprinzip vs. Ausgabeprinzip
5.8 Ausnahme OTC-Handel
5.9 Ausnahme Anleihehandel
5.10 Ausnahme Intraday und Hochfrequenzhandel
5.11 Ausnahme Marktmacher
5.12 Ausnahme Derivate
5.13 Erhebungs- und Verwaltungssystem
6. Verstärkte Zusammenarbeit
6.1 Entscheidung des EuGHs
6.2 Verteilungsmechanismen
7. Auswirkungen und Reaktionen
7.1 Steuerinzidenzen
7.2 Unternehmen
7.3 Anleger
8. Fazit
Die vorliegende Arbeit analysiert den Gesetzesentwurf zur Einführung einer Finanztransaktionssteuer und bewertet dessen Auswirkungen auf Finanzmärkte, Unternehmen und Privatanleger unter Berücksichtigung verschiedener Ausgestaltungsvarianten.
5.2 Liquidität
Unter der Liquidität eines Finanzmarktes versteht man die Möglichkeit, Wertpapiere schnell und ohne bemerkenswerten Einfluss auf den Preis, handeln zu können. Bezeichnend für einen hoch liquiden Markt ist es, dass ein großes Volumen von Wertpapieren innerhalb von Sekundenbruchteilen gehandelt werden kann, ohne dass dadurch die Preise verzerrt werden. Im Gegensatz dazu steht der illiquide Markt, an dem es zum einen länger dauert, um eine Transaktion durchzuführen und zum anderen hat diese Transaktion auch einen stärkeren Einfluss auf die Bildung des Preises. Zu beachten ist, dass das Liquiditätsmaß eines Finanzmarktes nicht in einer Kennzahl zusammengefasst werden kann, sondern dass aufgrund der unterschiedlichen Dimensionen, die erfasst werden sollen, in der Literatur eine Vielzahl von Kennzahlen existieren, z.B. Handelsvolumen, Bid-Ask Spread, Markttiefe, uvm.
Märkte sind effizient, alle Marktteilnehmer handeln rational, weil sie logisch konsistent ihren Präferenzen folgen, besagt die Annahme der (neo-)klassischen finanzwirtschaftlichen Theorie. Daraus folgt, dass alle Transaktionen an diesem Markt der Preisfindung dienen, bis ein Gleichgewichtet entsteht, an dem es keinen Handel mehr gibt, da alle Ressourcen ideal verteilt sind. Also führt auch jede Veränderung der Rahmenbedingungen zu einer Veränderung an diesem Markt. Die Erhöhung der Transaktionskosten durch Einführung einer FTS führt dazu, dass sich einige Transaktionen für die Marktteilnehmer nicht mehr lohnen und deshalb unterlassen werden, was wiederum den Preisbildungsprozess stört. Im vereinfachten ökonomischen Modell hat die Einführung der FTS somit einen eindeutig negativen Effekt.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema der Finanztransaktionssteuer ein, skizziert die historische Problematik und erläutert die Zielsetzung der Arbeit sowie die methodische Herangehensweise.
2. Historisches: Das Kapitel beleuchtet die theoretischen Ursprünge der Finanztransaktionssteuer bei Keynes sowie die Entwicklung der Tobin-Steuer und früherer Stempelsteuern.
3. Eckpunkte der geplanten Finanztransaktionssteuer: Hier werden die Kernpunkte des Gesetzesentwurfs vom Dezember 2019 dargestellt, einschließlich der betroffenen Unternehmen und des vorgesehenen Steuersatzes.
4. Vorschlag für eine Richtlinie des Rates über die Umsetzung einer verstärkten Zusammenarbeit im Bereich der Finanztransaktionssteuer: Dieses Kapitel behandelt den EU-Vorschlag von 2013, dessen Anwendungsbereich und die Schwierigkeiten bei der Erzielung einer Einstimmigkeit.
5. Ausgestaltung der Finanztransaktionssteuer: Ein umfangreiches Kapitel, das die Auswirkungen auf Marktgrößen, die Relevanz von Ausnahmen wie OTC-Handel, Derivate, Intraday-Handel und Marktmacher sowie die Rolle des Erhebungssystems detailliert analysiert.
6. Verstärkte Zusammenarbeit: Fokus auf die politische Umsetzung in der EU, die Rolle des EuGH-Urteils zur Rechtskonformität und die Verteilungsmechanismen der Steuereinnahmen.
7. Auswirkungen und Reaktionen: Analysiert die konkreten Steuerinzidenzen für typische Marktteilnehmer, die Auswirkungen auf die Finanzierung von Unternehmen und die Bedeutung für private Anleger.
8. Fazit: Zusammenfassende Bewertung des aktuellen Vorschlags mit dem Ergebnis, dass dieser die ursprünglichen Ziele einer echten Lenkungssteuer verfehlt und zu unerwünschten negativen Effekten führt.
Finanztransaktionssteuer, Aktienmarkt, Handelsvolumen, Liquidität, Volatilität, Steuersatz, Ausgabeprinzip, OTC-Handel, Derivate, Hochfrequenzhandel, Steuerinzidenz, Kapitalmarkt, Finanzmarktstabilität, Unternehmen, Altersvorsorge
Die Arbeit befasst sich mit der Finanztransaktionssteuer, ihrer konzeptionellen Ausgestaltung in aktuellen Gesetzesentwürfen und deren ökonomischen Auswirkungen auf verschiedene Marktteilnehmer.
Zentrale Themen sind die Auswirkungen auf Marktliquidität und Handelsvolumen, die Problematik von Ausnahmen für Derivate oder den Intraday-Handel sowie die steuerliche Belastung von Anlegern und Unternehmen.
Das primäre Ziel ist es, die Auswirkungen eines spezifischen Finanztransaktionssteuer-Vorschlags zu problematisieren und einzuschätzen, ob dieser die angestrebte Lenkungswirkung erzielen kann.
Es erfolgt eine Einordnung der Gesetzesentwürfe anhand existierender Studien sowie eine Analyse der Auswirkungen mittels finanzmathematischer Methoden zur Prognose der Steuerbelastung.
Der Hauptteil konzentriert sich auf die detaillierte Ausgestaltung der Steuer, insbesondere die Bedeutung verschiedener Ausnahmen und die steuerlichen Folgen für Investoren im Kontext von Portfoliostrategien.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Finanztransaktionssteuer, Marktliquidität, steuerliche Lenkungswirkung, Anlegerschutz und Unternehmensfinanzierung charakterisiert.
Die Ausnahme führt dazu, dass kurzfristige Spekulationen, deren gesellschaftlicher Nutzen umstritten ist, von der Steuerbelastung ausgenommen werden, wodurch das Ziel der Marktstabilisierung gefährdet ist.
Der EuGH wird herangezogen, um die EU-Rechtskonformität einer Finanztransaktionssteuer, die auf dem Ausgabeprinzip basiert, zu bewerten, was für die rechtliche Absicherung solcher Steuermodelle zentral ist.
Die Steuer schmälert durch Zinseszinseffekte die Rendite langfristiger Aktienanlagen, was das Ziel des Staates, die private Altersvorsorge durch Aktienbesitz zu fördern, konterkariert.
Bei ausschließlicher Anwendung des Ausgabeprinzips besteht das Risiko, dass kleinere Länder überproportional verlieren, da Firmen ihre Sitze in andere Staaten verlagern könnten.
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