Magisterarbeit, 2002
87 Seiten, Note: 2,1
Einleitung
Die Akten der Staatssicherheit der DDR
Zur Terminologie
1975-1978: Von der Unabhängigkeit Angolas bis zur Verabschiedung der UN-Resolution 435
1978-1985: Das Scheitern der Verhandlungen in Genf bis zur „Pax Pretoriana“ und zu dem Wandel in der UdSSR
1985-1989: Der Weg zur Unabhängigkeit Namibias
Welche Ziele verfolgte die DDR in Namibia?
Zusammenfassung
Nachwort
Wer ist wer?
Abkürzungen
Bibliographie
Bücher und Artikel
Veröffentlichte Quellen
Unveröffentlichte Quellen
Die Arbeit untersucht das Ausmaß und die Mittel der Unterstützung der SWAPO of Namibia durch die DDR im Zeitraum von 1975 bis 1989. Dabei wird die Forschungsfrage verfolgt, wie die DDR ihre Hilfe an politische Ereignisse knüpfte und welche Ziele sie mit dieser Solidarität im Kontext ihrer eigenen außenpolitischen Handlungsspielräume und wirtschaftlichen Krisen verfolgte.
Die Akten der Staatssicherheit der DDR
Ein grosser Teil der Akten der Staatssicherheit wurde als „Streng geheim“ oder „Streng vertraulich“ eingestuft. Aus heutiger Sicht ist kaum mehr nachvollziehbar, nach welchen Kriterien diese Einstufung vollzogen wurde. Aber es sieht so aus, als seien Dokumente, die konträr zur offiziellen Politik waren und z.B. die militärische oder politische Situation in Angola oder bei der SWAPO negativ darstellten, indiziert wurden. In den meisten Fällen waren die Dokumente nur für einen kleinen Kreis von fünf bis zehn Personen der Staatsführung zugänglich.
Der Verteilerschlüssel nennt regelmässig die Kürzel Ax - Hermann Axen, 1966-1989 Sekretär des Zentralkomitees der SED für internationale Verbindungen, 1970-1989 Mitglied des Politbüros, Beil – Gerhard Beil, 1976-1978 Staatssekretär, 1986–1989 Minister für Aussenhandel und 1981–1989 Mitglied des Zentralkomitees, Fis – Oskar Fischer, 1975-1990 Minister für Auswärtige Angelegenheiten, 1984-1989 stellvertretender Vorsitzender des Staatsrates, Hon – Erich Honecker, Generalsekretär des Zentralkomitees der SED und Vorsitzender des Staatsrates, Krenz – Egon Krenz, 1983-1989 Mitglied des Politbüros und ZK-Sekretär für Sicherheit, 1989 SED-Generalsekretär, Vorsitzender des Staatsrates und des Nationalen Verteidigungsrates, Mitt – Günter Mittag, 1962-1973 und 1976-1989 Sekretär für Wirtschaft, 1966-1989 Mitglied des Politbüros, 1982-1989 Mitglied des Nationalen Verteidigungsrates, Will – Klaus Willerding, Stellvertreter des Ministers für Auswärtige Angelegenheiten; mit AG ist wahrscheinlich die Arbeitsgruppe in der Abt. III der Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) des MfS gemeint, deren Aufgabe die „Berater-und Unterstützungstätigkeit in Ländern der Dritten Welt, insbesonders in „Ländern mit sozialistischer Orientierung“ und bei den nationalen Befreiungsbewegungen“ war.
Einleitung: Darstellung der historischen Auseinandersetzung um Namibia und der Forschungsziele der Arbeit unter Berücksichtigung der DDR-Unterstützung für die SWAPO.
Die Akten der Staatssicherheit der DDR: Analyse der Struktur und des Inhalts der MfS-Dokumente sowie deren Verfügbarkeit und Zensurproblematik.
Zur Terminologie: Auseinandersetzung mit der Verwendung politisch belasteter Begriffe im Kontext des namibischen Konflikts.
1975-1978: Von der Unabhängigkeit Angolas bis zur Verabschiedung der UN-Resolution 435: Chronologische Analyse des Beginns der intensiven DDR-Hilfe nach der Unabhängigkeit Angolas.
1978-1985: Das Scheitern der Verhandlungen in Genf bis zur „Pax Pretoriana“ und zu dem Wandel in der UdSSR: Untersuchung der diplomatischen Blockaden und der militärischen Eskalation unter südafrikanischer Vorherrschaft.
1985-1989: Der Weg zur Unabhängigkeit Namibias: Aufarbeitung der finalen Phase des Konflikts, der militärischen Pattsituation und des diplomatischen Durchbruchs.
Welche Ziele verfolgte die DDR in Namibia?: Untersuchung der ökonomischen und ideologischen Motive hinter der DDR-Unterstützung in Anbetracht der zunehmenden Wirtschaftskrise des Staates.
Zusammenfassung: Fazit über die Motivationen der DDR, die zwischen internationaler Solidarität und ökonomischem Eigeninteresse abwog.
SWAPO, DDR, Namibia, Außenpolitik, Staatssicherheit, Angola, Apartheid, Unabhängigkeit, Solidarität, MfS, UN-Resolution 435, Sowjetunion, Rohstoffe, Stellvertreterkrieg, Befreiungsbewegung.
Die Arbeit beleuchtet die Unterstützung der namibischen Unabhängigkeitsbewegung SWAPO durch die DDR zwischen 1975 und 1989.
Zentrale Themen sind die militärische und zivile Hilfe der DDR, die außenpolitischen Zielsetzungen im Kontext des Kalten Krieges sowie die wirtschaftlichen Krisen der DDR, die deren Handlungsspielraum beeinflussten.
Es soll geklärt werden, in welchem Umfang die DDR die SWAPO unterstützte und wie diese Hilfe mit politischen Ereignissen in Zusammenhang stand.
Der Autor führt eine historische Analyse durch, die sich auf Sekundärliteratur sowie umfangreiches, teils unveröffentlichtes Aktenmaterial des MfS und des MfAA stützt.
Der Hauptteil ist chronologisch gegliedert und behandelt die Phasen der Unabhängigkeitsbestrebungen, die Rolle der internationalen Akteure und das Scheitern bzw. die Umsetzung diplomatischer Verhandlungen.
SWAPO, DDR, Namibia, Außenpolitik, Staatssicherheit, internationale Solidarität und wirtschaftliche Eigeninteressen.
Der Autor stellt fest, dass die Akten oft lückenhaft sind, aber im Vergleich zu offiziellen Verlautbarungen eine wesentlich differenziertere Sicht auf die tatsächlichen Machtverhältnisse und Einschätzungen der DDR-Führung bieten.
Aufgrund des zunehmenden Zahlungsdefizits suchte die DDR nach Möglichkeiten, durch Handelsbeziehungen mit afrikanischen Staaten die eigene Zahlungsbilanz zu entlasten, was die Motivation für die Unterstützung beeinflusste.
Intern wurden die Chancen der SWAPO, die Macht in Namibia durch einen militärischen oder politischen Sieg zu erringen, vom MfS oft als wesentlich schlechter eingestuft als in der offiziellen Propaganda.
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