Bachelorarbeit, 2021
44 Seiten, Note: 2,3
1 Einleitung
2 Theorie
2.1 Phantastische Kinder- und Jugendliteratur
2.1.1 Sozial- und Gesellschaftskritik in der phantastischen Kinder- und Jugendliteratur
2.1.2 „Gut“ und „Böse“ in der Kinder- und Jugendliteratur
2.2 Die Frage nach dem „Bösen“
2.2.1 Peter-André Alt: Ästhetik des Bösen
2.2.2 Die säkularisierte Teufelsfigur
3 Analyse
3.1 James Krüss: Timm Thaler oder das verkaufte Lachen
3.1.1 Baron Lefuet
3.1.2 Das getarnte „Böse“: Frau Thaler und Erwin
3.1.3 Zusammenfassung: Der Kapitalismus als Ursprung des „Bösen“
3.2 Otfried Preußler: Krabat
3.2.1 Das Teuflische: Herr Gevatter und Meister
3.2.2 Die Mühle: Ein Ort des „Bösen“
3.2.3 Verrat und Nächstenliebe: Betrachtung weiterer Figuren
3.2.4 Zusammenfassung: Das „Böse“ als Gegensatz zur Christlichkeit
4 Fazit
Die Arbeit untersucht, ob die Teufelsfiguren in den Klassikern der phantastischen Kinder- und Jugendliteratur „Timm Thaler oder das verkaufte Lachen“ und „Krabat“ als personifiziertes „Böses“ fungieren oder ob das „Böse“ durch alternative Strategien konstruiert wird, um ein dualistisches Weltbild zu hinterfragen.
Baron Lefuet als Betrüger
In seiner teuflischen Rolle erscheint Baron Lefuet als eine besonders trügerische Figur, die aufgrund ihres lügnerischen Wesens als „böse“ einzustufen wäre. Innerhalb der Handlung wird mehrfach zum Ausdruck gebracht, wie Baron Lefuet seine Ziele auf unehrliche Weise verfolgt. Durch Taktik und den Einsatz seiner metaphysischen Fähigkeiten gelingt es dem Baron, seine Vertragspartner und die innerweltlichen Geschehnisse zu manipulieren. Die manipulative Seite des Barons wird besonders im Pakt mit Timm Thaler sichtbar. Denn dieser ist, entgegen Timms Wahrnehmung des Vertrags als „etwas Ordentliches und Gesetzliches“, ein Teufelspakt, bei dem es in Wirklichkeit nur einen Gewinner geben kann, Baron Lefuet. Dass Timm den Vertrag unterzeichnet, ist demnach kein Glück auf Seiten des Barons, sondern der letzte Schritt eines präzise durchdachten Plans. Noch bevor der Vertrag erwähnt wird, streicht sich Baron Lefuet „nachdenklich das lange Kinn“ und tritt Timm Thaler daraufhin „kurz entschlossen“ auf den Schuh. Dies ist kein Versehen, sondern ein taktischer Schachzug, denn Timm bemerkt beim Blick auf seine Füße ein Fünf-Mark Stück, welches er wenig später im Text auch für seine erste Wette mit dem Baron einsetzt.
1 Einleitung: Die Einleitung stellt die Fragestellung nach der Konstruktion des „Bösen“ und der Rolle der Teufelsfigur in der phantastischen Kinder- und Jugendliteratur vor.
2 Theorie: Dieses Kapitel liefert die theoretischen Grundlagen zur Gattung der phantastischen Kinder- und Jugendliteratur und zu soziologisch-theologischen Ansätzen bezüglich des „Bösen“ und des Teufels.
3 Analyse: Der Hauptteil untersucht die Werke „Timm Thaler oder das verkaufte Lachen“ sowie „Krabat“ hinsichtlich der Konstruktion des „Bösen“ durch Teufelsfiguren und andere Elemente.
4 Fazit: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und widerlegt die Annahme eines rein dualistischen Weltbildes in den analysierten Werken.
Teufelspakt, Phantastische Kinder- und Jugendliteratur, Das Böse, Timm Thaler, Krabat, James Krüss, Otfried Preußler, Säkularisierung, Kapitalismus, Personifizierung, Grauzonen, Literaturanalyse, Gesellschaftskritik, Moral, Initiation.
Die Arbeit analysiert, wie das „Böse“ und die Teufelsfigur in zwei bedeutenden Werken der phantastischen Kinder- und Jugendliteratur konstruiert werden und inwiefern diese den modernen Erkenntnissen der Literaturwissenschaft entsprechen.
Die Arbeit behandelt die Konzepte des „Bösen“, die Säkularisierung der literarischen Teufelsfigur, gesellschaftskritische Motive (insbesondere den Kapitalismus) und die Hinterfragung binärer moralischer Systeme.
Das Ziel ist zu klären, ob die Teufelsfiguren in „Timm Thaler“ und „Krabat“ als personifiziertes „Böses“ dienen oder ob das „Böse“ durch alternative Strategien und Grauzonen konstruiert wird.
Die Arbeit verfolgt einen hermeneutischen Ansatz, um die Texte detailliert zu interpretieren und im Kontext literaturwissenschaftlicher Theorien zu analysieren.
Im Hauptteil erfolgen getrennte Analysen von Krüss’ „Timm Thaler oder das verkaufte Lachen“ (Fokus: Kapitalismus/Ironie) und Preußlers „Krabat“ (Fokus: Christlichkeit/Mühle als Ort des Bösen).
Zentrale Begriffe sind Teufelspakt, Phantastik, Säkularisierung, Kapitalismus, moralische Grauzonen und die Analyse der Figurenrollen als Verführer oder Retter.
Der Baron wird nicht als rein personifiziertes Böses dargestellt, sondern durch Ironie als Witzfigur, als kapitalistischer Akteur und teilweise sogar als unfreiwilliger Retter enttarnt, was ihn komplexer macht als traditionelle Teufelsgestalten.
Die Mühle wird als „kalt“ und „dunkel“ attribuiert und als eine Art verlebendigtes Objekt beschrieben, das christliche Rituale verhindert und die Mühlknappen in einem teuflischen Abhängigkeitsverhältnis hält.
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