Magisterarbeit, 2008
92 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Einführung in die Thematik
2.1 Zum Begriff „Märchen“
2.2 Ursprung der Märchen
2.3 Merkmale der Gattung „Märchen“
3 Über „Kinder- und Hausmärchen“
3.1 Das Volksmärchen
3.2 Die Märchensammlung der Brüder Grimm
3.3 Die Märchenfiguren
4 Typologie der Frauenfiguren in den Märchen der Brüder Grimm
4.1 Der passive Typ
4.2 Der aktive Typ
4.3 Der gemischte Typ
4.4 Die bösen Figuren
4.4.1 Herkunft und Bedeutung des Hexenbegriffs
4.4.2 Das Hexenbild in den KHM
4.4.3 Die Stiefmutter
4.5 Die guten Figuren
4.5.1 Die Frau als Heldin
4.5.2 Die Prinzessin
5 Vorüberlegung zur Basisinterpretation
5.1 Die Brüder Grimm
5.2 Einflusse auf die Entstehung der KHM
5.3 Überzeugungssystem
5.4 Die Märchenbeiträgerinnen
5.5 Grimms Märchen
5.6 Die Märchensammlung als Erziehungsbuch
6 Märcheninterpretation
6.1 KHM 50, Dornröschen
6.1.1 Inhaltsanalyse
6.1.2 Interpretation des KHM 50, Dornröschen
6.1.3 Analyse der Frauenfiguren
6.2 KHM 53, Schneewittchen
6.2.1 Inhaltsanalyse
6.2.2 Interpretation des KHM 53, Schneewittchen
6.2.3 Analyse der Frauenfiguren
6.3 KHM 15, Hänsel und Gretel
6.3.1 Inhaltsanalyse
6.3.2 Interpretation des KHM 15, Hänsel und Gretel
6.3.3 Analyse der Frauenfiguren
7 Die Frauenfiguren in den KHM
7.1 Das Märchen – Ein Spiegelbild der Wirklichkeit ?
7.2 Die Rolle der Frau um 1800 bis zur Mitte des 19. Jhs.
7.3 Zum Frauenbild in den KHM der Brüder Grimm
8 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht die Frauenfiguren in den Kinder- und Hausmärchen (KHM) der Brüder Grimm, um herauszufinden, welche Rollen, Verhaltensmuster und Charakterzüge diesen zugeschrieben werden und inwiefern diese mit der gesellschaftlichen Situation der Frau im 19. Jahrhundert korrelieren.
4.4.1 Herkunft und Bedeutung des Hexenbegriffs
„Die Herkunft des Wortes Hexe und die Geschichte seiner Bedeutung(en) ist durchaus nicht eindeutig geklärt.“ Die Wurzeln des deutschen Begriffs finden sich nur im westgermanischen Sprachraum:
[…] ahd. hagazussa, hagzus, mittelniederl. haghetisse, haghetesse, altengl. Hægtesse.“ Eine genaue Wortbedeutung gibt es nicht. „Ob es sich um ein Simplex aus einer Wurzel *hagat mit Suffix –us, -is oder -as handelt, […] oder um ein Kompositum aus einem Grundwort –zussa und einem Bestimmungswort hag-, ist mit letzter Sicherheit nicht zu sagen.
In der früheren Zeit wurde eine meist weibliche, mit Zauberkräften ausgestattete Person als Hexe angeschaut. Auf das Äußere wurde keine besondere Rücksicht genommen, diese Gestalten konnten sowohl schön und jung als auch alt und hässlich sein. „[…] Ursprünglich ist die ›Hexe‹ ein dämonisches Wesen, dessen Eigenschaften nicht nur negativer Natur sind.“ In diesem Zusammenhang hieß dämonisch ausschließlich, dass sie nicht-menschliche Fähigkeiten hatten. Die Hexen alter Zeiten hatten sowohl dunkle wie auch helle Aspekte. Sie wurden einerseits als kräuterkundige Frauen angesehen, die intelligent, zielstrebig und mutig waren.
1 Einleitung: Vorstellung des Themas und der Zielsetzung, Frauen als zentrale Akteure in den Märchen und deren Bezug zum 19. Jahrhundert zu analysieren.
2 Einführung in die Thematik: Definition des Märchenbegriffs, dessen Ursprünge sowie gattungsspezifische Merkmale werden erläutert.
3 Über „Kinder- und Hausmärchen“: Einordnung der Volksmärchen sowie der Sammlung der Brüder Grimm, unter besonderer Betrachtung der Märchenfiguren.
4 Typologie der Frauenfiguren in den Märchen der Brüder Grimm: Einführung einer Kategorisierung von Frauen in passive, aktive und gemischte Typen sowie in gute und böse Figuren.
5 Vorüberlegung zur Basisinterpretation: Beleuchtung des historischen Kontexts, der Brüder Grimm als Sammler und der Entstehungsumstände der Märchen als Erziehungsbuch.
6 Märcheninterpretation: Exemplarische Analyse der Märchen Dornröschen, Schneewittchen und Hänsel und Gretel hinsichtlich ihrer Frauenfiguren.
7 Die Frauenfiguren in den KHM: Diskussion des Märchens als Spiegelbild der Wirklichkeit und Reflexion über das reale Frauenbild im 19. Jahrhundert.
8 Zusammenfassung: Resümee über die Bedeutung des weiblichen Prinzips und die Feststellung, dass die Märchen ein Abbild der sozialen Vorstellungen ihrer Zeit sind.
Frauenfiguren, Märchen, Brüder Grimm, Kinder- und Hausmärchen, Romantik, Frauenbild, Hexe, Stiefmutter, Prinzessin, Geschlechterrollen, Volksmärchen, Erziehung, Weiblichkeit, Kognitive Hermeneutik, Typologie
Die Arbeit analysiert die vielfältigen Frauenrollen in den Märchen der Brüder Grimm und setzt diese in Bezug zum gesellschaftlichen Frauenbild des 19. Jahrhunderts.
Die zentralen Themen sind die Typologisierung weiblicher Charaktere (aktiv/passiv, gut/böse), die Entstehungsgeschichte der KHM und der pädagogische Anspruch der Brüder Grimm.
Es soll untersucht werden, ob die Märchen der Brüder Grimm ein Spiegelbild der damaligen patriarchalischen Gesellschaft darstellen und wie sich das Frauenbild in den Texten widerspiegelt.
Der Arbeit liegen die Prinzipien der kognitiven Hermeneutik zugrunde, unterteilt in eine Basis- und eine Aufbauarbeit.
Neben einer Typologie der Frauenfiguren werden die Märchen Dornröschen, Schneewittchen und Hänsel und Gretel ausführlich interpretiert.
Schlüsselwörter wie Frauenfiguren, Märchen, Geschlechterrollen, Romantik und Erziehung stehen im Fokus.
Die Stiefmutter dient als Gegenpart zur idealisierten leiblichen Mutter und verkörpert die systemstabilisierende, aber negative Sicht der damaligen bürgerlichen Gesellschaft auf Frauen, die nicht der klassischen Mutterrolle entsprechen.
Während viele Prinzessinnen eher passiv auf Erlösung warten, zeigen Figuren wie Gretel in kritischen Situationen erstaunliche Initiative und List, was sie als den „gemischten Typ“ der Heldin kennzeichnet.
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