Magisterarbeit, 2008
90 Seiten, Note: 1,8
1 Einleitung
1.1 Problem- und Fragestellung
1.2 Material
1.3 Ablauf
2 Mentale Verursachung
2.1 Was ist mental/physisch? Zum Begriff des Mentalen.
2.2 Interaktion zwischen mentalen und physischen Zuständen
3 Argumente des Materialismus
3.1 Grundannahmen des Materialismus
3.2 Identitätstheorien
3.2.1 Psychophysische Identitätstheorie
3.2.2 Einwände gegen die Identitätstheorie
3.3 Funktionalismus
3.3.1 Psycho-funktionale Identitätstheorie
3.3.2 Einwände gegen den Funktionalismus
3.4 Quälende Qualia
3.5 Fazit: Nicht-reduktiver Materialismus
4 Sprachanalytische Argumente
4.1 Das Argument zur Kategorienverwechslung
4.2 Dualismus der Vokabulare
4.3 Zuschreibungen und soziale Konstruktion
4.4 Fazit
5 Die Entscheidung
5.1 Voraussetzungen objektiver Theorien
5.2 Leistungsfähigkeit von Theorien
5.3 Fazit
6 Schluss
Die Arbeit untersucht das zentrale Problem der mentalen Verursachung im Kontext materialistischer und sprachanalytischer Theorien. Ziel ist es, die Gründe für die Stagnation in dieser philosophischen Debatte zu identifizieren, anstatt eine neue Lösung zu propagieren, und aufzuzeigen, wie unterschiedliche Theorien durch Konventionen in der wissenschaftlichen Gemeinschaft etabliert werden.
1.1 Problem- und Fragestellung
Wir sind Teil einer physischen Welt, erleben uns aber gleichzeitig als seelisch geistige Wesen mit Wahrnehmungen, Wünschen und Absichten. Diese aus einer scheinbar privilegierten Innenperspektive heraus wahrgenommenen Zustände nennt man mentale oder geistige Zustände. Mentale Zustände sind auf Dinge, Sachverhalte und Ereignisse gerichtet und haben einen Inhalt: Sie sind intentional. Diese Intentionalität mentaler Zustände scheint physischen Zuständen nicht eigen zu sein: Steine, Herzen, Bäume oder Atome haben keine Wünsche, Absichten, Wahrnehmungen oder Gedanken, die sich auf bestimmte Dinge beziehen. Mit unserem Gefühl bzw. der starken Intuition, körperliche von mentalen Zuständen unterscheiden zu können, haben wir einen guten Grund zu folgender Annahme:
(1) Mentale Zustände scheinen prinzipiell anderer Art zu sein, als physische Zustände.
Wir bewegen uns in dieser physischen Welt und interagieren mit ihr in einer unendlich mannigfaltigen Art und Weise. Als Teil dieser Welt sind wir von ihr abhängig, insofern wir atmen, essen und in ihr leben. Doch wir nehmen auch verändernd auf diese Welt Einfluss, formen sie nach unseren Vorstellungen. Was wir erleben, ist folglich eine reichhaltige, wechselseitige kausale Beziehung von mentalen und physischen Zuständen. Mentale Zustände sind oft unmittelbar körperlich beobachtbar: wenn ich aufgrund einer Erinnerung lächle oder vor Schmerz schreie. Mentale Ereignisse können unmittelbar Ursache unseres Verhaltens sein und motiviert so eine weitere Annahme:
(2) Mentale Zustände beeinflussen unser Verhalten und physische Zustände rufen, unter anderem, bewusste Erlebnisse hervor.
1 Einleitung: Einführung in die Problemstellung der mentalen Verursachung und das Ziel der Untersuchung.
2 Mentale Verursachung: Begriffliche Klärung von mentalen und physischen Zuständen sowie deren Interaktion.
3 Argumente des Materialismus: Darstellung und kritische Auseinandersetzung mit Identitätstheorien, Funktionalismus und der Rolle von Qualia.
4 Sprachanalytische Argumente: Untersuchung der Problematik aus sprachphilosophischer Sicht, inklusive Kategorienverwechslung und sozialer Konstruktion.
5 Die Entscheidung: Wissenschaftstheoretische Analyse der Entscheidungsfindung zwischen konkurrierenden Theorien.
6 Schluss: Zusammenfassung der Ergebnisse und Reflexion über die Unentscheidbarkeit der Debatte.
Mentale Verursachung, Leib-Seele-Problem, Materialismus, Identitätstheorie, Funktionalismus, Qualia, Sprachphilosophie, Kategorienverwechslung, Sozialer Konstruktionismus, Wissenschaftstheorie, Mentale Zustände, Physische Zustände, Intentionalität, Kausalität, Erkenntnistheorie
Die Arbeit behandelt das klassische Problem der mentalen Verursachung, also die Frage, wie mentale Zustände physische Handlungen verursachen können, obwohl die physikalische Welt als kausal geschlossen gilt.
Die Untersuchung deckt materialistische Theorien (wie die Identitätstheorie und den Funktionalismus) sowie sprachanalytische Ansätze ab und analysiert deren Verhältnis zueinander.
Das Ziel ist es, die Gründe für die anhaltende Stagnation und Unentscheidbarkeit in der Debatte um mentale Verursachung zu identifizieren, statt selbst eine weitere Lösung zu fordern.
Die Arbeit nutzt eine metatheoretische und wissenschaftstheoretische Herangehensweise, um die philosophische Debatte zu analysieren und deren Voraussetzungen zu hinterfragen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Auseinandersetzung mit materialistischen Argumenten (Kapitel 3) und sprachanalytischen Alternativen (Kapitel 4).
Wichtige Begriffe sind unter anderem Mentale Verursachung, Materialismus, Qualia, Sprachanalytik, Kategorienverwechslung und Sozialer Konstruktionismus.
Die Autorin stellt dar, dass die Identitätstheorie zwar einen plausiblen, eleganten Lösungsweg vorschlägt, aber aufgrund verschiedener Einwände, etwa durch Saul Kripke oder das Problem der Multirealisierbarkeit, heute als gescheitert gilt.
Er dient als Werkzeug, um zu erklären, warum wissenschaftliche Theorien durch Konventionen und soziale Prozesse innerhalb der Forschungsgemeinschaft etabliert werden, anstatt sich allein durch ihre objektive Nähe zur Wirklichkeit zu legitimieren.
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