Bachelorarbeit, 2021
57 Seiten, Note: 1,7
1. Relevanz, Ziel und Aufbau der Arbeit
2. Grundlagen
2.1 Fraud in der Abschlussprüfung
2.2 Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)
2.3 Deutsche Prüfstelle für Rechnungswesen (DPR)
2.4 Abschlussprüferaufsichtsstelle (APAS)
3. Wirecard AG
3.1 Entstehung und Geschichte
3.2 Geschäftsmodell / Kerngeschäft
3.3 Die wichtigsten Wirecard Funktionäre
4. Bilanzskandal der Wirecard AG
4.1 Die wichtigsten Vorfälle
4.1.1 Manipulationsvorwürfe und die SdK
4.1.2 Übernahme eines Unternehmensgeflechts in Indien
4.1.3 Project Tiger Summary & Anwaltskanzlei Rajah & Tann
4.1.4 Drittpartnergeschäft
4.1.5 KPMG Sonderbericht
4.2 Darstellung der Verantwortlichkeiten / Überwachungsfunktionen
4.2.1 Beteiligte Organe und deren Pflichten
4.2.2 Pflichtverletzungen / Fehler der beteiligten Organe und (mögliche) Konsequenzen bzw. Reformen
4.3 Grenzen der Prüfung
4.3.1 Komplexes Geschäftsmodell und Unternehmensgeflecht
4.3.2 Mangelhafte Organisation / Buchführung
4.1.3 Vorsatz / Kriminelle Energie
4.1.4 Lobbyismus
4.1.5 Covid-19 Pandemie
4.4 Konfliktpotential
5. Schlussfolgerung und Fazit
Die Arbeit analysiert den Bilanzskandal der Wirecard AG mit dem Ziel, die Grenzen der Abschlussprüfung sowie die Verantwortlichkeiten der beteiligten Überwachungsorgane aufzuzeigen. Dabei wird untersucht, inwiefern Pflichtverletzungen vorlagen und welche Lehren für zukünftige Reformen in der Prüfung und Aufsicht gezogen werden können, um das Vertrauen in das Finanzsystem zu stärken.
4.1.3 Project Tiger Summary & Anwaltskanzlei Rajah & Tann
Aufgrund eines erneuten negativen Artikels der Financial Times vom 30.01.2019 brach der Kaufpreis der Wirecard-Aktie erneut zeitweise um fast 25 Prozent ein. Es war die Rede von intransparenter Buchführung und gefälschter und zurückdatierter Verträge in Asien. Edo Kurniawan, ein leitender Wirecard-Manager aus Singapur, der für das Rechnungswesen im asiatisch-pazifischen Raum zuständig war, soll diese Verträge veranlasst bzw. erstellt haben, um verdächtige Transaktionen zu verschleiern. In einer Präsentation mit dem Namen ‚Projekt Tiger Summary‘ vom 07.05.2018 sollen diese Vorgänge beschrieben worden sein und enthält Verstöße wie Fälschung von Konten und Geldwäsche. Diese Präsentation zeigte beispielsweise Verträge über 13 Millionen Euro zwischen Tochtergesellschaften von Wirecard und Flexi Flex, ein Hydraulik- und Rohrleitungsunternehmen mit Büros in Singapur und Malaysia.
Laut der Präsentation war Flexi Flex ein Handelspartner für Software im Wert von 3 Millionen Euro für eine indonesische Wirecard-Firma namens Aprisma. Ein leitender Mitarbeiter von Flexi Flex hatte aber auf Nachfrage der FT noch nicht von Wirecard gehört und erklärte, dass seine Firma keine Software verkauft und keinen Zahlungsdienstleister nutzt. Darüber hinaus enthielt die Präsentation auch ‚round-tripping‘ Transaktionen, bei denen Geld von Wirecard-Unternehmen aus Hong Kong und Singapur über externe Unternehmen zu den indischen Firmen Hermes und GI Technology geleitet wurden. Unter ‚round-tripping‘ versteht man den Verkauf von unrelevanten Vermögenswerten an eine andere Firma, mit der Absicht diesen Vermögenswert nach einiger Zeit wieder ungefähr zum gleichen Preis zurückzukaufen. Das ‚round-tripping‘ wird als tendenziell illegale Buchungstechnik betitelt, da Umsätze dadurch unnatürlich aufgebläht werden.
1. Relevanz, Ziel und Aufbau der Arbeit: Einführung in die Thematik der Bilanzskandale und Definition der Forschungsfragen sowie des methodischen Aufbaus der Bachelorarbeit.
2. Grundlagen: Erläuterung grundlegender Begrifflichkeiten wie Fraud und Vorstellung der beteiligten Aufsichtsbehörden wie BaFin, DPR und APAS.
3. Wirecard AG: Überblick über die Entstehungsgeschichte, das Geschäftsmodell sowie die Vorstellung der wichtigsten Akteure im Unternehmen.
4. Bilanzskandal der Wirecard AG: Detaillierte Analyse der zentralen Vorfälle, der Versäumnisse der Aufsichtsorgane sowie der spezifischen Hindernisse bei der Abschlussprüfung.
5. Schlussfolgerung und Fazit: Zusammenfassung der Ergebnisse und Ableitung von Handlungsempfehlungen zur Verbesserung der Effektivität von Prüfprozessen.
Wirecard, Bilanzskandal, Abschlussprüfung, Finanzaufsicht, BaFin, DPR, APAS, Wirtschaftskriminalität, Fraud, Drittpartnergeschäft, Corporate Governance, Bilanzmanipulation, Round-tripping, Treuhandkonten, Prüfungshindernisse.
Die Arbeit befasst sich mit dem Bilanzskandal der Wirecard AG und untersucht die Grenzen der Abschlussprüfung sowie die Überwachungsfunktionen bei börsennotierten Unternehmen in Deutschland.
Die Schwerpunkte liegen auf der Aufarbeitung der Skandalereignisse, der Rolle der Finanzaufsichtsbehörden und der Wirtschaftsprüfer sowie der Analyse von Interessenkonflikten.
Ziel ist es, ein Verständnis für das Versagen der Überwachungsinstitutionen zu entwickeln und konkrete Reformvorschläge zu identifizieren, die zukünftig eine effektivere Abschlussprüfung ermöglichen könnten.
Es handelt sich um eine qualitative Analyse auf Basis von Literaturstudien, Medienberichten, offiziellem Sonderprüfungsberichten (KPMG) sowie einer kritischen Auswertung von Pflichten und Rollen der beteiligten Organe.
Im Hauptteil werden die konkreten Vorfälle (z.B. Indien-Übernahmen, Drittpartnergeschäft), die Pflichten der Organe sowie die Grenzen und Hindernisse bei der Abschlussprüfung (z.B. komplexes Geflecht, Corona-Pandemie, Lobbyismus) analysiert.
Die Untersuchung wird maßgeblich durch Begriffe wie Wirecard, Bilanzskandal, Abschlussprüfung, Finanzaufsicht (BaFin, DPR, APAS) und Interessenkonflikte geprägt.
Die Drittpartner wurden genutzt, um in Regionen ohne eigene Lizenz tätig zu sein, fungierten jedoch laut KPMG oft als Verschleierungsinstrument, da ihre Geschäftstätigkeit kaum nachweisbar war und sie maßgeblich zu den bilanziellen Unregelmäßigkeiten beitrugen.
Der Aufsichtsrat bestand über lange Zeit aus zu wenigen Mitgliedern, besaß erst sehr spät einen Prüfungsausschuss und wies teilweise personelle Doppelfunktionen auf, was eine effektive Kontrolle des Vorstands erschwerte.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

