Lizentiatsarbeit, 2005
124 Seiten, Note: 5.5 (CH)
Geschichte Europas - Neuzeit, Absolutismus, Industrialisierung
I. Einleitung
1.1 Konzeption und Zielsetzungen
1.2 Aktueller Forschungsstand
II. Ereignisgeschichtlichen Zusammenhänge des Spanischen Erbfolgekrieges
2.1 Europa im politischen Umbruch
2.1.1 Europäische Lage gegen 1700
2.1.2 Frankreich- Aussenpolitik Ludwigs XIV.
2.1.3 Deutsches Reich/Österreich-Leopold I.
2.1.4 Preussens Aufstieg zur Grossmacht
2.1.5 England-Zeitalter der Vernunft
2.1.6 Spanien-Spielball der Grossmächte
2.2 Spanischer Erbfolgekrieg (1701-1714)
2.2.1 Vorboten des Krieges
2.2.2 Erste Kriegsphase (1701-1704)-bayerisch-französische Allianz
2.2.3 Zweite Kriegsphase (1705-1709)-Italienfeldzug/Malplaquet
2.2.4 Dritte und letzte Kriegsphase (1710-1714)-Entscheidung
2.3 Friedensprozesse
2.3.1 Friede von Utrecht
2.3.2 Friede von Rastatt und Friedenskongress in Baden (CH)
III. Neutralitätspolitik der Schweizerischen Eidgenossenschaft von 1649-1712
3.1 Neutralität der Eidgenossen
3.1.1 Terminologische Entwicklung
3.1.2 Ablehnung von politischen Bindungen
3.1.3 Unparteiische Begünstigung
3.1.4 Neutralisierung angrenzender Gebiete (Vormauerpolitik)
3.1.5 Zusammenfassung
3.2 Militärische Landesverteidigung
3.2.1 Defensionale und dessen Revisionen
3.2.2 Militärischen Bestimmungen des „Defensionals“
3.2.3 Mobilisationsanordnungen
3.2.4 Zusammenfassung
3.3 Söldnerwesen
3.3.1 Überblick
3.3.2 Werbungen
3.3.3 Freikompanien
3.3.4 Transgressionen-Soldverträge zum defensiven Gebrauch
3.3.5 Zusammenfassung
3.4 Innenwirtschaft
3.4.1 Finanzwesen
3.4.2 Handel und Verkehr
3.4.3 Gewerbe und Landwirtschaft
3.4.4 Sozialpolitik
3.4.5 Zusammenfassung
3.5 Aussenwirtschaft
3.5.1 Allgemeines
3.5.2 Die Betätigungsgebiete der Tagsatzung
3.5.3 Vorgehen der Tagsatzung
3.5.4 Zusammenfassung
IV. Englische Diplomatie in der Eidgenossenschaft: Abraham Stanyan 1705-1714
4.1 Stanyan und die Drei Bünde
4.1.1 Situation Graubündens zu Beginn der Spanischen Erbfolgekrieges
4.1.2 Bündnis mit Venedig und seine Auswirkungen
4.1.3 Politischer Diskurs um das Passtraktat
4.1.4 Fall Massner
4.2 Erbfolgestreit um Neuenburg
4.2.1 Geschichtlicher Kontext
4.2.2 Diplomatie nach dem Tode Wilhelms III.
4.2.3 Entscheid Neuenburgs und seine Folgen
4.3 Stanyan und die Politik der reformierten Orte
4.3.1 Braconnier-Affäre
4.3.2 Stanyan und die Friedenswünsche der evangelischen Orte
4.3.3 Englische Politik nach dem politischen Umsturz-Toggenburgerstreit
V. Schlussbetrachtungen
Diese Arbeit untersucht die Entwicklung der eidgenössischen Neutralitätspolitik während des Spanischen Erbfolgekrieges und analysiert gleichzeitig die aktive Rolle der englischen Diplomatie, insbesondere des Gesandten Abraham Stanyan, innerhalb der Schweiz in diesem Zeitraum.
4.1.1 Situation Graubündens zu Beginn der Spanischen Erbfolgekrieges
Die europäische Auseinandersetzung um das spanische Erbe brachte auch Graubünden in eine sehr schwierige Lage. Aufgrund seiner Alpenpässe (nach dem Herzogtum Mailand, der Republik Venedig, dem Reichsland Tirol und der inneren Schweiz) war es in geopolitischer Hinssicht für die umliegenden Mächte von grosser Bedetung. Graubünden befand sich zudem auf einer der zentralen Nord-Süd-Handelsrouten der angrenzenden Mächte. Diese beeinflussten durch ihre Handelstätigkeit das Leben in den bündnerischen Tälern relativ stark. Dies nicht zuletzt auch im Bereich des fremden Kriegsdienstes, welchem sich viele Männer anschlossen.
Als sich nach dem Tode Karls II. von Spanien Machtblöcke (Österreich, Frankreich, Kurfürst von Bayern) zusammenballten und Graubünden einschlossen, war dessen Existenz bedroht. Die Aufrechterhaltung der Neutralität war für das Land lebensnotwendig. Graubünden konnte nicht der Willkür einer Kriegspartei ausgesetzt sein. Noch vor der alliierten Kriegserklärung vom 15. Mai 1702 gaben die Drei Bünde ihren Willen zur Neutralität durch eine offizielle Erklärung an die europäischen Mächte kund, welche auch ein Durchmarschverbot für die fremden Truppen enthielt. Dieses Verbot musste vorläufig vor allem die kaiserliche Strategie beeinträchtigen und damit die Politik des Kaisers beeinflussen. Dem „Sonnenkönig“ konnte die Neutralitätserklärung der Drei Bünde nur recht sein, da sie den Feinden mehr schadeten als ihm selbst, und eine Verbindung zwischen dem Reichsgebiet und der oberitalienischen Tiefebene für Österreichs Kriegslage entscheidend sein konnte.
I. Einleitung: Diese Einleitung definiert die Konzeption der Arbeit, die sich auf die Entwicklung der Schweizer Neutralität und die englische Diplomatie unter Abraham Stanyan konzentriert, und gibt einen Überblick über den Forschungsstand.
II. Ereignisgeschichtlichen Zusammenhänge des Spanischen Erbfolgekrieges: Dieses Kapitel liefert einen ereignisgeschichtlichen Abriss über die europäischen Grossmächte, den Verlauf des Krieges und die anschließenden Friedensschlüsse von Utrecht und Rastatt.
III. Neutralitätspolitik der Schweizerischen Eidgenossenschaft von 1649-1712: Das Kapitel untersucht die Ausgestaltung der Neutralität, militärische Maßnahmen, das Söldnerwesen sowie die Innen- und Außenwirtschaft der Eidgenossenschaft in diesem Zeitraum.
IV. Englische Diplomatie in der Eidgenossenschaft: Abraham Stanyan 1705-1714: Dieses Hauptkapitel analysiert Stanyans diplomatisches Wirken in Graubünden, im Erbfolgestreit um Neuenburg und seine Politik gegenüber den reformierten Orten und dem Toggenburgerstreit.
V. Schlussbetrachtungen: Die Schlussbetrachtung fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Rolle der Schweiz im Spannungsfeld der europäischen Großmächte sowie den Erfolg der diplomatischen Bemühungen Stanyans.
Schweizerische Eidgenossenschaft, Spanischer Erbfolgekrieg, Neutralitätspolitik, Abraham Stanyan, Englische Diplomatie, Tagsatzung, Defensional, Söldnerwesen, Graubünden, Erbfolgestreit Neuenburg, Toggenburgerstreit, Außenpolitik, Europäisches Gleichgewicht.
Die Arbeit analysiert die aussenpolitische Entwicklung der Schweizerischen Eidgenossenschaft während des Spanischen Erbfolgekrieges (1701–1714) und untersucht insbesondere die diplomatische Rolle des englischen Gesandten Abraham Stanyan in dieser Zeit.
Die Arbeit behandelt die schweizerische Neutralitätspolitik, das Söldnerwesen, die militärische Landesverteidigung (Defensional), die Handels- und Zollpolitik sowie spezifische diplomatische Konflikte wie den Neuenburger Erbfolgestreit und den Toggenburgerstreit.
Ziel ist es aufzuzeigen, wie die Eidgenossenschaft ihre Neutralität gegenüber den europäischen Großmächten wahre und welche aktive Rolle die englische Diplomatie bei der Sicherung schweizerischer Interessen spielte.
Die Arbeit basiert primär auf der Auswertung zeitgenössischer Dokumente, insbesondere der eidgenössischen Abschiede (Tagsatzungsprotokolle) sowie diplomatischen Korrespondenzen (z. B. Briefe zwischen Stanyan und Sunderland).
Der Hauptteil gliedert sich in die militärisch-politische Sicherung der Schweiz („Vormauerpolitik“), die Regulierung des Söldnerwesens und eine detaillierte Fallstudie zu Abraham Stanyans diplomatischer Vermittlungstätigkeit in den reformierten Orten und Graubünden.
Schlüsselbegriffe sind Neutralität, Tagsatzung, Defensional, Söldnerwesen, diplomatische Mission, europäisches Gleichgewicht und Aussenpolitik.
Stanyan fungierte als englischer Gesandter, der die Schweizer Protestanten zur Allianz mit den Seemächten drängte, gleichzeitig die Offenhaltung strategisch wichtiger Pässe (z.B. Graubünden) sicherte und eine Vermittlerrolle in internen schweizerischen Konflikten wie dem Neuenburger Erbfolgestreit einnahm.
Diese Politik zielte darauf ab, neutrale Pufferzonen an den Außengrenzen zu schaffen, um die Eidgenossenschaft vor Kriegshandlungen zu verschonen, die Ressourcen der militärisch schwachen Landesverteidigung zu entlasten und den Handel zu sichern.
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