Diplomarbeit, 2008
53 Seiten, Note: 2,0
1 Problemstellung und Vorgehensweise
2 Bezugsrahmen
2.1 Bankbetriebliche Risiken
2.2 Liquiditätsrisiken in Banken
3 Liquiditätsrisikosteuerung als Teil der Gesamtbanksteuerung
3.1 Ziele der Gesamtbanksteuerung und Liquiditätsrisikosteuerung
3.2 Aufsichtsrechtliche Behandlung des Liquiditätsrisikos
3.2.1 Empfehlungen des Baseler Ausschusses zur Liquiditätssteuerung
3.2.2 Liquiditätsrisiken in Zusammenhang mit MaRisk
3.2.3 Liquiditätsverordnung
3.3 Messung und Steuerung von Liquiditätsrisiken
3.3.1 Klassische Ansätze
3.3.2 Neuere Konzepte
3.3.3 Bewertung der Liquiditätssteuerung in der Praxis
3.4 Funding und Liquiditätsausgleich von Banken im Finanzverbund
3.4.1 Liquiditätsrisikosteuerung im genossenschaftlichen Finanzverbund
3.4.2 Liquiditätsrisikosteuerung in der Sparkassen-Finanzgruppe
3.5 Zusammenfassung
4 Fazit
Die Diplomarbeit untersucht die wachsende Bedeutung des Liquiditätsrisikos für Banken und analysiert aktuelle aufsichtsrechtliche Anforderungen sowie moderne Methoden zu dessen Messung und Steuerung in der bankbetrieblichen Praxis.
3.3.2 Neuere Konzepte
Die Ansprüche an das Liquiditätsmanagement sind in den letzten Jahren gestiegen, was zur Folge hatte, dass auch die Konzepte zur Messung erweitert und verfeinert werden mussten.
Der Liquidity at Risk (LaR) dient der kurzfristigen Liquiditätssteuerung einer Bank und stellt den erwarteten Nettofinanzierungsbedarf aus allen Zahlungen einer Bank dar, die mit einer festgelegten Wahrscheinlichkeit in einem bestimmten Zeitraum nicht überschritten werden. Ziel ist, aufgrund der in der Vergangenheit beobachteten täglichen Zahlungsein- und -ausgänge eine statistische Modellierung vorzunehmen und eine Verteilungsfunktion zu bestimmen. Er gilt als Indikator für das dispositive Liquiditätsrisiko.
Beim LaR wird, um potenzielle vorher nicht vorhandene Nettofinanzierungsbedarfe zu schätzen, das Liquiditätsrisiko direkt aus den Zu- und Abflüssen der Zentralbankgelder eines Institutes hergeleitet. Die aufwendige Suche nach Verteilungsannahmen für alle Konten des Institutes wird im Gegensatz zur Liquiditätsablaufbilanz vermieden.
Im Konzept des LaR findet die Extremwertstatistik in Form der Peaks-Over-Threshold (POT)-Methode Anwendung. Dies ist die einzige Methode, mit der bisher noch nicht eingetretenen Risikowerten eine Eintrittswahrscheinlichkeit zugeordnet werden kann. Dieses Verfahren hat folgende Vorteile: Aussagen über Wahrscheinlichkeiten von Extremereignissen sind auch über die vergangenheitsbezogenen Daten hinaus möglich und die Unterstellung von zu geringen Wahrscheinlichkeiten für Ereignisse, die sich in den Verteilungsrändern befinden, kann vermieden werden. Die POT-Methode wird von der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich besonders hervorgehoben.
1 Problemstellung und Vorgehensweise: Einleitung in die Relevanz des Liquiditätsrisikos und Darstellung des Ziels der Arbeit, aufsichtsrechtliche Anforderungen sowie Methoden zur Messung und Steuerung zu beleuchten.
2 Bezugsrahmen: Definition des Risikobegriffs und Kategorisierung bankbetrieblicher Risiken, wobei ein besonderer Fokus auf das Liquiditätsrisiko und dessen spezifische Entstehung aus Fristen- und Losgrößentransformation liegt.
3 Liquiditätsrisikosteuerung als Teil der Gesamtbanksteuerung: Detaillierte Analyse der Zielsetzungen, der aufsichtsrechtlichen Anforderungen durch MaRisk und Liquiditätsverordnung sowie der verschiedenen Mess- und Steuerungskonzepte in der Praxis.
4 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der gestiegenen Bedeutung des Liquiditätsrisikos und der Notwendigkeit für Banken, interne Steuerungssysteme über die regulatorischen Mindestanforderungen hinaus zu implementieren.
Liquiditätsrisiko, Gesamtbanksteuerung, Liquiditätsverordnung, MaRisk, Bankbetriebliche Risiken, Liquiditätsrisikomanagement, Liquiditätsablaufbilanz, LaR, LVar, Finanzverbund, Bankenaufsicht, Zahlungsfähigkeit, Refinanzierung, Fristentransformation, Risikotragfähigkeit
Die Arbeit befasst sich mit dem Liquiditätsrisiko als einem der Kernrisiken von Kreditinstituten und dessen zunehmender Bedeutung in der Banksteuerung vor dem Hintergrund neuer regulatorischer Vorgaben.
Die zentralen Felder umfassen die aufsichtsrechtliche Regulierung, klassische und moderne Methoden der Risikoquantifizierung sowie die Organisation des Liquiditätsmanagements innerhalb von Finanzverbünden.
Das Ziel ist die inhaltliche Auseinandersetzung mit den aktuellen aufsichtsrechtlichen Neuerungen und die Vorstellung praktikabler Methoden zur Messung und Steuerung von Liquiditätsrisiken in der Praxis.
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse sowie der Auswertung empirischer Ergebnisse, insbesondere einer Studie über Liquiditätsmanagement in kleineren Kreditinstituten.
Der Hauptteil analysiert die Ziele der Gesamtbanksteuerung, die aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen (MaRisk, LiqV), Instrumente wie den Liquidity at Risk sowie die Besonderheiten im Finanzverbund.
Charakterisierende Begriffe sind Liquiditätsrisiko, Gesamtbanksteuerung, MaRisk, Liquiditätsverordnung, LaR, LVar und bankinterne Mess- und Steuerungsverfahren.
Die Arbeit hebt die MaRisk als umfassendes Regelwerk hervor, das Liquiditätsrisiken erstmals als eigenständige, wesentliche Risikokategorie definiert, merkt jedoch Unklarheiten bei der Einbindung in das Risikotragfähigkeitskonzept an.
Der Finanzverbund bietet durch zentrale Funktionen Vorteile bei der Liquiditätsbeschaffung, wobei die Arbeit untersucht, wie diese Verbundstrukturen die Eigenständigkeit und Risikowahrnehmung der einzelnen Institute beeinflussen.
Die Öffnungsklausel wird als Chance gewertet, da sie Banken erlaubt, eigene, institutsindividuelle Verfahren zur Liquiditätsmessung anzuwenden, anstatt sich rein auf den formalen Standardansatz zu verlassen.
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