Bachelorarbeit, 2018
51 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Leben und Motive Jürgen Habermas´
3. Nachmetaphysisches Denken nach Habermas
3.1 Selbstverständnis der Philosophie
3.2 Detranszendentalisierung/ Situierung der Vernunft
3.3 Sprache als Weltzugang
4. Die geistige Situation unserer Zeit
4.1 Wiedererstarken der Religionen
4.2 Naturalismus
4.3 Reflexion mit Blick auf die aktuelle Situation
4.3.1 Zur Religion
4.3.2 Zum Naturalismus
5. Bedingungen eines gelingenden Zusammenlebens
5.1. Selbstverständnis des demokratischen Verfassungsstaates
5.2 Das demokratische Verfahren
5.2.1 Voraussetzungen in der postsäkularen Gesellschaft
5.2.2 Normative Voraussetzungen
5.2.3 Kognitive Voraussetzungen
5.3 Verkümmerndes Normbewusstsein
5.4 Religion als Quelle
5.5 Zwischenfazit
6. Konsequenzen für die Theologie
6.1 Aufgeklärte Religion
6.2 Übersetzungsvorbehalte
7. Fazit
Die Arbeit untersucht Jürgen Habermas’ Analyse der zeitgenössischen geistigen Situation, die durch die Spannung zwischen szientistischem Naturalismus und religiösem Fundamentalismus geprägt ist, um daraus Konsequenzen für eine moderne, postsäkulare Theologie abzuleiten.
3.2 Detranszendentalisierung/ Situierung der Vernunft
Mit dieser Ausrichtung der Philosophie hängt ein wichtiger Bestandteil nachmetaphysischen Denkens zusammen: die „Situierung“ der Vernunft. Die „Situierung“ meint eine Detranszendentalisierung. Im Verlauf der Geschichte wurden nach Habermas die Konzepte transzendentaler Vernunft versucht zu detranszendentalisieren.30 Als transzendental werden Instanzen im menschlichen Bewusstsein bezeichnet, die als notwendige Bedingung der Welterschließung betrachtet werden und aller Erfahrung vorausgehend im Menschen verankert sind. Eine solche Konzeption der Philosophie wurde maßgeblich von Kant geprägt. Ein Beispiel einer solchen Instanz ist der Verstand, der ermöglicht, etwas in der Welt zu erkennen.31 Mit einer Detranszendentalisierung ist demnach gemeint, dass die Bedingungen der Erkenntnis nicht mehr in Instanzen, die vor aller Erfahrung des Menschen liegen, gesucht werden.
Von einer solchen Bewusstseinsphilosophie will Habermas absehen. Die Vernunft werde also nicht mehr über beispielsweise Kant´sche apriorische32 Verstandeskategorien und Anschauungsformen definiert.33 Die Bedingungen der Erkenntnis lassen sich nach Habermas erst mit Blick auf die „[s]prach- und handlungsfähigen Subjekte, die sich vor dem Hintergrund einer gemeinsamen Lebenswelt miteinander über etwas in der Welt verständigen […]“34, vernünftig detranszendentalisieren. Die Philosophie habe also eine „[…] in der kommunikativen Alltagspraxis selbst operierende Vernunft […]“35 entdeckt. Das erkennende Subjekt solle sich in der Welt vorfinden, aber diese gleichzeitig auch erzeugen können.
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die Fragestellung ein, Jürgen Habermas' Analyse der geistigen Situation zwischen Naturalismus und religiösem Fundamentalismus theologisch zu bearbeiten.
2. Leben und Motive Jürgen Habermas´: Dieses Kapitel skizziert die biographischen Hintergründe und die Entwicklung der Denkansätze Habermas', insbesondere seine Hinwendung zur Sprachphilosophie.
3. Nachmetaphysisches Denken nach Habermas: Es werden zentrale Grundannahmen vorgestellt, wie die Abkehr von der Bewusstseinsphilosophie und die Bedeutung der Sprache als Weltzugang.
4. Die geistige Situation unserer Zeit: Hier wird das Spannungsfeld zwischen szientistischem Naturalismus und der Revitalisierung religiöser Fundamentalismen analysiert.
5. Bedingungen eines gelingenden Zusammenlebens: Das Kapitel erörtert die Rolle des demokratischen Verfassungsstaates und die notwendige Solidarität zwischen säkularen und religiösen Bürgern in einer postsäkularen Gesellschaft.
6. Konsequenzen für die Theologie: Es wird reflektiert, wie die Theologie auf Habermas' Konzepte reagieren kann, insbesondere in Bezug auf den Dialog von Glauben und Wissen.
7. Fazit: Die Arbeit resümiert die Bedeutung eines toleranten Miteinanders und unterstreicht die Rolle der Religion als wertvolle Ressource für die moderne Gesellschaft.
Jürgen Habermas, nachmetaphysisches Denken, Naturalismus, religiöser Fundamentalismus, postsäkulare Gesellschaft, Detranszendentalisierung, Demokratie, Verfassungsstaat, Religion, Theologie, Intersubjektivität, Sprachphilosophie, Diskurs, Solidarität, Vernunft.
Die Arbeit untersucht das Spannungsfeld zwischen dem szientistischen Naturalismus und religiösem Fundamentalismus, wie Jürgen Habermas es beschreibt, und beleuchtet die Konsequenzen für eine moderne Theologie.
Die Schwerpunkte liegen auf der Sprachphilosophie, der Theorie des demokratischen Verfassungsstaates sowie der Analyse religiöser und naturalistischer Strömungen in der heutigen Zeit.
Das Ziel ist es, auf Basis von Habermas' Theorien die Rolle der Religion in einer modernen, säkularen Gesellschaft zu bestimmen und Möglichkeiten für einen produktiven Dialog zwischen Theologie und Philosophie aufzuzeigen.
Die Arbeit nutzt die Analyse und Interpretation philosophischer und theologischer Texte von Jürgen Habermas sowie relevanter Sekundärliteratur zu seinem Werk.
Der Hauptteil befasst sich mit Habermas’ philosophischen Grundannahmen, der Analyse der "geistigen Situation" unserer Zeit und den notwendigen Bedingungen für ein gelingendes Zusammenleben von säkularen und religiösen Bürgern.
Zentrale Begriffe sind das nachmetaphysische Denken, die postsäkulare Gesellschaft, die Detranszendentalisierung der Vernunft und das kommunikative Handeln.
Der Autor teilt Habermas' Auffassung, dass die Religion als wertvolle Quelle für Sinnstiftung und moralische Intuitionen in der heutigen Gesellschaft eine bedeutende, schützenswerte Rolle spielt.
Der Autor hinterfragt, ob eine Übersetzung religiöser Inhalte in eine säkulare Sprache nicht zum Verlust der ursprünglichen Kraft und Tiefe der religiösen Botschaft führen könnte.
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