Bachelorarbeit, 2021
49 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Der lexikalische Ansatz nach Olsen (1986)
2.1 Interpretation von Komposita
2.1.1 Rektionskomposita
2.1.2 Nicht-Rektionskomposita
2.2 Argumentvererbung und θ-Kriterium
3. Der syntaktische Ansatz
3.1 Der Begriff des Kopfes
3.2 Der syntaktische Ansatz nach Rivet (1999)
3.2.1 Das Empty Category Principle
3.2.2 Die Inkorporationsanalyse
3.2.3 Inkorporationsbeschränkungen
3.3 Der morpho-syntaktische Ansatz nach Siebert (1999)
3.3.1 Nomeninkorporation
3.3.2 Lizenzierungsbedingungen
3.3.3 Argumentvererbung
4. Kritischer Vergleich der Ansätze und eigene Beurteilung
5. Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht Nominalkomposita im Deutschen unter besonderer Berücksichtigung ihrer funktionalen Erscheinungsformen als Rektionskomposita. Ziel ist es, verschiedene linguistische Ansätze zur Erklärung dieser Wortbildungsprozesse kritisch gegenüberzustellen und ihre Plausibilität anhand der Argumentvererbung sowie syntaktischer Restriktionen zu bewerten.
1. Einleitung
Das Phänomen der Erneuerung lässt sich auf der ganzen Welt sowie in unterschiedlichen Bereichen beobachten und das Prinzip dabei ist immer das gleiche; wird festgestellt, dass ein Gegenstand innovativer gestaltet werden kann, wird dieser produziert. Nach genau dem gleichen Prinzip funktioniert die Sprache. Die deutsche Sprache hat kein festes Inventar an Wörtern, welches Sprecher*innen des Deutschen erlernen müssen, um zu kommunizieren. Die Sprache ist ständig in Bewegung und entwickelt sich weiter, denn es kommen fortlaufend neue Wörter hinzu oder bestehende Wörter werden zu einem neuen, komplexen Wort kombiniert. Dieses komplexe Wort entspricht dann entweder der Bedeutung der beiden Bestandteile oder erhält eine Bedeutung, welche dem Wort, unabhängig von den Bedeutungen der beiden Bestandteile, von außen zugeschrieben wird.
Neben völlig neuen Wörtern, die entstehen, um neu aufkommenden Dingen eine Beschreibung zu geben (z.B. Coronaschutzverordnung), ist das Deutsche eine äußerst kompositionsfreudige Sprache. Somit lässt sich feststellen, dass neue Wörter durch die neue Benennung von Dingen und durch die Benennung neuer Dinge entstehen. Die Komposition ist neben der Derivation die wichtigste und produktivste Form der Wortbildung. Das bei einer Komposition entstehende Wort wird als Kompositum bezeichnet und besteht aus der Verbindung zweier oder mehrerer sonst frei vorkommender Morpheme oder Morphemfolgen zu einem zusammengesetzten Wort (vgl. Bußmann 2008: 353).
1. Einleitung: Diese Einführung erläutert die Dynamik der deutschen Wortbildung und definiert das Kompositum als zentrale Form der komplexen Wortbildung.
2. Der lexikalische Ansatz nach Olsen (1986): Das Kapitel thematisiert die Einteilung in Rektions- und Nicht-Rektionskomposita und verbindet die morphologische Analyse mit dem θ-Kriterium.
3. Der syntaktische Ansatz: Hier werden die Theorien von Rivet und Siebert dargestellt, die Inkorporation und Kopfbewegung als syntaktische Mechanismen innerhalb der Nominalkomposition beschreiben.
4. Kritischer Vergleich der Ansätze und eigene Beurteilung: Eine Evaluierung der verschiedenen theoretischen Modelle, die Gemeinsamkeiten und Schwächen hinsichtlich ihrer Vorhersagekraft für grammatische Wortbildungen aufzeigt.
5. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Betrachtung der behandelten linguistischen Ansätze und formuliert den Bedarf an zukünftiger Forschung hinsichtlich ungelöster Ausnahmefälle.
Nominalkomposita, Rektionskomposita, Argumentvererbung, Inkorporation, Kopfbewegung, Theta-Kriterium, Wortbildung, Syntax, Morphologie, Lexikalismus, Generative Grammatik, X-bar-Theorie, Nominalisierung, Klammerparadoxa, Sprachwandel
Die Arbeit analysiert die Strukturen und Bildungsregeln von Nominalkomposita im Deutschen und untersucht, wie diese theoretisch linguistisch erklärbar sind.
Die zentralen Themenfelder umfassen die lexikalische sowie die syntaktische Wortbildungstheorie, insbesondere die Mechanismen der Argumentvererbung.
Ziel ist der kritische Vergleich dreier linguistischer Ansätze, um zu klären, wie Rektionskomposita syntaktisch und morphologisch gebildet werden.
Die Untersuchung basiert auf einer theoretischen Analyse generativer Grammatikmodelle, angewandt auf Daten des deutschen Wortschatzes.
Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung des lexikalischen Ansatzes (Olsen) sowie der syntaktischen und morpho-syntaktischen Ansätze (Rivet, Siebert) inklusive detaillierter Inkorporationsregeln.
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Argumentvererbung, Inkorporation und Rektionskomposita geprägt.
Rivet argumentiert, dass Dativobjekte als syntaktische Adjunkte zu betrachten sind, wodurch eine Inkorporation das 'Head Movement Constraint' verletzen würde.
Siebert nutzt dieses Konzept, um zu erklären, warum bestimmte interne Bestandteile von Komposita nicht mit Pronomen referenziell koindiziert werden können.
Siebert stellt fest, dass nur abstrakte Nomina transparent für die Argumentvererbung sind, während konkrete Nomina hierfür opak wirken.
Rivet geht von einer strikt zyklischen Bewegung aus, während Siebert unter bestimmten Bedingungen, etwa bei abstraktem Zweitglied, auch azyklische Bewegungen zulässt.
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