Bachelorarbeit, 2020
64 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Forschungsstand zu Online-Brokern
2.1 Investitionsverhalten in Deutschland
2.2 Einordnung in der Finanztechnologie
2.3 Angebotsüberblick von Apps
3 Forschungsstand zu Usability
3.1 Usability in User Experience
3.2 Gebrauchstauglichkeit von Smartphone Apps
3.3 Verfahren bei Usability-Untersuchungen
4 Forschungsdesign Usability von Online Brokern
4.1 Heuristische Evaluation Depoteröffnung
4.2 Mehrmethoden-Ansatz Brokernutzung
4.2.1 Pluralistischer Usability Walkthrough
4.2.2 System Usability Scale
4.3 Aufbau des Untersuchungslabors
4.4 Auswahl der Probanden
4.5 Untersuchungsprobe mit zwei Probanden
5 Ergebnisse der Untersuchung
5.1 Auswertung Depoteröffnung
5.2 Auswertung Brokernutzung
6 Handlungsempfehlungen
7 Zusammenfassung und Ausblick
Ziel dieser Bachelorarbeit ist es, die Usability-Probleme bei der Depoteröffnung sowie bei der Nutzung der Smartphone-Apps der Online-Broker Trade Republic, Degiro und Comdirect wissenschaftlich zu analysieren und auf dieser Basis anbieterspezifische Handlungsempfehlungen zur Optimierung der Benutzeroberflächen zu entwickeln.
3.1 Usability in User Experience
Die zugrundeliegenden Kriterien der Bewertung für die Usability, zu Deutsch Gebrauchstauglichkeit, werden in der Ergonomie der Mensch-System-Interaktion definiert unter der DIN EN ISO 9241 Teil 11: „Das Ausmaß, in dem ein Produkt durch bestimmte Benutzer in einem bestimmten Nutzungskontext genutzt werden kann, um bestimmte Ziele effektiv, effizient und zufriedenstellend zu erreichen“ (DIN EN ISO 9241-11, 1999 zitiert aus (Sarodnick & Brau, 2016, S. 37)). Bei der Usability geht es, um den Zeitraum während der Verwendung des Produkts. Es ist erforderlich, einige Begriffe zu definieren, um festzustellen, was bei der Usability untersucht wird. Effektivität bezeichnet die „Genauigkeit und Vollständigkeit“, mit der ein bestimmtes Ziel erreicht werden kann, und wird auf Englisch oft als „doing the right things“ bezeichnet. Angewandt auf die Untersuchung muss also beobachtet werden, ob Ziele in Form von Aufgaben, die sich am Nutzungskontext orientieren, vollständig erledigt werden können. Effizienz stellt den notwendigen Aufwand mit Genauigkeit und Vollständigkeit der Zielerreichung in Relation und wird auch als „doing the things right“ bezeichnet. Hier muss untersucht werden, ob der Aufwand zum Lösen der Aufgaben angemessen für die Zielerreichung ist. Zufriedenstellung umfasst die subjektiven Kriterien. In der Norm ISO 9241-11 ist Zufriedenstellung, als die Freiheit von Beeinträchtigungen und eine allgemein positive Einstellung gegenüber der Systemnutzung definiert.
Die Usability ist an dieser Stelle von der User Experience zu unterscheiden, da diese Begriffe häufig als Synonym verwendet werden. Die DIN EN ISO 9241, 210 definiert User Experience als „Wahrnehmungen und Reaktionen einer Person, die aus der tatsächlichen und/oder der erwarteten Benutzung eines Produkts, eines Systems oder einer Dienstleistung resultieren“ (DIN EN ISO 9241,210, 2019). Durch die Definition und folgende Abbildung 8 wird nochmal deutlich, dass die User Experience umfangreicher als die Usability ist. Die Usability stellt nur einen Teil der User Experience dar. Während die Usability die Erledigung der Aufgaben untersucht, ist die User Experience bezogen auf den „Joy of Use“, also den Spaß während der Nutzung eines Systems oder einer App. Der Nutzer soll also nicht nur effektiv, effizient und zufriedenstellend seine Ziele erreichen, sondern auch Spaß und Freude bei der Benutzung erleben (usability.de, 2021).
1 Einleitung: Einführung in die Problematik der geringen Aktienkultur in Deutschland und Vorstellung des Ziels sowie der Forschungsfragen dieser Arbeit.
2 Forschungsstand zu Online-Brokern: Darstellung des Investitionsverhaltens, der Einordnung von Brokern als FinTechs und ein Marktüberblick über aktuelle Broker-Apps.
3 Forschungsstand zu Usability: Theoretische Definition von Usability und User Experience sowie Erläuterung relevanter Untersuchungsmethoden.
4 Forschungsdesign Usability von Online Brokern: Detaillierte Beschreibung der gewählten Untersuchungsmethoden, des Laboraufbaus und der Probandenauswahl.
5 Ergebnisse der Untersuchung: Präsentation der erhobenen Daten, Lösungszeiten und subjektiven Bewertungen der untersuchten Broker-Apps.
6 Handlungsempfehlungen: Ableitung konkreter Verbesserungsvorschläge für die Gestaltung von Smartphone-Apps basierend auf den identifizierten Problemen.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Fazit der wissenschaftlichen Untersuchung und ein Ausblick auf die zukünftige Bedeutung der Usability in diesem Bereich.
Online-Broker, Usability, User Experience, Depoteröffnung, App-Gestaltung, FinTech, Heuristische Evaluation, Pluralistischer Usability Walkthrough, System Usability Scale, Effizienz, Effektivität, Kundenzufriedenheit, Smartphone-Apps, Investitionsverhalten, Handlungsempfehlungen.
Die Arbeit untersucht die Benutzerfreundlichkeit (Usability) von drei gängigen Online-Broker-Apps auf Smartphones, um Gründe für die teilweise als schwierig empfundene Depoteröffnung und Nutzung zu identifizieren.
Die zentralen Themen sind das Investitionsverhalten von Nicht-Aktionären, die Usability-Grundlagen in der Mensch-Computer-Interaktion sowie die technische Evaluierung von Finanz-Applikationen.
Das primäre Ziel ist es, Usability-Probleme bei der Depoteröffnung und App-Nutzung aufzudecken und daraus fundierte Handlungsempfehlungen für Anbieter zu formulieren, um die Hürden für potenzielle Anleger zu senken.
Es wird ein Mehrmethoden-Ansatz verfolgt: eine heuristische Evaluation durch Experten zur Analyse der Depoteröffnung sowie ein pluralistischer Usability Walkthrough mit Probanden unter Einsatz der System Usability Scale (SUS) für die App-Nutzung.
Der Hauptteil umfasst den theoretischen Forschungsstand, das methodische Forschungsdesign, die detaillierte Auswertung der Probandentests sowie die daraus resultierenden Handlungsempfehlungen für Broker-Anbieter.
Die Arbeit zeichnet sich durch Begriffe wie Usability, Online-Broker, User Experience, Depoteröffnung, heuristische Evaluation und Kundenzufriedenheit aus.
Die Untersuchung konzentrierte sich auf die Apps von Trade Republic, Degiro und Comdirect.
Die Comdirect-App schnitt im Vergleich am schlechtesten ab, da sie Usability-Defizite aufwies, die bei den Probanden zu Frustration führten und bei der System Usability Scale unter dem akzeptablen Grenzwert lagen.
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