Lizentiatsarbeit, 2001
180 Seiten, Note: 6.0
1 DER VIELSCHICHTIGE KONTEXT DER KRISE
1.1 Die Osteuropapolitik der Administration Johnson
1.1.1 Der Weg zur ‚Politik des Brückenbaus’
1.1.2 Die NATO-Krise und Osteuropa
1.2 Der Atomsperrvertrag NPT
1.3 Die Kontrolle des atomaren Rüstungswettlaufs
1.4 Der Weg der Tschechoslowakei zum reformbedürftigen Satelliten
1.5 Die Beziehungen zur Tschechoslowakei vor dem Reformprozess
2 WASHINGTON UND DER ‚PRAGER FRÜHLING’
2.1 Die erste Phase: Januar-Mai 1968 oder ‚Der Frühling’
2.1.1 Der Regierungswechsel zu Dubcek und die ersten Reformen
2.1.2 Die zaghafte erste Reaktion Washingtons
2.1.3 Der Weg zur Politik des ‚low profile’
2.2 Die zweite Phase: Juni-August 1968 oder ‘Der Sommer’
2.2.1 Die Eigendynamik im innern und der Druck von aussen
2.2.2 Die Reformen in der Tschechoslowakei als klassischer Zielkonflikt
2.2.3 Die Eventualplanung für den Fall einer bewaffneten Invasion
2.2.4 Das grosse Fragezeichen: Kommt es zu einer militärischen Intervention?
2.3 Zusammenfassung und Beurteilung
3 DER HÖHEPUNKT DER KRISE
3.1 Die Invasion als gelungene Militäroperation mit politischen Schwachpunkten
3.2 Washington am Abend des 20. August 1968
3.3 Die kurzfristige Antwort der Administration Johnson
3.3.1 Washingtons erste Reaktion gegenüber der Sowjetunion
3.3.2 Die Rolle der USA in der ersten Reaktion der NATO
3.3.3 Washingtons Politik im Rahmen der UNO
3.4 Zusammenfassung und Beurteilung
4 DIE NACHBEBEN DER KRISE UND IHRE FOLGEN
4.1 Die ‚Normalisierung’ und die Folgen der Intervention
4.2 Washingtons Beziehungen zur Tschechoslowakei nach der Invasion
4.3 Die Beziehungen zur Sowjetunion nach dem Höhepunkt der Krise
4.3.1 Der beschwerliche Weg zurück zur Tagesordnung
4.3.2 Das Ende von Johnsons grossen Plänen
4.4 Die Folgen für die Rolle der USA innerhalb der NATO
4.5 Zusammenfassung und Beurteilung
Die vorliegende Arbeit untersucht die politische Strategie der Johnson-Administration während der Krise in der Tschechoslowakei im Jahr 1968. Ziel ist es zu analysieren, wie die US-Regierung den Reformprozess hinter dem ‚Eisernen Vorhang’ wahrnahm und beurteilte, welche Zielsetzungen ihre Politik verfolgte und wie sie auf die bewaffnete Intervention durch die Staaten des Warschauer Paktes reagierte.
3.1 Die Invasion als gelungene Militäroperation mit politischen Schwachpunkten
Die Entscheidung des sowjetischen Politbüros, in die Tschechoslowakei einzumarschieren, ist und war Gegenstand einer ganzen Reihe von Untersuchungen. Besonders der scheinbare Widerspruch zwischen den vermeintlichen Kompromissen von Cierná und Bratislava, dem spürbaren Rückgang der Polemik in der sowjetischen Presse in den ersten Augusttagen und der kurz darauf folgenden Invasion rückte die Frage in den Mittelpunkt, was in diesen Tagen hinter den Kremlmauern geschehen war. Noch bevor nach 1989 in Osteuropa und in der Sowjetunion neue Archivmaterialien zugänglich wurden, erarbeiteten Karen Dawisha und Jiri Valenta - basierend auf Interviews, Presseberichten und Dokumenten der US-Aussenpolitik - Theorien zum Entscheidungsprozess im Politbüro. Kam es in diesen Tagen zu einem eigentlichen Machtkampf zwischen ‚Tauben’ und ‚Falken’? Diese Frage vermochten weder diese Standardwerke der letzten Generation, noch die auf neuen Archivmaterialien beruhenden Publikationen von Mark Kramer und Jan Pauer mit Sicherheit zu beantworten.
Der mit Quellen immer noch sehr schlecht belegbare Tenor in diesem zentralen Punkt lautet so, dass es bezüglich der Art und Weise, wie Moskau auf die Reformen in der Tschechoslowakei reagieren sollte, tatsächlich Meinungsverschiedenheiten gab. Gewichtigstes Argument für eine gewisse kollektive Verunsicherung ist vor allem die Tatsache, dass beinahe das vollständige Politbüro der KPdSU zu den Verhandlungen in Cierná anreiste. Offenbar wurde die Angelegenheit als so delikat angesehen, dass die Entscheidung nicht wenigen Vertretern des Gremiums übertragen werden sollte.
1 DER VIELSCHICHTIGE KONTEXT DER KRISE: Dieses Kapitel spannt den politischen Hintergrund auf, vor welchem die Administration Johnson die Entwicklungen in Osteuropa und das Verhältnis zur Tschechoslowakei sowie die nukleare Rüstungskontrolle beurteilte.
2 WASHINGTON UND DER ‚PRAGER FRÜHLING’: Hier wird die US-Haltung in der frühen Phase der Reformen bis hin zum ansteigenden äußeren Druck untersucht, wobei die „Low Profile“-Strategie Washingtons im Zentrum steht.
3 DER HÖHEPUNKT DER KRISE: Dieser Abschnitt analysiert das Krisenmanagement im Weißen Haus unmittelbar nach der Invasion und die Suche nach einer angemessenen diplomatischen Reaktion auf bilateraler und multilateraler Ebene.
4 DIE NACHBEBEN DER KRISE UND IHRE FOLGEN: Das abschließende Kapitel beleuchtet die Phase der Normalisierung, die Auswirkungen auf die Beziehungen zwischen den Supermächten sowie die langfristigen Folgen für die Rolle der USA innerhalb der NATO.
Johnson-Administration, Prager Frühling, Tschechoslowakei, Warschauer Pakt, Sowjetunion, Bridge Building, Atomsperrvertrag, NPT, SALT, Containment, Kalter Krieg, NATO, Intervention, Normalisierung, Außenpolitik.
Die Arbeit analysiert die politische Strategie der Administration unter Lyndon B. Johnson in Bezug auf die Krise in der Tschechoslowakei und die militärische Intervention der Warschauer-Pakt-Staaten im Jahr 1968.
Die Untersuchung umfasst die allgemeine Osteuropapolitik der USA, das Ringen um nukleare Rüstungskontrolle, die Dynamik innerhalb der transatlantischen Allianz und das diplomatische Handeln während der verschiedenen Eskalationsphasen des Prager Frühlings.
Die Forschungsfrage ist, wie die Administration Johnson die internen Reformen in der Tschechoslowakei wahrnahm, wie sie den Reformprozess beurteilte und welche politischen Strategien sie als Reaktion auf die zunehmende Krise und die spätere Invasion verfolgte.
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf einer umfassenden Auswertung von Primärquellen basiert, darunter neu freigegebene Dokumente, Archivmaterialien der Lyndon B. Johnson Library und offizielle Quellensammlungen wie die FRUS-Serie.
Der Hauptteil gliedert sich chronologisch in die Phasen vor, während und nach der Intervention, wobei jeweils zuerst die Entwicklungen in der Tschechoslowakei skizziert und anschließend die Wahrnehmung und Reaktion der US-Entscheidungsträger analysiert werden.
Zentrale Begriffe sind unter anderem Johnson-Administration, Bridge Building, Prager Frühling, Atomsperrvertrag (NPT), SALT,Containment sowie das außenpolitische Krisenmanagement im Kontext des Kalten Krieges.
Der Autor zeigt auf, dass diese Politik ein ambivalentes Instrument darstellte, das zwar Entspannung anstrebte, aber gleichzeitig den Einfluss der Sowjetunion in Osteuropa zu untergraben suchte, was in der Krise zu einem Zielkonflikt führte.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass die Administration Johnson aufgrund ihrer Priorisierung der bilateralen Beziehungen zur Sowjetunion und der eigenen begrenzten Handlungsmöglichkeiten in der Krise nur sehr zurückhaltend agierte, was ein tatsächliches politisches Eingreifen nahezu unmöglich machte.
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