Diplomarbeit, 2008
99 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
2 Slacklinen
2.1 Historische Entwicklung
2.2 Darstellung und Eigenschaften unterschiedlicher Slacklines
2.2.1 Lowlines
2.2.2 Highlines
2.3 Diskussionsansatz zur Definition des Slacklinens
3 Trendsport
3.1 Gesellschaftliche Veränderungen und ihre Auswirkungen auf den Sport allgemein
3.2 Begriffsproblematik „Trendsport“
3.3 Trends als Metaphern
4 Ansätze und Modelle zur Zuordnung von Sportarten zum Trendsport
4.1 Charakteristische Merkmale von Trendsportarten im Allgemeinen und Slacklinen im Besonderen
4.2 Modelle zur Entwicklung von Trendsportarten
4.2.1 Phasenmodell nach Schwier
4.2.2 Trendsportentwicklung nach Lamprecht und Stamm
4.2.3 Akzeptanz – Kriterien nach Volker Nagel
5 Problemstellung
5.1 Anwendung des Modells von Schwier auf Slacklinen
5.2 Anwendung des Modells von Lamprecht und Stamm auf Slacklinen
6 Untersuchungsdesign
6.1 Explorative Umfrage zum Slacklinen im deutschsprachigen Raum
6.2 Durchführung der Befragung und Auswertung
6.3 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
6.3.1 Soziodemographische Merkmale
6.3.2 Fakten bezüglich Slacklinen
6.3.3 Hintergrundwissen über Slacklinen
6.3.4 Fragen zu Merkmalen eines Trendsports nach Jürgen Schwier
6.3.5 Fragen nach Volker Nagel
6.3.6 Funktionsfragen
6.4 Zusammenfassung der Ergebnisse
7 Zusammenfassung und Ausblick
Die vorliegende Arbeit untersucht das Slacklinen als aufstrebende Bewegungsform und analysiert, ob diese als Trendsportart klassifiziert werden kann. Dabei werden sowohl die historische Entwicklung als auch aktuelle Trendsport-Modelle und empirische Daten zur Nutzerstruktur herangezogen, um den Stellenwert und das Verbreitungspotenzial des Slacklinens zu bewerten.
2.1 Historische Entwicklung
Die historischen Wurzeln des Slacklinens lassen sich auf das Ende der 1970er Jahre zurückverfolgen. Bis dahin balancierten Kletterer schon seit den 60er Jahren im Yosemite Nationalpark in den USA (Kalifornien) zum Zeitvertreib an Ruhe- und Regentagen auf Tauen und Absperrketten an Parkplätzen. Aufgrund des lockeren Durchhangs nannten sie ihr neu entdecktes ‚Sportgerät’ slackchain. Anfangs erschien es den Protagonisten unmöglich auf der lockeren Kette zu laufen. Nach intensivem Üben wurde es zur Routine und die Kletterer suchten sich neue Herausforderungen. Kurze Zeit später wurden die ersten Tricks und Übungselemente entwickelt, wie beispielsweise das Drehen, Hinsetzen, Liegen und auch das Surfen, d.h. stehend auf der Kette hin und her schaukeln (vgl. Müller, 2007, S.3-4).
Scott Balcom, ein junger Kletterer, schreibt in seinem Buch Walk the Line von der Beobachtung zweier junger Männer im Yosemite-Tal im Sommer 1983, die auf einem fix gespannten Stahlseil im Wald balancierten. Seine besondere Aufmerksamkeit galt jedoch nicht dem gespannten Stahlseil, sondern dem daneben gespannten Band, welches die jungen Männer zu Trainingszwecken nutzten. Balcom und sein Freund Chris Carpenter, der ihn begleitete, waren sofort fasziniert von den federnden Eigenschaften des Bandes. Balcom selbst war nach eigenen Aussagen bei dem Versuch, ein Band zum Balancieren zu spannen, gescheitert, daher schienen ihm die Leistungen der beiden unglaublich: „Here was Adam Grosowski and Jeff Ellington with a command over the squirrellyness that made it look like a dance“ (Balcom, 2005, S.114).
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Sportart Slacklinen ein und skizziert die Fragestellung, ob Slacklinen als neuer Trendsport bezeichnet werden kann.
2 Slacklinen: Dieses Kapitel behandelt die Ursprünge und die historische Entwicklung des Slacklinens sowie die Unterteilung in verschiedene Disziplinen.
3 Trendsport: Hier werden gesellschaftliche Hintergründe der Sportentwicklung sowie die theoretische Definition und Problematik des Begriffs „Trendsport“ erörtert.
4 Ansätze und Modelle zur Zuordnung von Sportarten zum Trendsport: Dieses Kapitel verknüpft Slacklinen mit wissenschaftlichen Modellen und Merkmalen zur Bestimmung von Trendsportarten.
5 Problemstellung: Basierend auf den vorherigen Analysen werden hier Hypothesen aufgestellt, die in der empirischen Untersuchung überprüft werden.
6 Untersuchungsdesign: Das Kapitel erläutert die methodische Vorgehensweise der durchgeführten Befragung von Slacklinern und präsentiert sowie interpretiert die Ergebnisse.
7 Zusammenfassung und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengeführt und ein Ausblick auf die zukünftige Bedeutung des Slacklinens gegeben.
Slacklinen, Trendsport, Bewegungsform, Sportwissenschaft, Balancieren, Highline, Lowline, Individualisierung, Trendsportentwicklung, Schwier, Lamprecht und Stamm, Nagel, Community, körperliche Entwicklung, psychische Faktoren.
Die Arbeit analysiert, ob Slacklinen als echte Trendsportart einzustufen ist oder ob es sich um eine kurzlebige Erscheinung handelt.
Die Themen umfassen die Geschichte des Slacklinens, soziologische Trendsport-Theorien und die empirische Untersuchung der Slackliner-Szene.
Die zentrale Frage ist, ob Slacklinen basierend auf wissenschaftlichen Modellen und Kriterien als Trendsport definiert werden kann.
Neben einer theoretischen Analyse sportwissenschaftlicher Literatur wurde eine explorative Online-Befragung unter 102 Slacklinern durchgeführt.
Im Hauptteil werden theoretische Ansätze zur Trendsport-Klassifikation (nach Schwier, Lamprecht, Stamm und Nagel) vorgestellt und auf Slacklinen angewendet.
Slacklinen, Trendsport, Bewegungsform, Balancieren, Highline, Lowline und Community sind die Kernbegriffe.
Highlinen wird als Disziplin betrachtet, die insbesondere die Aspekte der Extremisierung und des psychischen Faktors innerhalb der Trendsporttheorie verdeutlicht.
Slacklinen fördert soziale Interaktion in Gruppen, Konzentrationsfähigkeit sowie die allgemeine psychomotorische Entwicklung der Teilnehmenden.
Die Mehrheit der befragten Slackliner ist zwischen 19 und 29 Jahren alt, mit einem Durchschnittsalter von 26 Jahren.
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