Magisterarbeit, 2008
101 Seiten, Note: 1,6
1. Aufbau und Zielsetzung
2. Nation, Nationalismus und nationale Identität
2.1 Forschungsstand und Literatur
2.2 Etymologie und historische Verwendung von Nation und Nationalismus
2.3 Das Konzept von Nation und Nationalismus in der neueren Nationalforschung
2.3.1 Nationen als Konstrukte
2.3.2 Wille, Kultur, Territorium und Vergangenheit
2.3.3 Nationalismus als politische Ideologie
2.3.4 Grenzziehung durch den Nationalismus
2.4 Die Konstruktion nationaler Identität
2.4.1 Individuelle und kollektive Identität
2.4.2 Nationale Identität
2.4.3 Abgrenzung von nationaler Identität und ethnischer Identität
2.5 Indigene Völker in Lateinamerika und nationale Identität
2.5.1 Definition und Erläuterung
2.5.2 Folklorisierung und Exotisierung
3. Der Einfluss von Sprache auf die nationale Identität
3.1 Sprache und Identität
3.2 Sprache und nationale Identität
3.3 Multilingualität als Herausforderung bei der Konstruktion der nationalen Identität
3.3.1 Sprachminderheiten
3.3.2 Die Bildung einer homogenen Nation bei sprachlicher Heterogenität
3.3.3 Förderung nationaler Identität auf Grundlage der Multilingualität
4. Die Stellung der indigenen Sprachen bei der Bildung der nationalen Identität im postrevolutionären Mexiko
4.1 Mexicanidad und Indigenismus
4.1.1 Indigene Sprachen in der Verfassung von 1917
4.1.2 Bildung als Instrument der Assimilierung
4.1.3 Zahl indigener Sprecher zwischen 1930 und 1970
4.2 Ethnodesarrollo und bilinguale Bildung
4.3 Neuer Indianismus
5. Entwicklung der indigenen Sprachen unter Präsident Fox
5.1 Abgrenzung von offiziellen und nationalen Sprachen
5.2 Zahl indigener Sprecher
5.3 Monolingualität unter den indigenen Sprechern
5.4 Bilingualität unter den indigenen Sprechern
5.5 Analphabetismus unter der indigenen Bevölkerung
5.6 Besondere Entwicklung der indigenen Sprachen in Chiapas
6. Ziele der Regierung Fox hinsichtlich der Integration indigener Sprachen in die nationale Identität Mexiko
6.1 Anrede der indigenen Zuhörer
6.2 Konstruktion der nationalen Identität
6.3 Bedeutung der indigenen Sprachen in der nationalen Identität
6.4 Bewertung der bilingualen Bildung
7. Die rechtliche Anerkennung der indigenen Sprachen
7.1 Die mexikanische Verfassung
7.1.1 Verfassungsreform von 2001
7.2 Ley General de Derechos Lingüísticos de los Pueblos Indígenas (2003)
7.2.1 Kapitel 1: Allgemeine Richtlinien
7.2.2 Kapitel 2: Spezifische Rechte
7.2.3 Kapitel 3: Anordnung, Unterstützung und Koordination der Kompetenzen
7.2.4 Kapitel 4: Schaffung des INALI
7.2.5 Zukunft des LGDLPI
7.3 Reformierung des Ley General de Educación
8. Interkulturelle Universitäten im Rahmen des Programa Nacional de Educación 2001-2006
8.1 Entwicklung des Projekts
8.2 Ziele der interkulturellen Universitäten
8.3 Errichtung unter der Regierung Fox
8.4 Kritik an den interkulturellen Universitäten
8.5 Die Universidad Intercultrural de Chiapas (UNICH)
9. Fazit
Die Arbeit untersucht die Rolle indigener Sprachen bei der Bildung der nationalen Identität Mexikos während der Präsidentschaft von Vicente Fox Quesada (2000–2006) und analysiert, inwieweit bildungspolitische und rechtliche Maßnahmen zur Integration dieser Sprachen in den nationalen Diskurs beitrugen.
Die Konstruktion der nationalen Identität
In seiner Rede am 19. Mai 2003 im Rahmen der Ceremonia de firma del decreto por el que se expide la Ley que crea la Comisión de los Pueblos Indígenas äußert sich Fox wie folgt zur mexikanischen Nation: „[…] es un día en que mi Gobierno reafirma el carácter multiétnico y pluricultural del país […] (Fox 2003). Für Fox setzt sich somit die mexikanische Nation aus vielen Ethnien und Kulturen zusammen. Er bezieht sich auf die Verfassungsänderung im Jahre 1992, die die Multilingualität und Multikulturalität Mexikos anerkennt.
In einer weiteren Rede während der Premiación del 7° Concurso Nacional: Las Narraciones de Niñas y Niños Indígenas am 12. Oktober 2005, erzeugt Fox durch folgende Formulierung ein Gefühl des Zusammenhalts innerhalb der mexikanischen Nation: „[…] todos somos iguales, porque todos somos hermanos y entre hermanos no puede, no debe haber discriminación, injusticia ni faltas de respeto“ (Fox 2005c). Fox unterstreicht, dass alle Mexikaner gleich oder vielmehr Brüder seien, die keiner Diskriminierung, Ungerechtigkeit oder Respektlosigkeit ausgesetzt sein dürfen.
Präsident Fox wollte zwischen der indigenen Bevölkerung, der Gesellschaft und dem mexikanischen Staat ein neues Verhältnis schaffen: „[…] para afianzar una nueva relación entre los pueblos indígenas, la sociedad y el Estado mexicano […] (Fox 2003). Es ist anzunehmen, dass es ihm um das Durchdringen der Grenzziehungen zwischen diesen Gruppen geht. Das asymmetrische Verhältnis zwischen den Akteuren soll nicht die mexikanische Nation prägen, sondern alle sollen gleichermaßen die nationale Identität bestimmen. Indirekt geht er auf die Forderungen der EZLN ein, die eine andere Nation verlangen, die auf pluraler Demokratie basiert (siehe Abschnitt 4.3).
1. Aufbau und Zielsetzung: Diese Einführung erläutert die Forschungsfrage hinsichtlich der Integration indigener Sprachen in die mexikanische nationale Identität unter der Ära Fox.
2. Nation, Nationalismus und nationale Identität: Dieses Kapitel liefert den theoretischen Bezugsrahmen, um Begriffe wie Nation, Nationalismus und die Konstruktion kollektiver Identitäten soziologisch zu verorten.
3. Der Einfluss von Sprache auf die nationale Identität: Hier wird der theoretische Zusammenhang zwischen Sprache als identitätsstiftendem Merkmal und den Herausforderungen von Mehrsprachigkeit für Nationalstaaten dargelegt.
4. Die Stellung der indigenen Sprachen bei der Bildung der nationalen Identität im postrevolutionären Mexiko: Das Kapitel beleuchtet das historische Erbe des Assimilationsdrucks und den Wandel vom alten Indigenismus zum neu aufkommenden Indianismus.
5. Entwicklung der indigenen Sprachen unter Präsident Fox: Analyse der statistischen Daten zur sprachlichen Situation in Mexiko unter Fox, inklusive dem Rückgang der Monolingualität und der Rolle Chiapas.
6. Ziele der Regierung Fox hinsichtlich der Integration indigener Sprachen in die nationale Identität Mexiko: Eine Untersuchung von Fox' Reden, um seine Ziele hinsichtlich der Anerkennung und Förderung indigener Sprachen zu erhellen.
7. Die rechtliche Anerkennung der indigenen Sprachen: Darstellung und Analyse des LGDLPI (2003) sowie der relevanten Verfassungsreformen unter der Regierung Fox.
8. Interkulturelle Universitäten im Rahmen des Programa Nacional de Educación 2001-2006: Kritische Betrachtung der staatlich initiierten interkulturellen Hochschulbildung am Beispiel der UNICH.
9. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Fortschritte und Mängel der Regierung Fox in Bezug auf die Integration indigener Sprachen und die wirtschaftliche Realität der indigenen Bevölkerung.
Mexiko, Vicente Fox, Indigene Sprachen, Nationale Identität, Indigenismus, Multilingualität, Bilinguale Bildung, LGDLPI, EZLN, Interkulturalität, Integration, Assimilierung, Sprachpolitik, Nation, Ethnie.
Die Arbeit analysiert die sprach- und bildungspolitischen Bemühungen der mexikanischen Regierung unter Präsident Vicente Fox, indigene Sprachen in die nationale Identität des Landes zu integrieren.
Die zentralen Themen sind nationale Identitätskonstruktion, Sprachpolitik, Indigenismus, bilinguale Erziehung und die rechtliche Anerkennung indigener Rechte in Mexiko.
Die Arbeit untersucht, ob die Regierung Fox der indigenen Bevölkerung durch spezifische Bildungsprogramme und rechtliche Reformen tatsächlich ermöglichte, ihre Sprachen und Identitäten in die nationale mexikanische Identität einzubringen.
Die Autorin nutzt eine theoretische Aufarbeitung der Nationalforschung (u.a. Anderson, Gellner, Smith), analysiert amtliche Statistiken (INEGI) sowie politische Reden von Präsident Fox und evaluiert Gesetzeswerke (LGDLPI).
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Begriffsarbeit, die historische Einbettung des postrevolutionären Mexikos, eine Analyse der Datenlage unter der Regierung Fox sowie eine Untersuchung rechtlicher Maßnahmen und des Modells der interkulturellen Universitäten.
Die wichtigsten Schlüsselbegriffe sind: Indigene Sprachen, Mexikanische Identität, Bilinguale Bildung, Interkulturalität, LGDLPI und Integration.
Chiapas wird als Fallbeispiel angeführt, da es einen hohen Anteil indigener Sprecher aufweist, das Zentrum des EZLN-Widerstands war und durch ein autonomes Bildungssystem eine Vorreiterrolle bei der Erhaltung autochthoner Sprachen einnimmt.
Es wird als wichtigster sprachpolitischer Schritt unter Fox gewertet, da es die Rechte der indigenen Völker rechtlich verankert, obwohl die Umsetzung in der Praxis aufgrund finanzieller und ideologischer Hürden in den Bundesstaaten lückenhaft bleibt.
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