Diplomarbeit, 2007
60 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
1.1 Die Volkswirtschaftslehre
1.1.1 Die Mikroökonomie
1.1.2 Die Makroökonomie
1.2 Die Spieltheorie
1.3 Motivation
1.4 Überblick
2 Wichtige Modelle der Wachstumstheorie
2.1 Das Solow-Modell
2.1.1 Definition und Grundannahmen
2.1.2 Die Produktionsfunktion
2.1.3 Die Herleitung der Wachstumsraten
2.1.4 Das Wachstumsgleichgewicht - Der "Steady-State"
2.2 Das Lucas-Uzawa-Modell
2.2.1 Kritik am Solow Modell
2.2.2 Die Nutzenfunktion
2.2.3 Einleitung und Modellannahmen
2.2.4 Die Produktionsfunktion
2.2.5 Das Optimierungsproblem
2.2.6 Die Wachstumsraten der Modellgrößen
2.2.7 Der Steady-State
2.2.8 Interpretation der Ergebnisse
3 Die Simulation
3.1 Das Lucas-Uzawa-Modell in der Simulation
3.1.1 Die Modellannahmen
3.1.2 Initialisierung der Parameter
3.1.3 Gesetzmäßigkeiten in der Simulation
3.1.4 Die Berechnung von cons
3.1.5 Die Berechnung von invh
3.1.6 Die Berechnung von invk
3.1.7 Die optimale Entscheidung
3.2 Die Bedienung der Simulation
3.2.1 Das Simulationsinterface
3.2.2 Die Steuerung
3.2.3 Die Grafik "BSP"
3.2.4 Die Grafik "Inputfaktoren"
3.2.5 Die Grafik "Beschäftigung"
3.2.6 Der Aktionsraum
4 Ergebnisse
4.1 Deterministische Parameterdefinitionen
4.1.1 Das Parameterset x1
4.1.2 Die Bedeutung der Parameter
4.1.3 Die Simulation unter x1
4.2 Sensitivitätsanalysen
4.2.1 Parameter A
4.2.2 Parameter B
4.2.3 Parameter α
4.2.4 Parameter θ
4.2.5 Parameter σ und δ
4.2.6 Parameter ρ
4.3 Stochastische Simulation
4.3.1 Das Parameterset x11
4.3.2 Die Simulation unter x11
4.4 Schocks
4.5 Zusammenfassung der Ergebnisse
5 Ein modifiziertes Lucas-Uzawa-Modell
5.1 Modifikation der Gleichungen
5.2 Anpassung der Simulation
5.2.1 Die Berechnung von invh
5.3 Ergebnisse der deterministischen Simulation
5.4 Sensitivitätsanalyse
5.5 Auswirkungen der Modifikation
6 Erkenntnisse
6.1 Konklusion
6.2 Ausblick
7 Anhang
7.1 Quellcode der Simulation
7.2 Literaturverzeichnis
Die Diplomarbeit zielt darauf ab, die theoretische Lücke zwischen Mikroökonomie und Makroökonomie durch den Einsatz spieltheoretischer Methoden zu schließen. Dabei wird eine Simulationsumgebung geschaffen, in der eine Population rationaler Agenten nach dem Lucas-Uzawa-Modell ökonomisch agiert, um das Wirtschaftswachstum endogen zu erklären und die Stabilität des Modells unter verschiedenen Bedingungen zu prüfen.
2.2.8 Interpretation der Ergebnisse
Der Steady-State-Wert für u* - also jener Anteil des Humankapitals, der in die Sachgüterproduktion eingeht - ist umso höher, je höher die Zeitpräferenzrate ρ der Haushalte ist. Ohne weitere Annahmen oder Restriktionen kann über das Verhalten von u* bezüglich einer Variation der anderen Parameter nichts ausgesagt werden. So erhöht eine steigende Abschreibungsrate δ die Höhe von u*, wenn θ < 1 ist - in diesem Fall ist die Aversion der Haushalte, Konsum in zukünftige Perioden zu verlegen, nicht sehr groß. Ein Anstieg des Effizienzparameters B würde in diesem Fall einen höheren Einsatz von Humankapital nach sich ziehen.
Insgesamt wird im Lucas-Uzawa-Modell ein dauerhaftes Wachstum der Pro-Kopf-Größen durch die Bildung von Humankapital erklärt. Bei einem geringen Wert von K/H ist Sachkapital relativ knapp, während Humankapital reichlich vorhanden ist. Die Grenzproduktivität von Humankapital im Sachgütersektor ist relativ gering, was wiederum einen höheren Anreiz schafft, Humankapital im Bildungssektor einzusetzen, um in späteren Perioden ein höheres Wachstum zu erzielen. Ist hingegen der Wert von K/H groß, gibt es nur geringes Humankapital im Vergleich zum Sachkapital. Daraus folgt, dass die Grenzproduktivität des Humankapitals im Gütersektor hoch ist und nur ein geringer Anreiz besteht, Humankapital zur Bildung von Humankapital einzusetzen.
Mit diesen Erkenntnissen hilft das Lucas-Uzawa-Modell, das deutsche Wirtschaftswunder nach dem 2. Weltkrieg und die Armutsfalle in Entwicklungsländern zu erklären:
Nach dem 2. Weltkrieg war in Deutschland ein großer Teil des Sachkapitals - etwa Infrastruktur und Produktionsanlagen - zerstört, während Humankapital reichlich vorhanden war. Durch Zufluss von Sachkapital von außen (Wiederaufbauhilfen), wurde in kurzer Zeit ein enormes Wirtschaftswachstum erzielt. In Entwicklungsländern hingegen, die in den letzten Jahrzehnten ebenfalls einen Zufluss von Sachkapital erfahren haben, scheinen diese Zuflüsse kaum nachhaltige Folgen auf das Wirtschaftswachstum zu haben. Der Schlüssel liegt laut Lucas-Uzawa im zu geringen Ausmaß von Humankapital, das in diesen Ländern vorhanden ist. In Entwicklungsländern kommt, wegen der hohen Grenzproduktivität des wenig vorhandenen Humankapitals hinzu, dass die Wirtschaftsteilnehmer, die über ein hohes Maß an Humankapital verfügen, dieses eher in der gut entlohnten Sachgüterproduktion als in der schlecht entlohnten Fort- und Weiterbildung einsetzen.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die mikro- und makroökonomischen Grundlagen ein und erläutert die Motivation, diese durch spieltheoretische Simulationen zu verknüpfen.
2 Wichtige Modelle der Wachstumstheorie: Hier werden das Solow-Modell und das Lucas-Uzawa-Modell theoretisch hergeleitet und ihre Wachstumsdynamiken im Steady-State analysiert.
3 Die Simulation: Dieses Kapitel beschreibt die technische Umsetzung des Lucas-Uzawa-Modells in einer Multi-Agenten-Umgebung sowie die Entscheidungsalgorithmen der Agenten.
4 Ergebnisse: Es werden die Resultate der Simulation bei deterministischen und stochastischen Parametern präsentiert und Sensitivitätsanalysen durchgeführt.
5 Ein modifiziertes Lucas-Uzawa-Modell: Hier wird das ursprüngliche Modell um fallende Grenzerträge der Humankapitalakkumulation erweitert, um eine realistischere Dynamik abzubilden.
6 Erkenntnisse: Das abschließende Kapitel interpretiert die Simulationsergebnisse und leitet wirtschaftspolitische Implikationen ab.
7 Anhang: Enthält den vollständigen Quellcode der Simulation sowie ein detailliertes Literaturverzeichnis.
Lucas-Uzawa-Modell, Spieltheorie, Multi-Agenten-Simulation, Wirtschaftswachstum, Humankapitalakkumulation, Steady-State, Sensitivitätsanalyse, Nutzenmaximierung, NetLogo, endogenes Wachstum, Produktionsfunktion, Bildungssektor, Kapitalintensität, ökonomische Modellierung, Innovationsdynamik
Die Arbeit untersucht, wie das Lucas-Uzawa-Wachstumsmodell durch spieltheoretische Simulationen abgebildet werden kann, um Wirtschaftswachstum endogen zu erklären.
Die zentralen Themen sind Wachstumstheorie, Humankapitalbildung, die Interdependenz zwischen Mikro- und Makroökonomie sowie die agentenbasierte Modellierung.
Ziel ist es, die Gültigkeit der Modellaussagen des Lucas-Uzawa-Modells durch eine heterogene Population spieltheoretisch agierender Agenten zu überprüfen und dabei auf mathematisch exakte, oft instabile Gleichgewichtsresultate zu verzichten.
Es wird eine computergestützte spieltheoretische Simulation in der Software NetLogo3d verwendet, die das Verhalten von Wirtschaftssubjekten auf Basis diskreter Nutzenoptimierung nachbildet.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Fundierung des Solow- und Lucas-Uzawa-Modells, den Aufbau der Simulation, die Auswertung zahlreicher Parametersets sowie eine Modifikation des Modells zur Berücksichtigung sinkender Grenzerträge bei der Bildung.
Wichtige Begriffe sind Lucas-Uzawa-Modell, Spieltheorie, Humankapital, Agentenbasierte Simulation, Steady-State und endogenes Wachstum.
Die Agenten optimieren ihren Nutzen über einen endlichen, veränderlichen Zeithorizont, wobei sie ihr Verhalten – etwa durch verstärktes Sparen oder Lernen – basierend auf den vergangenen Entscheidungen ihrer Umgebung anpassen.
Das ursprüngliche Modell basiert auf einer linearen Humankapitalakkumulation ohne fallende Grenzerträge. Die Modifikation führt fallende Grenzerträge ein, um die Realität besser abzubilden und das Modell stabiler gegenüber exogenen Schocks zu machen.
Die Arbeit zeigt, dass das Modell extrem sensitiv auf Änderungen der Bildungseffizienz (Parameter B) reagiert, was die hohe Bedeutung eines funktionierenden Bildungssektors für langfristiges Wachstum unterstreicht.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

