Bachelorarbeit, 2021
34 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 „Die Eröffnung des Reichstages am 25. Juni 1888“
2.1 Bildbeschreibung
2.2 Einordnung in den historischen Kontext
2.3 Interpretation
2.4 Vergleich der beiden Fassungen
3 Fazit
Die Arbeit analysiert die künstlerischen Unterschiede zwischen der ersten Farbskizze von 1888 und der monumentalen Endfassung des Gemäldes „Die Eröffnung des Reichstages am 25. Juni 1888“ von Anton von Werner. Ziel ist es, aufzuzeigen, inwieweit die politischen Ereignisse zwischen der Entstehung der beiden Fassungen – insbesondere die Entlassung Otto Fürst zu Bismarcks 1890 – die gestalterische Darstellung der Personen und Symbole beeinflussten.
2.4.2. Analyse der Darstellung Bismarcks
Die bedeutendste Veränderung zwischen den Gemälden stellt die Figur des Otto Fürst zu Bismarck dar. In der Farbskizze (Abb. 2) steht er dicht an den Stufen zum Kaiserthron, unterhalb des Kaisers und zu seiner linken Seite. Aus Betrachteransicht wirke es, als stehe Bismarck hinter Wilhelm II. und unterstütze ihn bildlich. Nachdem der ehemalige Reichskanzler in der Endfassung (Abb. 1) in die Mitte des Bildes und damit links neben den Kaiser gerückt ist, bleibt ebendiese Unterstützung aus.
Die erste Fassung zeigt Bismarck vollständig im Profil, dessen Blick am Kaiser vorbei auf die linke Bildseite gerichtet ist. 1893 besitzt er dieselbe Blickrichtung, hat seinen Oberkörper jedoch leicht dem linken Hintergrund zugewendet. Während sich Wilhelm II. zu dreiviertel dem Vordergrund zudreht, zeigt die Körperausrichtung des ehemaligen Reichskanzlers in die gegensätzliche Richtung und verbildlicht den Konflikt zwischen ihnen.
Während sich Bismarck in der Farbskizze an der Seite des Kaisers und der Staatssekretäre befand, steht er 1893 alleine in der Bildmitte und mit Abstand zu beiden Seiten. Mit Bismarcks Positionierung wird seine Isolation, die aus dem Konflikt mit Wilhelm II. und seiner anschließenden Entlassung 1890 resultierte, dargestellt. Nachdem ihn weder Zentrum, Nationalliberale oder alte Kartellparteien unterstützten, verließ er sein Amt als von allen Seiten verlassener Mann. Seine Position zwischen den beiden Bildseiten spiegelt folglich seine damalige Situation wieder.
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in das Thema ein, skizziert den historischen Anlass der Gemäldeerstellung und erläutert die methodische Vorgehensweise sowie die genutzten Quellen.
2 „Die Eröffnung des Reichstages am 25. Juni 1888“: Dieses Hauptkapitel umfasst die detaillierte Bildbeschreibung, die Einordnung in den historischen Kontext, die Interpretation der dargestellten Szene sowie den vergleichenden Analyseteil der beiden Gemäldefassungen.
3 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse der Untersuchung zusammen und reflektiert die Rolle der zeitgenössischen Quellen und Memoiren bei der Analyse der künstlerischen Absichten.
Anton von Werner, Wilhelm II., Otto Fürst zu Bismarck, Reichstagseröffnung, Historische Malerei, Bildanalyse, Politische Ikonographie, Machtverhältnisse, Ludwig Windthorst, Staatszeremoniell, Kaiserreich, Farbskizze, Endfassung, Entlassung Bismarcks, Monarchie.
Die Arbeit untersucht die künstlerischen und symbolischen Unterschiede zwischen zwei Gemäldefassungen von Anton von Werner, die den gleichen historischen Moment zeigen, aber durch eine fünfjährige Entstehungszeit unterschiedliche politische Kontexte widerspiegeln.
Im Zentrum stehen die bildliche Darstellung des politischen Zeremoniells im Deutschen Kaiserreich, die Bedeutung von Machtsymbolik und die visuelle Aufarbeitung des Machtwechsels zwischen Wilhelm II. und Bismarck.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, wie die politische Krise und die anschließende Entlassung Bismarcks im Jahr 1890 die gestalterischen Entscheidungen des Künstlers bei der Überarbeitung der Skizze zur Endfassung beeinflusst haben.
Die Arbeit nutzt eine kunsthistorische Bildanalyse, ergänzt durch den Abgleich mit zeitgenössischen schriftlichen Quellen wie Zeitungsberichten und den Memoiren des Künstlers Anton von Werner.
Der Hauptteil gliedert sich in eine visuelle Bildbeschreibung, die historische Kontextualisierung der Ereignisse sowie eine vergleichende Analyse der Darstellung von Bismarck, Wilhelm II. und der herrschaftssymbolischen Details.
Die wichtigsten Begriffe umfassen den Künstler Anton von Werner, Kaiser Wilhelm II., den Reichskanzler Bismarck, das deutsche Kaiserreich, politisches Zeremoniell sowie die ikonografische Bildanalyse.
Die Arbeit legt dar, dass Windthorst als bedeutender Gegenspieler Bismarcks eingefügt wurde, um die Unterbesetzung der Zentrumspartei auszugleichen und möglicherweise ein „vollständigeres“ Bild des Reichstags zu zeichnen, was indirekt die Stellung Bismarcks schwächte.
Die Änderung des Reichsadlers dient als zeitlicher Indikator, da das offizielle heraldische Symbol Ende 1888 durch Wilhelm II. angepasst wurde und somit als Beweis für die zeitliche Distanz zwischen der ersten Farbskizze und der Fertigstellung des Gemäldes 1893 fungiert.
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