Bachelorarbeit, 2021
35 Seiten, Note: 2,1
1 Einleitung
2 Theoretische Grundlagen und Entwicklung der Bindungsforschung
2.1 Theoretische Grundlagen
2.2 Die Entwicklungsphasen der Bindungsforschung
2.2.1 John Bowlby: Die Formulierung der Bindungstheorie
2.2.2 Mary Ainsworth: Die Identifizierung der Bindungsmuster
2.2.3 Mary Main: Die Entwicklung der inneren Arbeitsmodelle
2.2.4 Bindung im Gesellschaftlichen Kontext: Eine 4 Phase?
3 Das Konzept der Inneren Arbeitsmodelle
3.1 Konzeption Innerer Arbeitsmodelle
3.2 Differenzierung Innerer Arbeitsmodelle
3.2.1 Sicher-gebundenes Arbeitsmodell
3.2.2 Unsicher-distanzierendes Arbeitsmodell
3.2.3 Unsicher-präokkupiertes Arbeitsmodell
3.2.4 Unsicher-desorganisiertes Arbeitsmodell
3.3 Aktueller Forschungsstand Innerer Arbeitsmodelle
3.4 Künftige Forschungsperspektiven
4 Das Adult Attachment Interview als Instrument zur Erfassung Innerer Arbeitsmodelle
4.1 Grundlagen des Adult Attachment Interview
4.2 Interviewdurchführung
4.3 Interviewauswertung
4.3.1 Kohärenz als zentrale Bedeutung in der Auswertung des AAI
4.4 Aktueller Forschungsstand zum AAI
5 Ausgewählte Diskussionen zur Bedeutung Innerer Arbeitsmodelle für die Entwicklung von Bindungsqualität und Kompetenzen im Erwachsenenalter
5.1 Diskussion 1: Komplexität Innerer Arbeitsmodelle
5.2 Diskussion 2: Kulturelle Universalität Innerer Arbeitsmodelle
5.3 Diskussion 3: Bedeutung von Gesellschaft und Geschichte auf die Entwicklung Innerer Arbeitsmodelle
5.4 Diskussion 4: Bedeutung Innerer Arbeitsmodelle im Erwachsenenalter
5.5 Diskussion 5: Zusammenhang Innerer Arbeitsmodelle und psychischer Gesundheit im Erwachsenenalter
6 Fazit
Die vorliegende Arbeit gibt einen fundierten Überblick über den aktuellen Stand der bindungstheoretischen Erkenntnisse in Bezug auf innere Arbeitsmodelle bei Erwachsenen. Das primäre Ziel ist es, die Bedeutung des Adult Attachment Interviews (AAI) als zentrales Instrument zur Erfassung dieser Modelle aufzuzeigen und die Relevanz der Bindungsforschung für die menschliche Persönlichkeitsentwicklung und das soziale Zusammenleben darzulegen.
3.1 Konzeption Innerer Arbeitsmodelle
John Bowlby, der Gründungsvater der Bindungstheorie, beschreibt das Konzept der inneren Arbeitsmodelle wie folgt: „Wie Personen denken, fühlen und handeln, wird von ihrer inneren Welt beeinflusst, durch die Art, wie sie Ereignisse, die sie erfahren, wahrnehmen, gestalten und strukturieren. Die zentrale Aufgabe einer Person während ihrer individuellen Entwicklung ist die nie endende, stets aktive Wechselbeziehung zwischen Innen und Außen und die Weise, wie diese sich beständig gegenseitig beeinflussen, nicht nur in der Kindheit, sondern auch im Leben von Jugendlichen und Erwachsenen.“ (Bowlby 1988, 1)
Die deutsche Bindungsforscherin Elisabeth Fremmer-Bombik sieht die Entwicklung von Bindungsrepräsentationen in einem wechselseitigen Zusammenspiel zwischen dem Bindungsverhalten des Säuglings und der Bezugsperson. Säuglinge sind von Geburt an mit bestimmten Verhaltensweisen (weinen, schreien, …) ausgestattet, welche das Ziel verfolgen die Nähe zur Bezugsperson aufrechtzuerhalten. Das Bindungsverhalten der Bezugsperson zum Säugling arbeitet komplementär zum Verhalten des Säuglings, der Wachstum beider Systeme findet in einer bestimmten, fein justierten Abfolge statt, in welcher das Kind eine sichere Basis für die Erkundung seiner Umwelt entwickelt. Diese wechselseitige Entwicklung ist wichtig für die Identitätsbildung, sogenannte innere Arbeitsmodelle, dessen Hauptfunktion die Simulationen der realen Welt ist. Je abgestimmter die inneren Arbeitsmodelle arbeiten, desto größer ist die Übereinstimmung von Simulation und Realität und damit verbunden die Anpassungsfähigkeit des Individuums an die Realität. (vgl. Spangler & Zimmermann 2019, 109ff.)
Ähnlich beschreibt auch der deutsche Psychoanalytiker Karl Heinz Brisch die Bedeutung des Bindungssystems zur Entwicklung des eigenen Seins und Werdens. Das System beinhaltet laut Brisch das Bindungsverhaltenssystem und das Explorationsverhaltenssystem, eine Wechselseitigkeit Bindung und Exploration zwischen dem Kind und dessen Bindungsperson. Die Bindungsperson ist für ihn von zentraler Bedeutung für eine gesunde psychische und physische Entwicklung. Sie sollte eigene traumatische Erfahrungen verarbeitet haben um dem Kind als sicher-autonome Bindungsperson zur Verfügung zu stehen. Eigenschaften wie Feinfühligkeit, Empathie und emotionale Verfügbarkeit weisen auf eine sicher-autonome Bindung hin, sowie auch die Fähigkeit zur Mentalisierung, d.h. die Fähigkeit zur Selbstreflexion und Abgrenzung eigener Gefühle und Bedürfnisse vom Kind. Eine sicher-autonome Bindungsentwicklung bildet für Brisch die Grundlage für eine stabile Persönlichkeitsentwicklung, psychische Widerstandskraft und die Fähigkeit sich in einer sozialen Gruppe, der Gesellschaft, einzugliedern. (vgl. Brisch & Hellbrügge 2020, 350ff.)
1 Einleitung: Einführung in die Bedeutung der Bindungstheorie und die Zielsetzung der Arbeit, das Verständnis für die eigene Innenwelt und die Mentalisierungsfähigkeit zu fördern.
2 Theoretische Grundlagen und Entwicklung der Bindungsforschung: Überblick über die Ursprünge der Bindungstheorie durch John Bowlby und die wissenschaftliche Weiterentwicklung durch Mary Ainsworth und Mary Main.
3 Das Konzept der Inneren Arbeitsmodelle: Detaillierte Darstellung der Funktionsweise und Differenzierung verschiedener Bindungsstile sowie die aktuelle Relevanz für das Erwachsenenalter.
4 Das Adult Attachment Interview als Instrument zur Erfassung Innerer Arbeitsmodelle: Beschreibung des AAI als zentrales Diagnoseinstrument, einschließlich der Durchführung, Auswertung und der Rolle des Kriteriums der Kohärenz.
5 Ausgewählte Diskussionen zur Bedeutung Innerer Arbeitsmodelle für die Entwicklung von Bindungsqualität und Kompetenzen im Erwachsenenalter: Kritische Auseinandersetzung mit der Komplexität, Kulturalität, historischen Einflüssen und dem Zusammenhang mit psychischer Gesundheit.
6 Fazit: Zusammenfassende Reflexion über die Ergebnisse und den Stellenwert der Bindungsforschung sowie Ausblick auf zukünftige Forschungsnotwendigkeiten.
Bindungstheorie, Innere Arbeitsmodelle, Adult Attachment Interview, AAI, Bindungsklassifikation, Mentalisierung, Resilienz, Bindungsrepräsentationen, Psychologie, Entwicklung, Persönlichkeitsentwicklung, Kohärenz, transgenerationale Weitergabe, psychische Gesundheit, Bindungsforschung.
Die Arbeit behandelt die bindungstheoretischen Grundlagen und Erkenntnisse zur Erfassung innerer Arbeitsmodelle bei Erwachsenen, wobei der Schwerpunkt auf der Anwendung und Bedeutung des Adult Attachment Interviews liegt.
Zentrale Felder sind die Geschichte und Entwicklung der Bindungsforschung, die Konzeption und Klassifikation innerer Arbeitsmodelle sowie die methodische Umsetzung der Bindungsdiagnostik im Erwachsenenalter.
Das primäre Ziel ist es, einen wissenschaftlich fundierten Überblick über die Relevanz innerer Arbeitsmodelle zu geben und aufzuzeigen, wie diese die Persönlichkeit, soziale Kompetenzen und psychische Gesundheit beeinflussen.
Im Zentrum steht das Adult Attachment Interview (AAI) als strukturiertes und international anerkanntes Instrument zur Erhebung bindungsrelevanter Repräsentationen bei Erwachsenen.
Der Hauptteil analysiert die theoretischen Konzepte hinter Bindungsmustern, führt in die Methodik des AAI ein, erläutert die Auswertungskriterien und diskutiert aktuelle Forschungsergebnisse sowie Herausforderungen in diesem Fachgebiet.
Die Arbeit zeichnet sich durch einen interdisziplinären Ansatz aus, der sowohl theoretische psychologische Konzepte als auch klinische Anwendungsmöglichkeiten der Bindungsforschung miteinander verbindet.
Kohärenz ist das zentrale Kriterium, um sicher-autonome Bindungsrepräsentationen zu identifizieren, da es den sinnhaften und reflektierten Zusammenhang zwischen kindlichen Bindungserfahrungen und der heutigen Sichtweise beschreibt.
Im Gegensatz zu anderen Interviews ist beim AAI eine streng festgelegte Reihenfolge der Fragestellung zwingend erforderlich, um die unbewussten Verarbeitungs- und Organisationsstrategien der Bindungsrepräsentationen korrekt erfassen und auswerten zu können.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

