Diplomarbeit, 2008
85 Seiten, Note: 1,0
1. Ökonomen und Philosophen - philosophische Implikationen ökonomischer Modelle
2. Thomas Hobbes: wirtschaftliche Entwicklung und der philosophische Freiheitsbegriff seit der Aufklärung
3. Milton Friedman – Freiheit in Zeiten der sozialistischen Alternative
3.1 Kapitalismus und Freiheit
3.2 J.S. Mill und A. Smith – Urväter des Individualismus, des Marktes und der Freiheit
3.3 R. Nozick – Die Suche nach einer Grenze staatlicher Autorität
3.4 Free to Choose
3.5 Isaiah Berlin – Der Begriff der Freiheit im 20. Jahrhundert
3.6 Determinismus – Wie frei sind wir eigentlich?
4. David Friedman – Freiheit konsequent: Anarchismus
4.1 Konzeption des Libertarismus in MF
4.2 J. Locke – Freiheit und Eigentum
4.3 J.C. Lester – Freiheit gleich Minimierung von Zwang
4.4 Murray N. Rothbard – Eine Ethik der Freiheit
4.5 Tyler Cowens Kritik an Friedman – Probleme der Stabilität und Monopolisierung
5. Versuch einer Wertung – Das Zuwenig; das Zuviel; ein „Genug“?
5.1 Das Zuwenig – Der optimistische Ansatz
5.2 Das Zuviel – Der pessimistische Ansatz
5.3 Das Genug – Existiert eine Goldlöckchen-Lösung?
Die vorliegende Arbeit untersucht die philosophischen Implikationen der wirtschaftstheoretischen Konzepte von Milton Friedman und seinem Sohn David Friedman. Ziel ist es, durch eine Gegenüberstellung dieser beiden Ansätze – des klassischen Liberalismus beim Vater und des konsequenten Anarcho-Kapitalismus beim Sohn – zu erörtern, worauf sich ihre jeweiligen Freiheitsverständnisse gründen und welche Konsequenzen diese für die Rolle des Staates haben.
3.1 Kapitalismus und Freiheit
In CF widmet sich Friedman dem Zusammenhang zwischen individueller und wirtschaftlicher Freiheit. Die politische Freiheit spielt dabei als Kategorie der individuellen Freiheit eine Rolle. Im Vorwort von 1971 zur ersten deutschen Auflage fasst er die Verknüpfung beider Kategorien zusammen:
Dennoch hat nichts im letzten Jahrzehnt meine Meinung darüber geändert, dass die Bewahrung der individuellen Freiheit das Hauptziel aller sozialen Einrichtungen ist; dass staatliche Eingriffe in die private Sphäre die größte Bedrohung für diese Freiheit sind; dass freie Märkte für Güter und Ideen die entscheidende Vorbedingung für die individuelle Freiheit bleiben. (CF 19)
Staatliche Eingriffe sind somit immer Eingriffe in die individuelle Freiheit. Die Freiheit des Individuums erhält damit einen übergeordneten Status, der zunächst einmal nicht gerechtfertigt werden muss. Vielmehr sind alle Beschränkungen dieses Status zu begründen, ansonsten zu unterlassen. Damit ist Friedman auf einer Linie mit den liberalen Vordenkern seit Hobbes und ganz eng bei den amerikanischen Verfassungsvätern, die eben diesen Grundsatz sogar in die Unabhängigkeitserklärung aufgenommen haben. Marktwirtschaftliche Freiheit erhält die Eigenschaft der „Vorbedingung für individuelle Freiheit“. Sie ist nicht Resultat, sondern Bedingung für diese Freiheit.
1. Ökonomen und Philosophen - philosophische Implikationen ökonomischer Modelle: Einführung in die philosophische Dimension ökonomischer Theorien und Begründung der Gegenüberstellung von Milton und David Friedmans Ansätzen.
2. Thomas Hobbes: wirtschaftliche Entwicklung und der philosophische Freiheitsbegriff seit der Aufklärung: Darstellung der Grundlagen des modernen Liberalismus bei Hobbes als Ausgangspunkt für die spätere staatstheoretische Diskussion.
3. Milton Friedman – Freiheit in Zeiten der sozialistischen Alternative: Analyse der liberalen Philosophie Milton Friedmans, deren Fokus auf der untrennbaren Verbindung von individueller und wirtschaftlicher Freiheit liegt.
4. David Friedman – Freiheit konsequent: Anarchismus: Untersuchung der radikaleren libertären Position David Friedmans, der die Staatsbedingung durch juristische und ökonomische Argumente auflöst.
5. Versuch einer Wertung – Das Zuwenig; das Zuviel; ein „Genug“?: Synthese und kritische Reflexion der Freiheitsbegriffe im Hinblick auf ein gesellschaftlich notwendiges Maß an staatlichem Handeln.
Liberalismus, Libertarismus, Anarcho-Kapitalismus, Milton Friedman, David Friedman, Freiheit, Eigentumsrechte, Markt, Staat, Effizienz, Zwang, Individuum, Kapitalismus, Philosophie, Gesellschaftsordnung
Die Arbeit analysiert die philosophischen Grundlagen und Implikationen des wirtschaftlichen Denkens von Milton Friedman und seinem Sohn David Friedman hinsichtlich ihrer jeweiligen Freiheitskonzeptionen.
Zentral sind der Zusammenhang von Freiheit und Markt, die Rolle des Staates, das Konzept des Eigentums sowie die Frage nach der Rechtfertigung staatlicher Eingriffe.
Das Ziel ist die Gegenüberstellung eines konsequenten Liberalismus (Vater) mit einem extremen Anarcho-Kapitalismus (Sohn), um deren theoretische Konsistenz und praktische Anwendbarkeit zu prüfen.
Die Arbeit nutzt eine philosophische Analyse der Schriften beider Autoren, konfrontiert diese mit Ideengebern und Kritikern und zieht empirische Beispiele zur Untermauerung heran.
Der Hauptteil behandelt die Philosophie von Thomas Hobbes als Fundament, analysiert die Werke beider Friedmans und diskutiert kritische Einwände von Denkern wie Robert Nozick, Isaiah Berlin und Murray N. Rothbard.
Liberale Gesellschaft, Eigentumsrecht, Marktversagen, Anarcho-Kapitalismus, Staatsbürokratie, negative Freiheit, individuelle Souveränität.
Während Milton Friedman staatliche Institutionen als notwendige, aber zu begrenzende „Schiedsrichter“ akzeptiert, führt David Friedman die logische Konsequenz der Marktfreiheit weiter und lehnt den Staat als Anarchist vollständig ab.
Sie steht für die Suche nach dem idealen Maß an staatlichem Handeln, das weder zu intervenierend noch zu Laissez-faire-orientiert sein soll – ein „gerade richtig“ als Antwort auf die Frage nach dem notwendigen Ausmaß an Freiheit.
Das Interview mit David Friedman bietet die exklusive Möglichkeit, direkt auf kritische Punkte seiner Theorie einzugehen und seine aktuelle Stellungnahme zu Widersprüchen in seinen frühen Werken zu erhalten.
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