Magisterarbeit, 2000
108 Seiten, Note: sehr gut
1 Einführung
2 Politische und gesellschaftliche Situation in Israel als Basis für die Immigration
2.1 Israels Immigrationspolitik
2.2 Die israelische Gesellschaft
2.3 Die Immigration russischer Juden seit den siebziger Jahren
3 Auswirkungen der russischen Immigranten auf die israelische Kultur
3.1 Die jüdische Identität der russischen Immigranten
3.2 Motive für die Immigrationsentscheidung
3.3 Spezifische Demographie
3.3.1 Anzahl und Herkunftsregionen
3.3.2 Altersstruktur
3.3.3 Berufsstruktur
3.4 Wandel des israelischen Integrationskonzepts
3.5 Beeinflussung der Wirtschaft
3.5.1 Auswirkungen auf den Wohnungsmarkt
3.5.2 Veränderung der Erwerbs- und Wirtschaftsstruktur
3.6 Veränderung der politischen Lage
3.7 Beeinflussung der ideologischen Grundlagen Israels
3.8 Ursachen für soziale Spannungsfelder
3.9 Spezifische Ausprägungen russischer Kultur
4 Schlußbetrachtung
5 Glossar
6 Bibliographie
7 Anhang
7.1 Karte von Israel
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen der seit 1989 massiv angestiegenen Einwanderung russischer Juden auf die israelische Gesellschaft. Dabei steht die Forschungsfrage im Vordergrund, inwiefern diese Großimmigration zu einem kulturellen Wandel in Bereichen wie Wirtschaft, Politik und gesellschaftlichen Werten beiträgt und wie der Staat Israel auf diese Herausforderung reagiert hat.
Die jüdische Identität der russischen Immigranten
Wie in Kapitel 2.1 dargestellt, ist der jüdische Glaube für die Einwanderung in Israel Grundbedingung. Daher möchte ich untersuchen, inwieweit diese Prämisse auf die russischen Immigranten zutrifft, denn ihre jüdische Identität ist nicht nur für die Immigration von Bedeutung, sondern stellt auch für ihre Integration und die damit verbundenen Auswirkungen besonders im politischen und ideologischen Bereich einen entscheidenden Faktor dar.
Für die hauptsächlich aus den europäischen Teilrepubliken der FSU eingewanderten Juden war die Religion nicht zentrales Thema ihrer Identität. Ihre Situation ist charakterisiert durch zunehmende Urbanisierung, wirtschaftliche und soziale Mobilität sowie einem hohen Stand an Bildung und einer zunehmenden Tendenz zu kultureller Assimilation. Diese Entwicklung ist zurückzuführen auf den nachhaltigen Effekt der russischen Oktoberrevolution, während der die Juden aus ihren Kleinstädten (Shtetl) vertrieben worden sind und die Großstädte praktisch einzige Zufluchtsorte blieben (Ben-Sasson, 1995: 1197-1198).
Im Prozeß der Urbanisierung wurde die russische Sprache zum hauptsächlichen Akkulturationsmittel. Sie galt in den ethnisch heterogenen Regionen nicht nur als einziges Kommunikationsmittel sondern wurde nach und nach einzige Unterrichtssprache der höheren Bildungseinrichtungen. Die Beherrschung der russischen Sprache ermöglichte den Zugang zu besseren Beschäftigungsmöglichkeiten und beruflichen Positionen (Tishkov, 1997: 87-89).
1 Einführung: Die Einleitung stellt das Ausmaß der russischen Großimmigration seit 1989 dar und erläutert die Motivation sowie die Forschungsfrage der Arbeit.
2 Politische und gesellschaftliche Situation in Israel als Basis für die Immigration: Dieses Kapitel beschreibt die zionistische Ideologie, die Rückkehrgesetze und den Charakter der israelischen Gesellschaft als Einwanderungsland.
3 Auswirkungen der russischen Immigranten auf die israelische Kultur: Der Hauptteil analysiert detailliert die demografischen, wirtschaftlichen, politischen und ideologischen Effekte der Zuwanderung.
4 Schlußbetrachtung: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, wonach die Immigranten entgegen dem Assimilationsideal eine eigene kulturelle Identität bewahren und Israel nachhaltig verändern.
5 Glossar: Erläuterung zentraler hebräischer und politischer Termini.
6 Bibliographie: Verzeichnis der verwendeten wissenschaftlichen Quellen.
7 Anhang: Enthält ergänzende Materialien, wie eine Karte von Israel.
Großimmigration, Russland, Israel, Assimilation, Integration, jüdische Identität, Zionismus, Demografie, Wirtschaft, Politik, Kultur, FSU, Rückkehrgesetz, Sozialstruktur, Arbeitsmarkt.
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen der massiven Einwanderung russischer Juden nach Israel seit 1989 auf die kulturelle, wirtschaftliche und politische Struktur des Staates.
Die Themen umfassen die staatliche Integrationspolitik, den demografischen Wandel durch die Immigranten, den Einfluss auf den Arbeitsmarkt und die Wirtschaft sowie die Veränderungen im politischen Wahlverhalten.
Das Ziel ist zu untersuchen, ob und inwieweit die russische Großimmigration zu einem Wandel in zentralen kulturellen Teilbereichen der israelischen Gesellschaft beiträgt.
Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturrecherche, der Auswertung statistischer Daten des israelischen Staates sowie der Beobachtung gesellschaftlicher Entwicklungen durch die Autorin.
Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der jüdischen Identität der Immigranten, ihre Demografie und Berufsstruktur, die wirtschaftlichen Folgen der Integration, die politische Partizipation sowie Auswirkungen auf ideologische Grundlagen Israels.
Die wichtigsten Begriffe sind Großimmigration, Assimilation, Integration, jüdische Identität, Zionismus, Demografie, Wirtschaft, Politik und kultureller Pluralismus.
Die hohe Anzahl an Akademikern und Fachkräften aus der ehemaligen Sowjetunion hat Israel bei der Modernisierung und dem wirtschaftlichen Aufschwung in High-Tech-Sektoren massiv unterstützt, stellte aber gleichzeitig das Integrationssystem vor große Herausforderungen.
Die Einwanderer haben sich zu einer selbstbewussten Wählerschaft entwickelt, die 1992 zum Regierungswechsel beitrug und später durch eigene Parteien (z.B. Yisrael B’Aliya) direkt Einfluss auf die Regierungsbildung und nationale Prioritäten nahm.
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