Bachelorarbeit, 2020
49 Seiten, Note: 2,6
1. Einleitung, literarische Grundlage und Forschungsstand
2. Die Fuggerzeitungen – die Urform der modernen Presse
3. Pasquille
4. Marco Bragadino
4.1 Historischer Hintergrund
4.2 Pasquille - Aufbau und Inhalt
4.2.1 Pasquill 1
4.2.2 Pasquill 2
4.2.3 Pasquill 3
5. Georg Honauer
5.1 Historischer Hintergrund
5.2 Pasquill – Aufbau und Inhalt
6. Gemeinsamkeiten
6.1 Unbekannte Entstehung
6.2 Knittelvers
6.3 Religiöse Verweise
6.3.1 Venantius Fortunatus und sein „Vexilla regis prodeunt“
6.4 Wunsch nach der Ausübung rechtschaffener Künste
6.5 Bezüge auf die griechische Mythologie
6.5.1 Daidalos
6.5.2 Midas
7. Zusammenfassung
Die Arbeit analysiert die in den Fuggerzeitungen überlieferten Pasquille, die sich mit den betrügerischen Goldmachern Marco Bragadino und Georg Honauer befassen, um Erkenntnisse über die Wahrnehmung von Alchemie und gesellschaftliche Normen in der Renaissance-Lyrik zu gewinnen.
4.2.2 Pasquill 2
Das zweite Pasquill über den Goldmacher ist 28 Verse lang, die wiederum in sieben Strophen unterteilt sind. Im Vergleich zur ersten Schmähschrift sind hier nur einige vereinzelte Paarreime vorhanden, die aber kein durchgängiges Reimschema erkennen lassen. Im Kontrast dazu ist die Silbenanzahl in jedem Vers des Gedichts gleich. Mit Ausnahme des letzten Verses, der neun Silben aufweist, hat jeder Vers des Stückes acht Silben. Dies stellt einen weiteren Unterschied zum ersten Pasquill dar, das – wie bereits erwähnt – keine einheitliche Silbenzahl aufweist. Der größte Unterschied der beiden Spottgedichte zueinander besteht darin, dass die zweite Schrift auf Latein verfasst wurde.
Das Pasquill erklärt keine Hintergründe und stellt Bragadino auch nicht vor. Die ersten sechs Verse beschreiben den Galgen und die Hinrichtung des Goldmachers, der als „falsus auri conditor“, als „falscher Schöpfer des Goldes“ bezeichnet wird. Gleich der erste Vers beschreibt Bragadinos Gang zum Galgen bildhaft mit den Worten „Vexilla rei prodeunt“ („die Standarten des Angeklagten rücken vor“). Extra eingegangen wird dabei auf die „duris è ferro vinculis“, auf die „harten Fesseln aus Eisen“. Direkt im Anschluss wird eine Hoffnung ausgesprochen, die wohl mit der Hinrichtung des Goldmachers verbunden war: „Ut nos soluti fraudibus aurum quaeramus probius“ („damit wir, erlöst von den Betrügereien, Geld auf rechtschaffene Weise suchen“).
1. Einleitung, literarische Grundlage und Forschungsstand: Einführung in die Thematik der Alchemie im Kontext der Renaissance sowie Vorstellung der Fuggerzeitungen und der relevanten Quelleneditionen.
2. Die Fuggerzeitungen – die Urform der modernen Presse: Historische Einordnung der Fuggerzeitungen als europaweites Nachrichtennetzwerk und deren Bedeutung für die Geschichtsforschung.
3. Pasquille: Definition und Herleitung des Begriffs sowie Erläuterung der mündlichen und schriftlichen Verbreitungsformen von Schmähschriften.
4. Marco Bragadino: Biografische Darstellung des Goldmachers und Analyse der drei über ihn verfassten Pasquille inklusive ihrer inhaltlichen Schwerpunkte.
5. Georg Honauer: Biografischer Hintergrund zu Honauer und Analyse seines spezifischen Pasquills sowie dessen abweichender moralischer Haltung.
6. Gemeinsamkeiten: Vergleichende Untersuchung der Schriften hinsichtlich ihrer anonymen Entstehung, der Verwendung des Knittelverses, religiöser Motive und mythologischer Bezüge.
7. Zusammenfassung: Synthese der Ergebnisse zur Bedeutung der Pasquille als Spiegel der gesellschaftlichen Einstellung zur Alchemie und zu betrügerischen Goldmachern.
Alchemie, Fuggerzeitungen, Pasquille, Marco Bragadino, Georg Honauer, Renaissance, Schmähgedichte, Goldmacher, Knittelvers, Mythologie, Hinrichtung, Kulturgeschichte, Betrug, Religion, Satire
Die Arbeit untersucht Schmähschriften (Pasquille) über die Alchemisten Marco Bragadino und Georg Honauer, die in den Fuggerzeitungen dokumentiert sind.
Im Zentrum stehen die historische Aufarbeitung der Goldmacherei, die Rolle von Spottgedichten als zeitgenössische Kritik sowie die Einbettung dieser Texte in den historischen Kontext der Renaissance.
Das Ziel ist es, Gemeinsamkeiten der untersuchten Pasquille zu identifizieren und daraus Schlussfolgerungen darüber zu ziehen, wie die zeitgenössische Literatur über Alchemie und deren betrügerische Auswüchse urteilte.
Es handelt sich um eine literatur- und kulturhistorische Analyse, bei der vorliegende Schmähgedichte philologisch untersucht und mit historischen Fakten sowie Quelleneditionen in Beziehung gesetzt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Analyse der einzelnen Pasquille über Bragadino und Honauer sowie eine vergleichende Untersuchung hinsichtlich Form, religöser Verweise und mythologischer Bezüge.
Die Arbeit ist durch Begriffe wie Alchemie, Fuggerzeitungen, Pasquille, Betrug, Renaissance, Knittelvers und griechische Mythologie charakterisiert.
Dieses Pasquill wurde in lateinischer Sprache verfasst und stellt in seiner Struktur eine Kontrastimitation des Hymnus „Vexilla regis prodeunt“ dar.
Figuren wie Daidalos und Midas werden genutzt, um das Scheitern und die Torheit der Goldmacher in einen größeren historischen und moralischen Kontext einzuordnen.
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