Fachbuch, 2015
112 Seiten
1. Allgemeine Einführung zum Thema „Kreativität“
1.1 Terminologische Gesichtspunkte zur Kreativität
1.1.1 Definitionsversuche
1.1.2 Kreativität als pädagogischer Arbeitsbegriff
1.2 Aspekte der Kreativität
1.2.1 Die kreative Persönlichkeit
1.2.2 Der kreative Prozess
1.2.3 Das kreative Produkt
2. Aspekte zur Kreativitätsförderung im Unterricht
2.1 Motivation und Kreativität
2.1.1 Zum Begriff „Motivation“
2.1.2 Motivationale Gesichtspunkte und Kreativität
2.2 Kreativität und Erziehungsstile
2.2.1 Kennzeichnung der Erziehungsstile
2.2.2 Auswirkungen des Unterrichts auf kreatives Verhalten
2.3. Kreativitätsförderung in Gruppen
2.3.1 Zum Begriff „Gruppe“
2.3.2 Zur Förderung der Kreativität in Gruppen
2.4 Kreativitätsförderung und spielerisches Lernen
2.5 Gesellschaftlich-kulturelle Einflüsse
3. Kreativitätsförderung und Offener Unterricht
3.1 Kennzeichnung und Formen geschlossenen und offenen Unterrichts
3.1.1 Geschlossene und offene Lernformen
3.1.2 Dimenionen der Offenheit
3.2 Förderung der Kreativität in einer „Themenbezogenen Freien Unterrichtsarbeit“
3.3 Kreativitätsförderung im Projektunterricht
3.3.1 Das Projekt – Begriff und Merkmale
3.3.2 Zur Kreativitätsförderung in den Projektphasen
Das Hauptziel dieser Arbeit besteht darin, theoretische Erkenntnisse der Kreativitätsforschung in pädagogisch-praktische Handlungsanweisungen für den Schulalltag zu überführen, um ein kreativitätsförderndes Lernklima zu schaffen. Es wird der Frage nachgegangen, wie Unterricht so gestaltet werden kann, dass er kreative Potenziale bei Schülern entfaltet und welche Rahmenbedingungen hierfür notwendig sind.
1.1.1 Definitionsversuche
Um die Komplexität des Phänomens „Kreativität“ transparenter zu machen und seine „Vielschichtigkeit“ und „Vieldeutigkeit“ aufzuzeigen, soll eine Auswahl wesentlicher Aspekte von Kreativität, die in den verschiedenen Definitions- und Interpretationsversuchen enthalten sind, aufgezeigt werden.
Als kennzeichnendes Merkmal von Kreativität wird von vielen Autoren (Stein 1953, Jackson/Messick 1964, Mednick 1964, Maddi 1964, Barron 1967 u. a.) „Neuheit“ genannt. Auch John E. Drevdahl (1956) hebt in der für seine praktischen Untersuchungen konstruierten Definition die „Neuheit von System- und Kombinationsbildung“ aus bekannten Informationen, den Transfer bekannter Beziehungen auf neue Situationen und die „Bildung neuer Korrelate“ hervor; daneben betont er die Intentionalität und Zielgerichtetheit: „Kreativität ist die Fähigkeit des Menschen, Denkergebnisse beliebiger Art hervorzubringen, die im Wesentlichen neu sind und demjenigen, der sie hervorgebracht hat, vorher unbekannt waren. Es kann sich dabei um Imagination oder um eine Gedankensynthese, die mehr als eine bloße Zusammenfassung ist, handeln. Kreativität kann die Bildung neuer Systeme und neuer Kombinationen aus bekannten Informationen involvieren sowie die Übertragung bekannter Beziehungen auf neue Situationen und die Bildung neuer Korrelate. Eine kreative Tätigkeit muss absichtlich und zielgerichtet sein, nicht nutzlos und phantastisch (…)“ (Drevdahl 1956, S. 22).
M. Mead betont den subjektiven Charakter der Neuheit: „In dem Maße, als eine Person etwas für sie selbst Neues macht, erfindet, ausdenkt, kann man sagen, dass sie einen kreativen Akt vollbracht hat. So gesehen, vollbringt das Kind, das im zwanzigsten Jahrhundert für sich entdeckt, dass im rechtwinkligen Dreieck die Summe der Quadrate über den Katheten gleich dem Quadrat über der Hypotenuse ist, einen ebenso kreativen Akt wie Pythagoras, obwohl die Folgen dieser Entdeckung für die Kulturtradition gleich Null sind, da der Satz bereits Bestandteil der Geometrie ist“ (Mead, zit. nach Heinelt 1975, S. 22 f.).
1. Allgemeine Einführung zum Thema „Kreativität“: Dieses Kapitel erläutert die terminologische Vielschichtigkeit von Kreativität und beleuchtet zentrale Modelle der kreativen Persönlichkeit, des Prozesses und des Produkts.
2. Aspekte zur Kreativitätsförderung im Unterricht: Hier werden motivationale Faktoren, Erziehungsstile und Gruppenprozesse analysiert, um aufzuzeigen, welche unterrichtlichen Bedingungen Kreativität hemmen oder fördern können.
3. Kreativitätsförderung und Offener Unterricht: Das Kapitel schlägt eine Brücke zur Unterrichtspraxis, indem es offene Lernformen wie Projektunterricht und freie Arbeit als Rahmen für kreative Entfaltung diskutiert.
Kreativität, Kreativitätsförderung, Unterricht, Motivation, Erziehungsstil, Kreativer Prozess, Divergentes Denken, Projektunterricht, Offener Unterricht, Gruppenarbeit, Kreative Persönlichkeit, Problemlösung, Selbsttätigkeit, Pädagogik, Lernumgebung
Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Einordnung des Kreativitätsbegriffs und leitet daraus konkrete pädagogische Konzepte zur Förderung kreativen Verhaltens im schulischen Unterricht ab.
Zentrale Felder sind die psychologische Kreativitätsforschung, die Analyse von Motivationsstrukturen, der Einfluss von Unterrichtsstilen (autoritär vs. demokratisch) sowie offene Unterrichtsformen wie das Projektlernen.
Ziel ist es, Lehrkräften theoretisch fundierte und praktisch umsetzbare Impulse zu geben, um ein unterrichtliches Umfeld zu schaffen, das eigenständiges und kreatives Denken bei Schülern begünstigt.
Der Autor stützt sich auf eine tiefgehende Literaturanalyse und Synthese psychologischer sowie erziehungswissenschaftlicher Theorien, um diese für die schulpraktische Anwendung nutzbar zu machen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Grundlegung der Kreativität, die Analyse der Bedingungen von Kreativitätsförderung (Motivation, Erziehungsstile, Gruppenarbeit) und die Darstellung spezifischer offener Unterrichtsmodelle.
Kreativitätsförderung, Offener Unterricht, Motivation, Projekthandeln, divergentes Denken und pädagogische Freiheit sind zentrale Begriffe.
Der Autor zeigt auf, dass ein autoritärer Stil durch Konformitätsdruck und Zwang kreative Prozesse eher blockiert, während ein demokratischer, schülerzentrierter Unterricht die notwendige psychologische Sicherheit für kreatives Handeln bietet.
Der Autor warnt davor, Kreativität als rein „rezeptartig“ planbar zu betrachten; sie ist nicht das Ergebnis starrer Techniken, sondern gedeiht am besten in einem Klima, das durch Freiheit, Vertrauen und Offenheit geprägt ist.
Das Projekt wird als idealtypische Form offenen Lernens verstanden, da es lebensnahes Lernen ermöglicht und Schülern durch hohe Mitbestimmungsgrade den Raum bietet, eigene kreative Lösungsstrategien zu entwickeln.
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