Magisterarbeit, 2004
110 Seiten, Note: 1,3
1. Einleitung
1.1. Die Bedeutung der Modernisierung in Japan
1.2. Fragestellung und Aufbau der Arbeit
1.3. Der Hafen von Kbe – Gegenstandsbestimmung
1.4. Der Forschungsstand
2. Der Wandel des Hafens während der Nara- und Heian-Zeit
2.1. Kbe vor der großen Taika-Reform
2.2. Nach den Taika-Reformen bis zum Ende der Heian-Zeit
2.3. Zusammenfassung
3. Die Entwicklung des Hafens Kbe im 19. Jahrhundert
3.1. Der Hafen Hygo-no-Tsu in der Edo-Zeit
3.2. Ein Hafen zwischen zwei Epochen – Kbe und die Bakumatsu Zeit
3.3. Der Hafen Kbe in der Meiji-Zeit
3.4. Zusammenfassung
4. Das Containerzeitalter und die Landgewinnung in Kbe
4.1. Der Hafenbau in Kbe im 20. Jahrhundert
4.2. Containerfracht und künstliche Inseln
4.3. Zusammenfassung
5. Das Waterfront Redevelopment in Kbe
5.1. Der Wandel der Hafen-Stadt Relation in Kbe
5.2. Das Waterfront Redevelopement in Kbe
5.3. Zusammenfassung
6. Der Hafen Kbe – Katastrophen und Wiederaufbau
6.1. Eine kleine Katastrophengeschichte des Hafen Kbe
6.2. Der Wiederaufbau nach dem Hanshin-Erdbeben
6.3. Zusammenfassung
7. Ergebnis
Diese Arbeit untersucht den Wandel des Hafens von Kbe im Kontext der Modernisierung Japans über einen Zeitraum von etwa 1500 Jahren. Die zentrale Forschungsfrage fokussiert dabei darauf, wie sich die Rolle des Hafens als Knotenpunkt in Abhängigkeit von technologischen, politischen und soziokulturellen Umwälzungen sowie durch Katastrophenereignisse transformiert hat.
3.1.2. Die wirtschaftliche Bedeutung Hygōs in der Edo-Zeit
Hintergrund des Systems der periodischen Aufenthalte der Feudalherren in Edo, also dem sankinkōtai, war es, das feudalistische Herrschaftssystem der Tokugawa zu sichern. Die jährlichen Reisen nach Edo und das repräsentative Leben in der Hauptstadt Edo zwang die Lehnsherren des ganzen Landes zu bedeutenden Ausgaben, was ein militärisches Erstarken eines einzelnen von ihnen, sprich eine Gefährdung der Machthegemonie der Tokugawa unmöglich machen sollte. In finanzielle Engpässe getrieben, sahen sich viele Daimyō gezwungen, in Abhängigkeit mit verschiedenen Handelshäusern in Ōsaka Monopolmärkte aufzubauen, um ihre finanziellen Probleme zu lösen. Ōsaka konnte somit seine schon bestehende Bedeutung als Handelsmetropole noch weiter ausbauen. Dies hatte natürlich auch auf die benachbarte Stadt Hyōgo und vor allem dem Hafen Hyōgo-no-Tsu, der als Außenhafen Ōsakas fungierte, einen positiven Effekt. Die so nach Ōsaka gelenkten Warenströme, die den in entgegen gesetzter Richtung fließenden Geldströmen entsprachen, fanden zum größten Teil in Hyōgo ihren vorläufigen Bestimmungsort, um dort entweder wie schon im neunten Jahrhundert in kleinere Schiffe umgeladen zu werden, die sich in den seichten Gewässern Ōsaka gefahrlos bewegen konnten, oder mit weiteren Frachtschiffen nach Edo transportiert zu werden. Der florierende Handel beschränkte sich dabei nicht nur auf Produkte aus den Länderein im Bereich der Inlandsee, sondern beinhaltete auch seltene Produkte aus dem fernen Ezo (heute: Hokkaido). So wurden z.B. Konbu und andere Algenprodukte, die typisch für den Norden Japans waren, mit sogenannten Kitamae-Booten entlang der Westküste, durch die Meeresenge Shimo-no-seki und schließlich über die Inlandsee nach Hyōgo transportiert. Der Handel blühte nicht nur in Ōsaka, sondern auch in Hyōgo auf, wo auf Reis, Getreide, getrockneten Fisch, Muscheln, Tabak, Nudeln usw. spezialisierte Handelshäuser, prosperierten.
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung der Modernisierung Japans ein, erläutert die Fragestellung und den Aufbau der Arbeit sowie die Definition des Hafenbegriffs im Kontext der Untersuchung.
2. Der Wandel des Hafens während der Nara- und Heian-Zeit: Hier werden die frühen Ursprünge des Hafens als Teil der Rezeption festländischer Kultur und die ersten Ansätze der Institutionalisierung untersucht.
3. Die Entwicklung des Hafens Kbe im 19. Jahrhundert: Dieses Kapitel behandelt den Übergang von der Edo-Zeit mit ihrem Binnenhandel hin zur Öffnung des Hafens für den internationalen Handel in der Meiji-Zeit.
4. Das Containerzeitalter und die Landgewinnung in Kbe: Der Fokus liegt hier auf der technologischen Revolution durch die Containerisierung, den damit verbundenen Infrastrukturprojekten und der massiven Landgewinnung.
5. Das Waterfront Redevelopment in Kbe: Dieses Kapitel analysiert die Umnutzung ehemaliger Hafenflächen für städtebauliche Zwecke sowie die Diversifizierung der Hafenfunktionen hin zu einem Multifunktionshafen.
6. Der Hafen Kbe – Katastrophen und Wiederaufbau: Hier wird der Einfluss von Naturkatastrophen, insbesondere des Hanshin-Erdbebens, auf die Entwicklung und den Wiederaufbau des Hafens thematisiert.
7. Ergebnis: Das abschließende Kapitel synthetisiert die Ergebnisse und diskutiert den Paradigmenwechsel im Entwicklungsschema des städtischen Raums und des Hafens.
Kbe, Hafen, Modernisierung, Japangeschichte, Containerisierung, Waterfront Redevelopment, Landgewinnung, Infrastruktur, Hanshin-Erdbeben, Schifffahrt, Seto-Inlandsee, Handel, Industriepolitik, Städtebau, Disaster Vulnerability
Die Arbeit analysiert die historische und wirtschaftliche Entwicklung des Hafens von Kbe im Kontext der Modernisierung Japans vom Altertum bis in die Gegenwart.
Zentrale Themen sind der strukturelle Wandel der Hafeninfrastruktur, die Bedeutung internationaler Handelsverträge, der Einfluss technologischer Neuerungen wie die Containerisierung sowie die Auswirkungen von Katastrophen auf die Stadtentwicklung.
Ziel ist es, den Hafen von Kbe als Fallbeispiel zu untersuchen, um die Funktionsmechanismen des Modernisierungsprozesses in Japan aus einer maritimen Perspektive zu illustrieren.
Es handelt sich um eine historische und geographische Analyse, die chronologisch vorgeht und verschiedene Modernisierungsphänomene anhand von Quellen, Statistiken und Karten dokumentiert.
Der Hauptteil gliedert sich in fünf Zeitabschnitte, die von den Ursprüngen über die Edo- und Meiji-Zeit, das Containerzeitalter, städtebauliche Revitalisierungsmaßnahmen bis hin zur Katastrophenbewältigung und dem Wiederaufbau reichen.
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Kbe, Hafen, Modernisierung, Containerisierung, Waterfront Redevelopment und Disaster Vulnerability definiert.
Taira-no-Kiyomori gilt als Begründer des Hafens von Hyōgo in der späten Heian-Zeit; er trieb den Hafenausbau maßgeblich voran und förderte den Handel mit der Song-Dynastie, um das Hafenareal als politisches und wirtschaftliches Zentrum zu etablieren.
Das Erdbeben führte zu massiven Zerstörungen der Hafeninfrastruktur (z.B. Kaimauern und Containerkais durch Bodenverflüssigung) und einem vorübergehenden Erliegen der Hafentätigkeit, was den Hafen im internationalen Wettbewerb zurückwarf, aber den Wiederaufbau unter neuen Sicherheitsaspekten forcierte.
Der GRIN Verlag hat sich seit 1998 auf die Veröffentlichung akademischer eBooks und Bücher spezialisiert. Der GRIN Verlag steht damit als erstes Unternehmen für User Generated Quality Content. Die Verlagsseiten GRIN.com, Hausarbeiten.de und Diplomarbeiten24 bieten für Hochschullehrer, Absolventen und Studenten die ideale Plattform, wissenschaftliche Texte wie Hausarbeiten, Referate, Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Dissertationen und wissenschaftliche Aufsätze einem breiten Publikum zu präsentieren.
Kostenfreie Veröffentlichung: Hausarbeit, Bachelorarbeit, Diplomarbeit, Dissertation, Masterarbeit, Interpretation oder Referat jetzt veröffentlichen!

