Bachelorarbeit, 2018
34 Seiten, Note: 1,7
1 Einleitung
2 Das Komische und der Clown
2.1 Theorien des Komischen
2.2 Zwei Ausgewählte Theoretiker
2.2.1 Henri Bergsons Theorie der Herabsetzung
2.2.2 Michail Bachtins Theorie der Heraufsetzung
2.3 Der Clown und das Clowneske
3 Komische und clowneske Elemente in Becketts „Warten auf Godot“
3.1 Komische Elemente bei Beckett nach Bergson
3.2 Komische Elemente bei Beckett nach Bachtin
3.3 Clowneske Elemente bei Beckett
4 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht das Theaterstück „Warten auf Godot“ von Samuel Beckett auf komische und clowneske Elemente, um zu klären, inwieweit das als absurd deklarierte Stück dennoch als komödiantisch betrachtet werden kann. Dabei wird analysiert, ob die Figuren spezifische clowneske Züge aufweisen, wobei die Theorien von Henri Bergson und Michail M. Bachtin als theoretisches Fundament dienen.
3.1 Komische Elemente bei Beckett nach Bergson
Estragon sitzt auf der Erde und versucht, seinen Schuh auszuziehen. Er braucht beide Hände dazu und stöhnt dabei. Erschöpft gibt er den Versuch auf, erholt sich schnaubend und versucht es von neuem. Das Spiel wiederholt sich. (S. 7)
Der Leser/Zuschauer erwartet nicht unbedingt ein Stöhnen zu Beginn eines Theaterstückes. Durch diese Aktivität fügt Estragon sich nicht in die allgemeinen gesellschaftlichen Konventionen ein. Er stöhnt zu Beginn des Stückes, anstatt zu reden. Das Benehmen Estragons, der sich nicht einfügen kann, regt zum Lachen an. Er benutzt die Schuhe als Ausdruck seines Unbehagens, da er sich in diesem Augenblick nicht mit Worten auszudrücken weiß. Die Schuhe und das Stöhnen als Sprachrohr zeigen das Mechanische, das an Stelle des Lebendigen (gesprochenes Wort) steht. Estragon wirkt mechanisch in dem Bemühen, seinen Schuh ausziehen zu wollen. Obwohl das Unterfangen aussichtslos erscheint, kann er nicht aufhören. Er versucht wiederholt, den Schuh auszuziehen, dieser löst sich jedoch nicht vom Fuß, so wie er selbst sich nicht vom Boden löst.
1 Einleitung: Einführung in die Fragestellung, ob „Warten auf Godot“ als komisch zu bezeichnen ist, und Vorstellung der theoretischen Ansätze von Bergson und Bachtin.
2 Das Komische und der Clown: Theoretische Grundlegung des Komischen, Differenzierung von Humor und Clownstum sowie historische Entwicklungsgeschichte der Clownsfigur.
3 Komische und clowneske Elemente in Becketts „Warten auf Godot“: Praktische Anwendung der Theorien auf das Drama unter besonderer Berücksichtigung der Figuren Wladimir, Estragon und Lucky.
4 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Analyseergebnisse und Ausblick auf die Bedeutung der körperlichen Inszenierung im Theater.
Komik, Clown, Warten auf Godot, Henri Bergson, Michail Bachtin, Groteske, Humor, Theater, Charakterkomik, Körperdrama, Absurdes Theater, Sprache, Wiederholung, Mechanisierung, Symbolik.
Die Arbeit untersucht das Theaterstück „Warten auf Godot“ daraufhin, ob es neben seiner Einstufung als „absurdes Theater“ auch als komisches Stück interpretiert werden kann.
Die zentralen Themen sind die Theorien des Komischen, die historische Entwicklung des Clowns sowie deren konkrete Umsetzung und Manifestation in Becketts Drama.
Die Forschungsfrage lautet: Ist Becketts „Warten auf Godot“ komisch und haben die Figuren clowneske Züge?
Die Autorin verwendet eine literaturwissenschaftliche Analyse, bei der die Theorien von Henri Bergson (Komik der Herabsetzung) und Michail M. Bachtin (Komik der Heraufsetzung/Groteske) auf den Primärtext angewandt werden.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erläuterung der Komikbegriffe und deren praktische Anwendung auf Szenen des Stückes, wobei besonders das Verhalten und die Interaktion der Protagonisten untersucht werden.
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Komik, Clown, Groteske, Mechanisierung, Wiederholung und Körperlichkeit.
Lucky wird als die stringenteste und historisch am stärksten mit der Clownsfigur verknüpfte Figur identifiziert, insbesondere durch seinen Monolog und seine Unterordnung unter Pozzo.
Wladimir wird als der „intellektuelle Weißclown“ charakterisiert, der über das Leben philosophiert, während Estragon eher dem „dummen August“ entspricht, der durch körperliche Bedürfnisse und Schmerz bestimmt wird.
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