Examensarbeit, 2021
101 Seiten, Note: 1.0
1. Einleitung
2. Hans J. Morgenthau und das „Realismus-Idealismus-Puzzle“
2.1 Morgenthaus Schweigen
2.2 Ein Leben – viele Facetten
3. Von der Entwicklung eines Menschenbildes
3.1 Kindheit und Jugend (1904-1922)
3.1.1 Zwischen „Hoffen und Bangen“
3.1.2 Ein Skript fürs Leben
3.2 Studienjahre (1922-1927)
3.2.1 Strohhalme eines Ertrinkenden
3.2.2 „Denkursprünge eines Realisten“
3.3 Referendariat, Promotion, Staatsexamen (1927 – 1932)
3.3.1 Ein Ende und ein Anfang
3.3.2 Der ‚Tod Gottes‘ und die Folgen
3.4 Genf und Spanien (1932 – 1937)
3.4.1 Vom Regen in die Traufe
3.4.2 Über das Wesen des Politischen
3.5 Vom Ende einer Odyssee
4. Über Gott und die Welt: ‚Reinie‘ and ‚Hans‘
4.1 Synthese zwischen Altem und Neuem
4.1.1 Die tragische Qualität menschlicher Existenz
4.1.2 Von der Übersetzung des Denkens
4.1.3 Hans J. Morgenthau: ‚synthetic thinker‘
4.2 Reinhold Niebuhr und der Weg ‚Beyond Tragedy‘
4.2.1 Von Freiheit, Angst und Sünde
4.2.2 Über das Tragische hinaus
5. Conclusio: Die Wiederverzauberung der Welt
Die Arbeit untersucht die Einheitlichkeit des Menschenbildes im klassischen Realismus durch eine vergleichende Analyse der Werke von Hans J. Morgenthau und Reinhold Niebuhr. Dabei wird insbesondere der Frage nachgegangen, inwieweit das Menschenbild Morgenthaus im Laufe seines Lebens Wandel unterworfen war und wie sich die Vorstellungen der beiden Denker in Bezug auf ein "einheitliches" Menschenbild zueinander verhalten.
3.1.2 Ein Skript fürs Leben
An dieser Stelle bietet sich an, kurz innezuhalten und einen Blick auf die persönlichen Konsequenzen der bisher geschilderten Lebensumstände Morgenthaus zu werfen, den Charakter und die emotionale Disposition des hier gerade 18-jährigen:
„…my hopes for the future move into two directions. I hope for the lifting of the pressure to which I am exposed by the social environment, and I hope to find a direction and purpose for my future activities. The latter cannot be realized before the former is fulfilled.“
Hier beschreibt Morgenthau in eigenen Worten den großen Einfluss, den der durch ihn familiär und sozial erfahrene ‚Druck‘ ausübt: Seine eigenen Ziele meint der Autor erst erreichen zu können, wenn er sich aus der misslichen Lage befreit hat. Im Widerspruch zur äußeren Wahrnehmung Morgenthaus als reserviert und introvertiert, zeigt der Autor dieser Zeilen jedoch ein bemerkenswertes Maß an Wehrhaftigkeit der eigenen sozialen Ächtung gegenüber:
„The accusations that are directed against me as a Jew are totally unjustified. Hence, I consider the hostile actions evoked by these accusations […] as a crying injustice and a dishonoring humiliation. Since I am not, like many others, sufficiently callous and indifferent to bear injustice and humiliation in silence, there remains for me only the struggle against the representatives of this movement. I shall find myself in total opposition to that social group, and my intellectual attitude toward them will be purely negative.“
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die zentrale Fragestellung der Arbeit ein, welche die Einheitlichkeit des Menschenbildes bei Morgenthau und Niebuhr sowie die Definition des klassischen Realismus hinterfragt.
2. Hans J. Morgenthau und das „Realismus-Idealismus-Puzzle“: Dieses Kapitel thematisiert Morgenthaus Schweigen über seine eigenen intellektuellen Ursprünge und diskutiert die daraus resultierenden vielfältigen, teils widersprüchlichen Interpretationen seines Werkes.
3. Von der Entwicklung eines Menschenbildes: Hier wird der Lebensweg Morgenthaus chronologisch nachgezeichnet, um zu verstehen, wie persönliche Erfahrungen und das soziale Umfeld sein Menschenbild formten.
4. Über Gott und die Welt: ‚Reinie‘ and ‚Hans‘: In diesem Hauptteil erfolgt die theoretische Synthese zwischen Morgenthaus klassischem Realismus und Niebuhrs christlichem Realismus, wobei die gemeinsame Wurzel in der "tragischen Qualität" der menschlichen Existenz aufgezeigt wird.
5. Conclusio: Die Wiederverzauberung der Welt: Das abschließende Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bewertet die Kontinuität von Morgenthaus Menschenbild im Kontext seiner lebenslangen "Odyssee".
Klassischer Realismus, Menschenbild, Hans J. Morgenthau, Reinhold Niebuhr, Christlicher Realismus, politische Theorie, Internationale Beziehungen, Tragik, Machtstreben, Ideologiekritik, Friedrich Nietzsche, Max Weber, Kontextualisierung, Einheitskonzeption, Moral
Die Hausarbeit widmet sich der wissenschaftlichen Untersuchung der Einheitlichkeit des Menschenbildes im klassischen Realismus, fokussiert auf die Denker Hans J. Morgenthau und Reinhold Niebuhr.
Zentrale Themen sind die anthropologischen Grundlagen politischer Theorien, die Rolle des Individuums im internationalen System, die Bedeutung von Moral in der Machtpolitik sowie die intellektuelle Biografie von Hans J. Morgenthau.
Das Ziel ist es zu analysieren, ob man von einem einheitlichen Menschenbild in den Werken von Morgenthau und Niebuhr sprechen kann und wie sich dieses Menschenbild über die Zeit unter verschiedenen Einflüssen entwickelt hat.
Es wird ein kontextualisierender Ansatz gewählt, der intellektuelle Biografie mit systematischer Theorieanalyse verbindet, um Widersprüche im Werk Morgenthaus besser zu erklären.
Der Hauptteil gliedert sich in eine chronologische Untersuchung der Biografie Morgenthaus und eine systematische Gegenüberstellung seiner anthropologischen Grundannahmen mit denen von Reinhold Niebuhr.
Wichtige Begriffe sind Klassischer Realismus, Tragik, Machtstreben, Sündenverständnis, transzendentaler Idealismus und die Rolle des Intellektuellen im politischen Kontext.
Laut der Arbeit ist Nietzsche der entscheidende "geistige Vater", der Morgenthaus Denken fundamental geprägt hat, insbesondere durch Konzepte wie den "Willen zur Macht" und die Suche nach Wahrheit jenseits gesellschaftlicher Konventionen.
Die Arbeit distanziert sich von reduktionistischen, "verkürzten" Lesarten, die Morgenthau lediglich als Machttheoretiker sehen, und betont stattdessen die notwendige Einbettung seines Werkes in seinen deutschen Erfahrungshintergrund.
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