Bachelorarbeit, 2021
37 Seiten, Note: 1,3
Politik - Allgemeines und Theorien zur Internationalen Politik
1. Einführung
2. Theoretische Einordnung: Der Transnationale Konstruktivismus
2.1. Grundannahmen des Transnationalen Konstruktivismus
2.2. Das Spiralmodell der Menschenrechte
2.3. Hypothesenformulierung
2.4. Methodisches Vorgehen und Operationalisierung
3. Deskription: Der Rohingya-Konflikt
3.1. Überblick des Konfliktes
3.2. Die Reaktion der UN-Hauptorgane
4. Analyse: Die Menschenrechtsverletzungen an den Rohingya
4.1. Scheitern des Aufbaus von advocacy coalitions in Myanmar
4.2. Das Spiralmodell in Bezug auf die Rohingya-Krise
4.3. Überprüfung der Hypothesen
5. Resümee
6. Kritische Reflexion
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht die verhaltene Reaktion der Vereinten Nationen (UN) auf die schwerwiegenden Menschenrechtsverletzungen an der muslimischen Minderheit der Rohingya in Myanmar seit 2017. Basierend auf der Theorie des Transnationalen Konstruktivismus sowie dem Spiralmodell der Menschenrechte wird analysiert, warum internationale Bemühungen bisher kaum zu einer signifikanten Verbesserung der Situation geführt haben.
2.1. Grundannahmen des Transnationalen Konstruktivismus
Der Transnationale Konstruktivismus wurde von der Forschungsgruppe Menschenrechte um Thomas Risse entwickelt und entstand aus einem Forschungsprojekt in Anlehnung an die AEMR von 1948. Das Forschungsprojekt untersuchte allgemein, inwiefern die Menschenrechtsnormen der AEMR in den Zielländern etabliert wurden und wie sie sich „auf das konkrete Verhalten von nationalen Regierungen gegenüber ihren BürgerInnen“ auswirkt. (Forschungsgruppe Menschenrechte 1998: 5) Der daraus abgeleitete Transnationale Konstruktivismus befasst sich mit den Bedingungen, unter denen bereits etablierte internationale Normen innenpolitisch umgesetzt werden. (ebd: 7)
Der Theorie des Transnationalen Konstruktivismus liegt die Logik der Angemessenheit zugrunde. Diese besagt, dass Akteure ihre Handlungen an Normen orientieren, die sich auf die internationale Ebene übertragen lassen. (Risse 2003: 10) Angelehnt an Jepperson et al. (1996) und Finnemore (1996) werden Normen dabei als „kollektiv geteilte Standards angemessenen Verhaltens auf der Grundlage gegebener Identitäten einer Gemeinschaft von Akteuren“ verstanden. (Jepperson et al. 1996: 54; Finnemore 1996: 23)
1. Einführung: Das Kapitel stellt die Unterdrückung der Rohingya als humanitäre Krise dar und leitet die Forschungsfrage über die Rolle der UN bei der Reaktion auf diese Menschenrechtsverletzungen her.
2. Theoretische Einordnung: Der Transnationale Konstruktivismus: Hier werden die theoretischen Grundlagen des Transnationalen Konstruktivismus sowie das Spiralmodell der Menschenrechte erläutert, um den Rahmen für die Analyse zu bilden.
3. Deskription: Der Rohingya-Konflikt: Dieses Kapitel liefert einen Überblick über den Konfliktverlauf und untersucht, wie die verschiedenen Hauptorgane der UN bisher konkret auf die Situation reagiert haben.
4. Analyse: Die Menschenrechtsverletzungen an den Rohingya: Der Hauptteil prüft die aufgestellten Hypothesen hinsichtlich des Scheiterns von "advocacy coalitions" und der Anwendung des Spiralmodells auf den Fall Myanmar.
5. Resümee: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen und stellt fest, dass die schwache UN-Reaktion auf die mangelnde Bildung transnationaler Netzwerke und ungünstige innenpolitische Strukturen in Myanmar zurückzuführen ist.
6. Kritische Reflexion: Zum Abschluss werden die Grenzen der gewählten Theorie im Hinblick auf ihre Aussagekraft über internationale Organisationen kritisch hinterfragt.
Rohingya-Krise, Myanmar, Vereinte Nationen, Menschenrechte, Transnationaler Konstruktivismus, Spiralmodell, advocacy coalitions, Massenverbrechen, Sicherheitsrat, Sozialisation, Menschenrechtsnormen, internationale Politik, Menschenrechtsverletzungen, Bumerang-Effekt, Völkermord.
Die Arbeit untersucht die Reaktion der UN auf die Unterdrückung der Rohingya-Muslime in Myanmar seit 2017 und analysiert, warum diese Reaktion aus konstruktivistischer Sicht eher schwach ausfällt.
Die zentralen Themen sind internationale Menschenrechtsnormen, die Rolle internationaler Organisationen als Akteure sowie die Bedingungen für politischen Wandel in repressiven Staaten.
Ziel ist es, die verhaltene Reaktion der UN unter Verwendung des Spiralmodells der Menschenrechte theoretisch zu erklären und die Defizite in der Umsetzung internationaler Normen aufzuzeigen.
Es wird eine qualitative Einzelfallstudie (Single Case Study) durchgeführt, um die Anwendbarkeit der Theorie des Transnationalen Konstruktivismus auf den Rohingya-Konflikt zu prüfen.
Der Hauptteil analysiert das Scheitern bei der Bildung von "advocacy coalitions" in Myanmar und testet Hypothesen zum Verhalten der UN-Hauptorgane im Kontext der Menschenrechtsverletzungen.
Die Arbeit lässt sich maßgeblich über Begriffe wie "Rohingya-Krise", "Transnationaler Konstruktivismus", "Spiralmodell" und "advocacy coalitions" definieren.
Aufgrund fehlender innerstaatlicher Sozialisation und einer "Kultur des Misstrauens" gegenüber externen Akteuren konnten sich keine effektiven Koalitionen bilden, die ausreichend Druck auf das Regime ausüben würden.
Die Blockade durch Russland und China im Sicherheitsrat verhindert eine stärkere militärische oder politische Intervention der UN, was laut Theorie die Effektivität des internationalen Menschenrechtsregimes massiv einschränkt.
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