Bachelorarbeit, 2021
42 Seiten, Note: 1,3
1 Einleitung
2 Theoretischer Hintergrund
2.1 Simon-Effekt
2.2 Sozialer Simon-Effekt
2.3 Referential-Coding-Hypothese
2.4 Hypothesen
3 Methode
3.1 Versuchsdesign
3.2 Stichprobe
3.3 Materialien
3.4 Durchführung
4 Ergebnisse
4.1 Allgemeine Ergebnisse
4.2 Manipulationscheck
5 Diskussion
5.1 Zusammenfassung der Ergebnisse
5.2 Interpretation der Ergebnisse
5.3 Implikationen für Theorie und Praxis
Die vorliegende Bachelorarbeit untersucht, inwieweit die Wahrnehmung eines Roboters als menschlich-intentionale oder maschinell-passive Entität den sogenannten sozialen Simon-Effekt in einer virtuellen Interaktion beeinflusst. Ziel ist es, durch eine gezielte Coverstory und Differenzierung der Robotereigenschaften zu prüfen, ob eine höhere wahrgenommene Ähnlichkeit zum menschlichen Ko-Akteur eine stärkere ko-repräsentative Handlung und somit einen ausgeprägteren sozialen Simon-Effekt hervorruft.
1 Einleitung
„Zusammenkommen ist ein Beginn, zusammenbleiben ist ein Fortschritt, zusammenarbeiten ist ein Erfolg.“ Dieses Zitat von Henry Ford drückt aus, dass Kooperationen gewinnbringend und zielführend sein können. Oft ist gemeinsames Handeln notwendig, um Ziele zu erreichen. Eine Fähigkeit, die Menschen auszeichnet, ist die Koordination sozialer Interaktionen. Zwischenmenschliche Interaktionen sind ein Hauptbestandteil des täglichen Lebens, ob es um Tanz, Musizieren, Tennisspiel oder auch um das Arbeiten an gemeinsamen Zielen geht (Dolk et al., 2014). Jeder Einzelne übernimmt einen Teilaspekt der ausgeübten Handlung zur Vervollständigung einer Gesamtaufgabe. Die Teilaufgabe des Partners wird dabei mitverarbeitet. Es hängt von verschiedenen Faktoren ab, ob es zu einer erfolgreichen gemeinsamen Handlung kommt.
Laut Sebanz et al. (2006) ist eine mentale Repräsentation der Handlungen des Partners der Schlüssel zur erfolgreichen Durchführung gemeinsamer Aufgaben. Bei der sogenannten sozialen Simon-Aufgabe, auch bekannt als die gemeinsame Simon-Aufgabe, haben diese mentalen Repräsentationen eine entscheidende Schlüsselfunktion (Sebanz et al., 2003). In dieser Studie soll der soziale Simon-Effekt, früher auch Kompatibilitätseffekt genannt, in einem virtuellen Umfeld mit einer Roboterhand untersucht werden.
1 Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik der sozialen Koordination ein und definiert den sozialen Simon-Effekt sowie die Zielsetzung der Studie.
2 Theoretischer Hintergrund: Es werden die theoretischen Grundlagen des klassischen und sozialen Simon-Effekts sowie die Referential-Coding-Hypothese und die Rolle der Intentionalität dargelegt.
3 Methode: Hier werden das experimentelle Design, die Stichprobengewinnung, die verwendeten Materialien (Coverstory, Skalen) und der Ablauf des Online-Experiments detailliert beschrieben.
4 Ergebnisse: Dieses Kapitel präsentiert die statistische Auswertung der Reaktionszeiten und die Ergebnisse des Manipulationschecks im Rahmen der konfirmatorischen Analyse.
5 Diskussion: Abschließend werden die Ergebnisse zusammengefasst, interpretiert, kritisch reflektiert und Implikationen für zukünftige Forschungsansätze in der Mensch-Maschine-Interaktion abgeleitet.
Sozialer Simon-Effekt, Mensch-Roboter-Interaktion, Referential-Coding-Hypothese, Ko-Repräsentation, Intentionalität, Online-Experiment, Handlungsplanung, Reaktionszeit, Kompatibilitätseffekt, Belief-Manipulation, Virtueller Ko-Akteur, Sozialpsychologie, Kognitionswissenschaft.
Die Arbeit untersucht, wie sich die menschliche Wahrnehmung eines Roboters (als intentionale vs. passive Entität) auf die Effizienz gemeinsamer Handlungen auswirkt, gemessen am sozialen Simon-Effekt.
Die Schwerpunkte liegen auf der sozialen Kognitionspsychologie, der Mensch-Maschine-Kooperation, der Theorie der Ereigniskodierung und der experimentellen Untersuchung von Handlungs-Ko-Repräsentationen.
Das primäre Ziel ist zu klären, ob eine stärkere Attribuierung menschlicher Eigenschaften an einen Roboter einen signifikant höheren sozialen Simon-Effekt bewirkt als bei einem rein maschinell wahrgenommenen Roboter.
Es wurde ein empirisches Online-Experiment im Between-Subject-Design durchgeführt, bei dem die Teilnehmer mit einer virtuellen Roboterhand kooperierten.
Der Hauptteil umfasst die theoretische Herleitung der Hypothesen, die methodische Versuchsplanung inklusive der verwendeten Coverstorys zur Manipulation und die anschließende statistische Analyse der Reaktionsdaten.
Zentrale Begriffe sind der soziale Simon-Effekt, Mensch-Roboter-Interaktion, Intentionalität, Handlungs-Ko-Repräsentation und kognitive Kompatibilität.
Die Teilnehmer in beiden Gruppen (menschlich vs. maschinell) unterschieden sich in ihrer Einschätzung der Roboterhand kaum, was darauf hindeutet, dass die Coverstory entweder nicht stark genug oder implizit wirkte.
Sie dient als theoretische Basis: Je ähnlicher der Ko-Akteur wahrgenommen wird, desto eher entstehen Interferenzprobleme bei der Handlungsplanung, was den Simon-Effekt als Indikator für soziale Handlungs-Ko-Repräsentation verstärkt.
Die Autorin schlägt den Einsatz von Eye-Tracking vor, um präziser zu erfassen, worauf die Teilnehmer ihre Aufmerksamkeit richten, und empfiehlt, den Manipulationscheck zeitnah zur experimentellen Manipulation zu platzieren.
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