Masterarbeit, 2022
161 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Begrifflichkeiten
2.1 Digitale Medien
2.2 Digitalisierung
2.3 Medienkompetenz/ -bildung
3 Rahmenbedingungen auf bildungspolitischer Ebene
3.1 Bildungsrechtliche Vorgaben
3.1.1 Strategiepapier KMK 2016
3.1.2 Bildungsplan BW
3.2 Bildungsinfrastruktur – DigitalPakt
3.3 Mediensituation in Schulen in Deutschland
3.3.1 Deutschland im internationalen Vergleich
3.3.2 Baden-Württemberg im nationalen Vergleich
3.3.3 Mediensituation in Grundschulen in Deutschland
4 Lernen mit digitalen Medien
4.1 Umgang mit digitalen Medien – Erwartungen
4.2 Lernpsychologie
4.3 Modelle für die Integration von Technologien in den Unterricht
4.3.1 TPACK-Modell
4.3.2 SAMR-Modell
4.4 Digitale Medien im Unterricht
4.5 Lerneffektivität von digitalen Medien – aktueller Forschungsstand
5 Digitale Medien im Mathematikunterricht aus fachdidaktischer Sicht
5.1 Mathematikdidaktische Akzente
5.2 Chancen des Einsatzes digitaler Medien
5.2.1 Repräsentationsformen
5.2.2 Verlagerung der kognitiven Belastung
5.2.3 Multitouch-Bedienung
5.2.4 Rückmeldung
5.2.5 Individualisierung
5.2.6 Motivation
5.2.7 Förderung von konstruktivistischen Lernformen
5.3 Herausforderungen des Einsatzes digitaler Medien
5.3.1 Digitale Spaltung
5.3.2 Problematische Mediennutzung und Medieninhalte
5.3.3 Auswirkungen auf die Rezipierende
5.3.4 Digitale Medien als Störfaktor im Unterricht
5.3.5 Fehlverwendung in Schulen
6 Empirische Methodik
6.1 Forschungsdesign
6.2 Untersuchungsinstrument
6.3 Stichprobe
6.4 Durchführung der Befragung
6.5 Datenaufbereitungs- und Datenauswertungsmethode
6.6 Methodenreflexion
7 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse
7.1 Rahmenbedingungen
7.2 Persönliche Einstellung gegenüber digitalen Medien
7.3 Chancen des Einsatzes im Mathematikunterricht
7.4 Herausforderungen des Einsatzes im Mathematikunterricht
7.5 Einsatz der digitalen Medien im Mathematikunterricht
7.6 Verbesserungen
8 Fazit
Diese Masterarbeit untersucht die Chancen und Herausforderungen, die Lehrkräfte in der Nutzung digitaler Medien im Mathematikunterricht an Grundschulen in Baden-Württemberg sehen, um den tatsächlichen Einsatz dieser Medien besser zu verstehen und wissenschaftlich einzuordnen.
5.2.1.2 Unterstützung beim Repräsentationswechsel
Mathematik ist ein sehr abstraktes Fach. Der Einbezug verschiedener Repräsentationsformen ist daher in der Mathematik unvermeidlich. Nur so kann den Schüler*innen ein Zugang geschaffen und ein tieferes mathematisches Verständnis erreicht werden (Thurm 2019, S. 14). Wie im Kapitel 5.1 aufgelistet, ist im Bildungsplan der Grundschule (2016) im Fach Mathematik unter anderem die prozessbezogene Kompetenz des Darstellens verankert. Diese umfasst die Kompetenz mathematische Probleme anhand von geeigneten Darstellungen zu lösen, eine Darstellung in eine andere zu übertragen und sie miteinander zu vergleichen bzw. zu bewerten (KM BW 2016a, S. 11).
Eine fundamentale Aufgabe des Anfangsunterrichts ist die Entwicklung des Zahlbegriffsverständnisses (DZLM o.J.b). Dazu gehört unter anderem der Aufbau des Operationsverständnisses. Dieses Verständnis ist erreicht, wenn Kinder zwischen verschiedenen Repräsentationsebenen wechseln können. Der Psychologe Bruner nennt hierbei drei verschiedene Repräsentationsebenen: enaktiv, ikonisch und symbolisch, die essenziell für das Beherrschen von mathematischen Sachverhalten sind. Enaktiv bedeutet, eine Handlung passend zum mathematischen Objekt durchführen zu können. Ikonisch umfasst die bildliche Darstellung des Sachverhaltes und die symbolische Darstellung entspricht der geschriebenen Ziffer oder dem entsprechenden Zahlwort (Bruner 1974, S. 49). Wenn Schüler*innen den Wechsel zwischen den Repräsentationsmodi (intermodaler Transfer) beherrschen und gleichzeitig auch innerhalb der Modi die Darstellungsform ändern können (intramodaler Transfer), verfügen sie über ein Operationsverständnis. „Eine möglichst enge Verknüpfung verschiedener Repräsentationsformen (enaktiv, ikonisch, symbolisch) [sorgt] für ein besseres Verständnis des Kindes für den mathematischen Inhalt. Insbesondere die automatische Verknüpfung der Darstellungen in einer App unterstützt die Kinder beim intermodalen Transfer“ (Ladel 2018, S. 6). Viele Schüler*innen haben beim Wechsel in verschiedene Repräsentationsmodi allerdings Schwierigkeiten, da diese Kompetenz hoch komplex ist (Duval 2006, S. 127). „The true challenge of mathematics education is first to develop the ability to change representation register” (ebd., S. 128).
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die zunehmende Bedeutung der Digitalisierung im Alltag und in der Schule und leitet die Forschungsfrage zu Chancen und Herausforderungen im Mathematikunterricht ab.
2 Begrifflichkeiten: In diesem Kapitel werden zentrale Termini wie digitale Medien, Digitalisierung und Medienkompetenz definiert und theoretisch eingeordnet.
3 Rahmenbedingungen auf bildungspolitischer Ebene: Es werden die offiziellen Vorgaben (KMK, Bildungsplan BW) sowie der DigitalPakt und die aktuelle Mediensituation in Schulen dargelegt.
4 Lernen mit digitalen Medien: Dieses Kapitel betrachtet die verschiedenen Positionen zum Medieneinsatz, lerntheoretische Ansätze sowie Modelle (TPACK, SAMR) zur Integration von Technologie.
5 Digitale Medien im Mathematikunterricht aus fachdidaktischer Sicht: Hier werden fachdidaktische Aspekte mit den Chancen und Herausforderungen des Medieneinsatzes im Mathematikunterricht verknüpft.
6 Empirische Methodik: Die methodische Vorgehensweise, das Forschungsdesign sowie die Durchführung und Auswertung der geführten Interviews werden transparent gemacht.
7 Darstellung und Interpretation der Ergebnisse: Die empirischen Ergebnisse werden präsentiert, entlang der Hauptkategorien analysiert und interpretativ mit der Theorie zusammengeführt.
8 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen, diskutiert Limitationen der Arbeit und leitet Ausblicke für weiteren Forschungsbedarf ab.
Digitalisierung, Mathematikunterricht, Grundschule, Medienkompetenz, Digitale Medien, Lernpsychologie, Fachdidaktik, Schulentwicklung, DigitalPakt, Unterrichtsplanung, Empirische Forschung, Medienbildung, Lernsoftware, Repräsentationsformen, Lehrkräfte
Die Arbeit untersucht den Stellenwert und die praktische Umsetzung digitaler Medien im Mathematikunterricht an Grundschulen in Baden-Württemberg unter Berücksichtigung von Chancen und Herausforderungen.
Die Themenfelder umfassen bildungspolitische Rahmenbedingungen, lerntheoretische Grundlagen, fachdidaktische Potenziale digitaler Medien sowie die empirische Untersuchung von Lehrkräfteerfahrungen.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, welche Chancen und Herausforderungen ausgewählte Lehrkräfte aus fachdidaktischer Sicht in der Nutzung digitaler Medien sehen und wie sich diese auf den Unterricht auswirken.
Die Arbeit basiert auf einem qualitativen Forschungsdesign, konkret wurden leitfadengestützte Interviews mit acht Mathematiklehrkräften geführt und mittels inhaltlich-strukturierender qualitativer Inhaltsanalyse ausgewertet.
Der Hauptteil erörtert zunächst theoretische Grundlagen (Rahmenbedingungen, Lernpsychologie, Didaktik) und stellt anschließend die empirischen Ergebnisse aus den Interviews vor und interpretiert diese.
Wesentliche Begriffe sind Digitalisierung, Mathematikunterricht, Grundschule, Medienkompetenz, TPACK, SAMR, Lehrkräfte und fachdidaktische Potenziale.
Tablets werden aufgrund ihrer einfachen Handhabung und vielfältigen Einsatzmöglichkeiten (z.B. als Werkzeug oder für Lernspiele) als sehr positiv und als große Chance für den Mathematikunterricht wahrgenommen.
Zu den größten Hemmnissen zählen die mangelnde technische Infrastruktur, der hohe zeitliche Aufwand für die Vorbereitung sowie die Sorge, dass haptische Erfahrungen der Kinder vernachlässigt werden könnten.
Das SAMR-Modell dient als Analyseinstrument, um den Grad der Implementierung digitaler Medien in der Unterrichtspraxis der interviewten Lehrkräfte zu klassifizieren und zu reflektieren.
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