Examensarbeit, 2008
74 Seiten, Note: 2,3
1. Einleitung
1.1 Begründung der Fragestellung
1.2 Gegenstand und Ziel der Arbeit
1.3 Methodisches Vorgehen und Grundlagen der Arbeit
1.4 Zum Begriff Mega-Event
2. Angaben zum Kontext
2.1 Die ökonomische Bedeutung des Sports in Deutschland
2.1.1 Professioneller Sport als Wirtschaftszweig
2.1.2 Wirtschaftliche Aspekte des Freizeitsports
2.1.3 Sport als Unterhaltung
2.1.4 Sport als Massenphänomen
2.2 Geschichte der FIFA-Weltmeisterschaft
2.3 Die Fußball-WM 2006 als Mega-Event
3. Die WM 2006
3.1. Untersuchungen im Vorfeld zur WM 2006
3.1.1 Mögliche ökonomische Effekte der WM 2006
3.1.2 Darstellung des Analysemodells von Rahmann u. a.
3.1.3 Zur Problematik eines geeigneten Analyseverfahrens
3.1.4 Die Merkmale der Kosten-Nutzen-Analyse (KNA)
3.1.5 Zentrale Begriffe des Verfahrens
3.1.6 Strukturmodell
3.2. Langfristiger wirtschaftlicher Nutzen der WM 2006
3.3 Fazit der Studie von Rahmann u. a.
4. Wirtschaftliche Ergebnisse
4.1 Aktueller wirtschaftlicher Nutzen der WM 2006
5. Auswertung der Ergebnisse
6. Ausblick auf die WM 2010 in Südafrika
7. Schlussbetrachtung
Die vorliegende Arbeit untersucht kritisch, ob Sport-Mega-Events wie die FIFA-Weltmeisterschaft 2006 tatsächlich als Garant für nachhaltiges Wirtschaftswachstum fungieren oder ob ihre ökonomische Bedeutung überschätzt wird. Ziel ist die wissenschaftliche Analyse der wirtschaftlichen Auswirkungen am Beispiel der WM 2006 unter Gegenüberstellung von Vorfeldprognosen und tatsächlichen Resultaten.
3.1.5 Zentrale Begriffe des Verfahrens
Zuerst sollen grundlegende Begriffe geklärt und die methodischen Prinzipien der KNA erläutert werden. Dabei soll nicht genauer auf die Theorie und Empirie der KNA eingegangen werden.
Es sei an dieser Stelle erwähnt, dass es sich um eine Prognose im Vorfeld handelt und zum Zeitpunkt der Erstellung der KNA noch erhebliche Unsicherheit über entscheidende Variablen bestanden. Daher wurden verschieden Szenarien entwickelt, die unterschiedliche variable Werte beachteten. Diese Szenarien bildeten schlussendlich die Basis für eine Beurteilung der möglichen sozio-ökonomischen Auswirkungen der FIFA-WM 2006 für Deutschland.
Kosten und Nutzen sind die zentralen Begriffe der Analyse. Worauf sich Kosten und Nutzen beziehen, sind als Variablen aufgelistet und bilden die qualitativen Ausgangsgrößen. Kosten und Nutzen sind demnach Wirkungs- und Effektgrößen dieser Variablen, die dann in einem weiteren Schritt der Bewertung und Gewichtung unterzogen werden. Der KNA liegt ein vorher festgelegtes Ziel oder Zielsystem zugrunde, welches mit dem zu untersuchenden Projekt erreicht werden soll.
Speziell bedeutet das, dass Kosten als Zielverletzungen anzusehen sind, und Nutzen als Zielerfüllung.
Wichtig zu erwähnen ist, dass das Konzept der Kosten und Nutzen von dem Begriffspaar der Ausgaben und Einnahmen zu unterscheiden ist.
Eine Vervielfachung der Besucherzahlen führt beispielsweise zwar zu einer Erhöhung der Einnahmen, es könnten gleichzeitig jedoch sog. Überfüllungskosten (Gedränge, Lärm) entstehen und zusätzliche Infrastrukturinvestitionen oder höhere Sicherheitsausgaben nach sich ziehen.
Die Entscheidung, ob die Zunahme an Besuchern als positiv oder negativ zu bewerten ist, entscheidet erst der Nettoeffekt (Nutzen minus Kosten).
Um genauere Aussagen über die Eigenschaften der Effekte treffen zu können, und um quantitative (in Geld berechenbare) und qualitative (politisch-normative) Wirkungen zu unterscheiden, ist die KNA in verschiedene Kosten-Nutzen Kategorien einzuteilen.
1. Einleitung: Einführung in die gesellschaftliche und ökonomische Bedeutung des Sports sowie Herleitung der Forschungsfrage anhand der Thesen zum "Wirtschaftsmotor" WM.
2. Angaben zum Kontext: Analyse des Sportmarktes in Deutschland und der historischen Entwicklung sowie Definition des Begriffs "Mega-Event".
3. Die WM 2006: Detaillierte Betrachtung der methodischen Vorfelduntersuchungen, insbesondere der Kosten-Nutzen-Analyse und des Strukturmodells zur Einschätzung der WM 2006.
4. Wirtschaftliche Ergebnisse: Empirische Auswertung der tatsächlichen ökonomischen Effekte wie Tourismus, Beschäftigung und Einzelhandel nach der WM 2006.
5. Auswertung der Ergebnisse: Kritische Reflexion der Diskrepanz zwischen öffentlicher Wahrnehmung und messbaren ökonomischen Wachstumsfaktoren.
6. Ausblick auf die WM 2010 in Südafrika: Übertragung der Erkenntnisse auf den afrikanischen Kontext und Bewertung der spezifischen Herausforderungen und Chancen.
7. Schlussbetrachtung: Zusammenfassende Bewertung, dass der emotionale Nutzen der WM den direkten wirtschaftlichen Effekt überwiegt und eine Verallgemeinerung als Wirtschaftsgarant nicht zulässig ist.
FIFA-WM 2006, Sportökonomie, Kosten-Nutzen-Analyse, Mega-Event, Wirtschaftswachstum, Infrastruktur, Standortentscheidung, Tourismus, Beschäftigungseffekte, Nachnutzung, Strukturförderung, Erlebnisnutzen, WM 2010 Südafrika, ökonomische Prognose, Nettogegenwartswert.
Die Arbeit untersucht die ökonomische Rentabilität von Sport-Mega-Events, speziell der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 in Deutschland, unter Berücksichtigung verschiedener wirtschaftswissenschaftlicher Thesen.
Die Untersuchung beleuchtet die ökonomische Relevanz des Sports, die methodische Anwendung der Kosten-Nutzen-Analyse (KNA) auf Großveranstaltungen sowie die tatsächlichen Auswirkungen auf Tourismus, Einzelhandel und Arbeitsmarkt.
Das Ziel ist die Gegenüberstellung und Diskussion der Thesen, ob ein Sport-Mega-Event ein "Garant für Wirtschaftswachstum" ist oder ob es wirtschaftlich betrachtet als "kein Wirtschaftsmotor" eingestuft werden muss.
Der Autor stützt sich maßgeblich auf die Kosten-Nutzen-Analyse (KNA) sowie auf eine vergleichende Literaturstudie aktueller Wirtschaftsberichte und ökonomischer Analysen, wie etwa jener von Prof. Wolfgang Maennig.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische methodische Vorbereitung (KNA, Strukturmodell) und die anschließende empirische Auswertung der nach der WM verfügbaren Daten.
Zu den zentralen Begriffen zählen: FIFA-WM 2006, Kosten-Nutzen-Analyse, Sportökonomie, ökonomischer Nettoeffekt und Strukturförderung.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der wirtschaftliche Nutzen der WM 2006 für die deutsche Volkswirtschaft eher marginal war, der emotionale und gesellschaftliche Wert (Erlebnisnutzen) jedoch von hoher Bedeutung für die Bevölkerung war.
Die Arbeit benennt insbesondere die desolate Infrastruktur, das Problem der hohen Kriminalitätsrate und die schwierige Frage der langfristigen Stadion-Nachnutzung als kritische Faktoren für Südafrika.
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