Diplomarbeit, 2008
110 Seiten, Note: 2,0
1 Einleitung
1.1 Problemstellung
1.2 Ziel und Aufbau der Arbeit
2 Psychologische Grundlagen der Emotion
2.1 Emotion und Begrifflichkeiten
2.1.1 Emotion
2.1.2 Gefühl
2.1.3 Stimmung
2.1.4 Affekt
2.2 Klassifikation von Emotionen
2.3 Auslösebedingungen von Emotionen
2.3.1 Auslösendes Ereignis
2.3.2 Ereignistyp
2.3.3 Subjektive Einschätzung des Ereignisses
2.3.4 Situativer Kontext
2.3.5 Persönliche Disposition einer Person
2.3.6 Regulationsstrategien von Gefühlszuständen
2.3.6.1 Bewusste oder unbewusste Regulation
2.3.6.2 Emotionsregulation als Kompetenz
2.4 Einfluss von Emotionen
2.4.1 Einfluss auf die Gesundheit
2.4.2 Einfluss auf die Wahrnehmung
2.5 Fazit Emotionen
3 Emotionale Intelligenz
3.1 Begrifflichkeit Emotionale Intelligenz
3.2 Erläuterung der emotionalen Intelligenz und Wirkung
3.3 Erkenntnisse aus der Intelligenzforschung
3.3.1 Emotionale Intelligenz und IQ
3.3.2 Das leidenschaftliche Gehirn
3.3.2.1 Elliot
3.3.2.2 Phineas Gage
3.3.3 Ein Blick in die Neurobiologie
3.4 Theoretische Konzepte zur Emotionalen Intelligenz
3.4.1 Edward L. Thorndike
3.4.2 Howard Gardner
3.4.3 Salovey und Mayer
3.4.4 Daniel Goleman
3.4.4.1 Selbstwahrnehmung
3.4.4.2 Selbstregulation
3.4.4.3 Motivation
3.4.4.4 Empathie
3.4.4.5 Soziale Fähigkeit
3.5 Fazit Emotionale Intelligenz
4 Konfliktmanagement
4.1 Konflikt
4.2 Vor- und Nachteile von Konflikten
4.2.1 Nachteile von Konflikten
4.2.2 Vorteile von Konflikten
4.3 Typologie von Konflikten
4.4 Konfliktarten
4.4.1 Intrapersonale und interpersonale Konflikte
4.4.2 Heiße und kalte Konflikte
4.5 Konfliktmanagement
4.6 Konfliktfähigkeit
4.7 Konflikteskalationsstufen nach F. Glasl
4.7.1 Erste Ebene – win-win-Strategie
4.7.2 Zweite Ebene: win-lose-Strategie
4.7.3 Dritte Ebene: lose-lose-Strategie
4.8 Konfliktstile
4.8.1 Integrativer Konfliktstil
4.8.2 Nachgiebiger Konfliktstil
4.8.3 Vermeidender Konfliktstil
4.8.4 Dominanter Konfliktstil
4.8.5 Kompromissbereiter Konfliktstil
4.9 Eisbergmodell der Konfliktdynamik – Die zwei Dimensionen eines Konfliktes
4.9.1 Beispiel
4.9.2 Eisbergmodell und Emotionale Intelligenz
4.10 EI im Konfliktmanagement und Streitvermeidungsstrategien
4.10.1 Keine direkte Konfrontation mit Gefühlen
4.10.2 Verwechslung von Handlung und Motiv
4.10.3 Verwechslung von Gefühl und Überlegung
4.10.4 Falsche oder mangelnde Wahrnehmungen
4.11 Fazit Konfliktmanagement
5 Erste Untersuchung
5.1 Befragung
5.2 Versuchspersonen
5.3 Methode
5.4 Fragebogen Emotionale Intelligenz
5.5 Fragebogen Konfliktmanagement
5.6 Ergebnisse
5.6.1 Emotionale Intelligenz
5.6.2 Emotionale Intelligenz und Konfliktstile
5.6.3 Konfliktstile
6 Zweite Untersuchung
6.1 Fragebogen
6.2 Versuchspersonen
6.2.1 Geschlechterverteilung
6.2.2 Studienrichtungen
6.2.3 Alter
6.3 Mittelwert und Standardabweichung
6.3.1 Emotionale Intelligenz
6.3.2 Konfliktstile
7 Deskriptive Statistik - Korrelationsanalyse
7.1 Emotionale Intelligenz
7.2 Emotionale Intelligenz und Konfliktstilen
7.3 Konfliktstile
8 Ergebnisse
8.1 Emotionale Intelligenz
8.2 Emotionale Intelligenz und Konfliktstile
8.3 Konfliktstile
8.4 Fazit Korrelationsanalyse
9 Fazit Emotionale Intelligenz und Konfliktmanagement
10 Gesamtfazit
Das primäre Ziel dieser Diplomarbeit ist es, den wissenschaftlichen Zusammenhang zwischen verschiedenen Faktoren der emotionalen Intelligenz und der Anwendung spezifischer Konfliktstile empirisch zu untersuchen. Dabei wird der Frage nachgegangen, ob eine höhere Ausprägung emotionaler Intelligenz tatsächlich die Konfliktfähigkeit verbessert und zu produktiveren Konfliktlösungswegen führt.
3.3.2.1 Elliot
Nicht nur, dass die Emotionen eine bedeutende Rolle im Leben spielen, was das Treffen von Entscheidungen und Zufriedenheit im Leben betrifft - ohne sie wäre der Mensch nicht einmal lebensfähig. Das zeigt ein Beispiel des Neuropsychologen Antonio Damasio (Vgl. Klein, 2002, S.41): Sein Patient Elliot, erfolgreicher Jurist, guter Ehemann und Vater wurde von einem Tumor befallen, der sein Stirnhirn oberhalb der Nasenhöhle zerstörte. Der Tumor wurde entfernt, aber Elliots Persönlichkeit war nicht mehr dieselbe. Es fiel ihm schwer, sich zu organisieren, Entscheidungen zu treffen, er hatte den Blick für das Wesentliche verloren. Zeigte man Elliot Bilder von brennenden Häusern und ertrinkenden Menschen, so zeigte er keine Regung. Er schien von den Szenen unberührt, sie ließen ihn kalt. Er entgegnete nur, er merke, das Themen, die ihn einst sehr erregt hätten, jetzt keinerlei Reaktionen mehr in ihm hervorriefen, weder positive noch negative. Elliot, der Mann ohne Gefühle. Elliot verlor erst seinen Job, dann ging seine Ehe in die Brüche. Da er nicht mehr in der Lage war, Emotionen zu empfinden, kam er mit den normalsten Alltagssituationen nicht mehr zurecht. Nach Kast (2007) fand Damasio heraus, dass Elliot normal sprach und keinerlei Gedächtnisprobleme hatte, sogar sein IQ lag über dem Durchschnitt. Somit konnte es ihm nicht an Intelligenz und Wissen fehlen, dafür aber an etwas anderem, das dies die Ursache für sein Versagen im Alltag war: Elliot mangelte es an Gefühl. Das zeigte den Forschern erstmals, dass der Verstand ohne Emotionen nicht vorteilhaft funktionieren konnte, um ein „normales“ Leben leben zu können.
1 Einleitung: Die Verfasserin erläutert ihre Motivation, das Thema der emotionalen Intelligenz im Kontext des Konfliktmanagements zu erforschen und legt die Forschungsfrage sowie den Aufbau der Arbeit dar.
2 Psychologische Grundlagen der Emotion: Dieses Kapitel definiert zentrale Begrifflichkeiten, klassifiziert Emotionen in primäre und sekundäre Formen und beleuchtet deren Einfluss auf Gesundheit sowie Wahrnehmung.
3 Emotionale Intelligenz: Hier werden das Konstrukt der emotionalen Intelligenz sowie neurobiologische Grundlagen und bedeutende theoretische Konzepte (u.a. von Goleman, Gardner und Salovey/Mayer) detailliert dargestellt.
4 Konfliktmanagement: Das Kapitel behandelt die Natur von Konflikten, eskaliert Stufen nach F. Glasl, verschiedene Konfliktstile und die Relevanz emotionaler Kompetenz für eine konstruktive Konfliktbewältigung.
5 Erste Untersuchung: Die Autorin präsentiert die Ergebnisse ihrer ersten Befragung, in der sie untersuchte, welche Konfliktstile in Verbindung mit emotionaler Intelligenz bei einer allgemeinen Stichprobe stehen.
6 Zweite Untersuchung: Dieser Abschnitt beschreibt die Durchführung einer zweiten, umfangreicheren empirischen Untersuchung, die speziell auf die Zielgruppe der Studenten fokussiert.
7 Deskriptive Statistik - Korrelationsanalyse: Die statistische Auswertung der Daten wird hier vorgenommen, um die Zusammenhänge zwischen den Bausteinen der emotionalen Intelligenz und den verschiedenen Konfliktstilen zu verifizieren.
8 Ergebnisse: Die gewonnenen Daten aus der Korrelationsanalyse werden interpretiert, wobei die wechselseitigen Einflüsse von emotionaler Intelligenz und dem individuellen Konfliktverhalten verdeutlicht werden.
9 Fazit Emotionale Intelligenz und Konfliktmanagement: Die Verfasserin zieht eine Bilanz und betont die Bedeutung von erlernbaren Kompetenzen zur Verbesserung der Konfliktfähigkeit.
10 Gesamtfazit: Das abschließende Urteil fasst zusammen, dass emotionale Intelligenz keine statische Größe ist, sondern aktiv entwickelt werden kann, um in privaten und beruflichen Umfeldern erfolgreich zu agieren.
Emotionale Intelligenz, Konfliktmanagement, Emotionen, Konfliktfähigkeit, Konfliktstile, Psychologie, Korrelationsanalyse, Emotionsregulation, Selbstwahrnehmung, Empathie, Soziale Kompetenz, Glasl, Goleman.
Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der emotionalen Intelligenz eines Menschen und dessen individuellen Konfliktstilen sowie der allgemeinen Fähigkeit, Konflikte konstruktiv zu bewältigen.
Die zentralen Felder umfassen die psychologischen Grundlagen von Emotionen, wissenschaftliche Modelle der emotionalen Intelligenz, die Dynamik von Konflikten (nach Glasl) sowie die empirische Analyse von Konfliktverhaltensweisen.
Das Ziel ist herauszufinden, ob Menschen mit einer höheren Ausprägung emotionaler Intelligenz über eine bessere Konfliktfähigkeit verfügen und welche spezifischen Stile der Konfliktlösung sie bevorzugt einsetzen.
Die Verfasserin nutzt eine theoretische Literaturanalyse kombiniert mit zwei empirischen Befragungen, die mittels Korrelationsanalysen ausgewertet werden, um Zusammenhänge zwischen Fragebogen-Items zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Fundierung (Emotionen, Emotionale Intelligenz, Konfliktmanagementsysteme) und die praktische Durchführung der Studien (Erste und Zweite Untersuchung inklusive statistischer Auswertung).
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie "Emotionsregulation", "Konfliktfähigkeit", "Win-Win-Strategien" sowie spezifische Testmethoden wie das ROCI-II (Rahim Organizational Conflict Inventory).
Die Autorin nutzt diese Differenzierung, um aufzuzeigen, wie sich Emotionen in verschiedenen Eskalationsstufen manifestieren und warum emotionale Intelligenz zur Deeskalation (insbesondere bei heißen Konflikten) notwendig ist.
Die Autorin schlussfolgert, dass emotionale Intelligenz keine statische, unveränderbare Größe ist, sondern erlernt und durch gezielte Reflektion und soziale Kompetenzschulung ausgebaut werden kann.
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