Bachelorarbeit, 2022
70 Seiten, Note: 1,0
1 Einleitung
2 Technologische Grundlagen
2.1 Peer-to-Peer Netzwerke und Distributed-Ledger
2.2 Blockchain
2.2.1 Funktionsweise
2.2.2 Klassifikation
2.2.3 Problematik und Weiterentwicklung
2.3 Blockchain 2.0
3 Smart Contracts
3.1 Definition
3.2 Funktionsweise
3.3 Evaluation und Anwendungsgebiete
4 Juristische Betrachtung von Smart Contracts
4.1 Vorvertragliche Herausforderungen
4.1.1 Zurechnung von Willenserklärungen
4.1.2 Software als Vertragssprache
4.1.3 Smart Contracts und das AGB-Gesetz
4.1.4 Gefahr der unerlaubten Rechtsdienstleistung
4.2 Vertragsschluss
4.2.1 Angebot und Annahme mittels Smart Contract
4.2.2 Kryptowährung als schuldrechtliche Gegenleistung
4.3 Störungen im Vertragsverhältnis
4.3.1 Wirksamkeitshindernisse
4.3.2 Rechtsvernichtende Einwendungen
4.3.3 Leistungsstörungen
4.3.4 Digitale Konfliktlösung und Rückabwicklung
4.3.5 Automatisierte Selbstjustiz
4.4 Vereinbarkeit von Transparenz und Datenschutz
5 Fazit
Die vorliegende Arbeit untersucht die juristischen Rahmenbedingungen von Smart Contracts in Deutschland, um zu klären, unter welchen Bedingungen diese automatisierten Verträge de lege lata rechtssicher eingesetzt werden können. Der Fokus liegt dabei auf der Klassifizierung als Vertrag im Rechtssinn sowie der Identifizierung regulatorischer Hürden im Zivil-, Finanz- und Datenschutzrecht.
4.1.1 Zurechnung von Willenserklärungen
Gemäß herrschender Meinung (h. M.) handelt es sich bei der Rechtsfähigkeit um die Eigenschaft, Träger von Rechten und Pflichten zu sein. Hiervon abzugrenzen ist die Geschäftsfähigkeit als Fähigkeit, wirksame Willenserklärungen abzugeben und sich somit selbstständig im Rahmen von Rechtsgeschäften zu verpflichten. Da eine Verpflichtung konsequenterweise nur möglich ist, wenn jemand auch Träger von Pflichten sein kann, setzt die Geschäftsfähigkeit eine Rechtsfähigkeit voraus. Abgesehen von natürlichen Personen mit vollendeter Geburt nach § 1 BGB sind juristische Personen gleichermaßen rechtsfähig. Eine unbeschränkte Geschäftsfähigkeit hingegen liegt nicht schon bei Geburt, sondern i. S. d. §§ 2, 104, 106 BGB erst bei Erreichen des 18. Lebensjahres vor.
Dient ein Smart Contract gemäß Fall 1 nur der Umsetzung von Vereinbarungen eines analogen Vertrags, ergeben sich aus der Nutzung keine Besonderheiten, da Angebot und Annahme des Vertrags unabhängig vom Smart Contract erfolgen. Hierbei agiert der Programmcode lediglich als technisches Hilfsmittel zum Leistungsaustausch eines off-chain zustande gekommenen Vertrags und bedarf keiner weiteren zivilrechtlichen Beurteilung. Anders sieht die Lage jedoch aus, wenn in Fall 2 mindestens eine Partei ihre Willenserklärung über den Smart Contract automatisiert. Eine solche automatisierte Willenserklärung gilt nach Auslegung anhand der §§ 133, 157 BGB von der Person (natürlich oder juristisch) als abgegeben, die den Smart Contract samt essentialia negotii, also den notwendigen Vertragsbestandteilen, in die Blockchain integriert.
1 Einleitung: Diese Einleitung stellt die technologische Relevanz von Blockchain und Smart Contracts vor und definiert die Forschungsfrage bezüglich ihrer juristischen Einordnung in Deutschland.
2 Technologische Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Funktionsweise von Netzwerken, Blockchain-Systemen und Konsensmechanismen als technische Basis für Smart Contracts.
3 Smart Contracts: Hier wird der Begriff definiert, die Funktionsweise beschrieben und das Potenzial der Technologie für verschiedene Anwendungsgebiete evaluiert.
4 Juristische Betrachtung von Smart Contracts: Dieses Kernkapitel untersucht die rechtlichen Herausforderungen bei Vertragsschluss, AGB-Einbeziehung, Leistungsstörungen und Datenschutz.
5 Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und kommt zu dem Schluss, dass Smart Contracts eine nützliche Software darstellen, jedoch an Zivilrechts- und Datenschutzgrenzen stoßen.
Blockchain, Smart Contracts, Zivilrecht, Datenschutzrecht, AGB-Recht, Rechtsdienstleistungsgesetz, Willenserklärung, Vertragsschluss, Leistungsstörungen, DS-GVO, Konsensmechanismus, Legal Tech, Vertragssprache, Automatisierung, Rechtsfähigkeit.
Die Arbeit analysiert die juristische Einordnung und die regulatorischen Rahmenbedingungen für den Einsatz von Smart Contracts auf Basis der Blockchain-Technologie in Deutschland.
Die zentralen Themenfelder umfassen die technologischen Grundlagen, die vertragsrechtliche Beurteilung, die Vereinbarkeit mit dem AGB-Recht, das Rechtsdienstleistungsgesetz sowie datenschutzrechtliche Aspekte.
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, inwieweit ein Smart Contract als Vertrag im Rechtssinn klassifiziert werden kann und unter welchen Bedingungen sein Einsatz nach deutschem Recht möglich ist.
Es wird auf einschlägige Fachliteratur und Rechtsprechung zurückgegriffen, ergänzt durch eine selbstständige Subsumtion von Sachverhalten unter die Tatbestände des geltenden Rechts.
Im Hauptteil werden sowohl vorvertragliche Aspekte wie die Zurechnung von Willenserklärungen als auch die Durchführung von Verträgen, der Umgang mit Störungen und die Vereinbarkeit mit der DS-GVO behandelt.
Die wichtigsten Schlagworte sind Blockchain, Smart Contracts, Zivilrecht, Datenschutzrecht, Vertragsschluss und Rechtsdienstleistungsgesetz.
Der Autor lehnt die Interpretation ab, dass der Programmcode losgelöst vom Gesetz das einzige gültige Recht sei; er vertritt stattdessen die Ansicht "Code has to obey the Law".
Die Unveränderlichkeit der Blockchain widerspricht den Anforderungen der DS-GVO, insbesondere den Betroffenenrechten auf Löschung oder Berichtigung von Daten.
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