Bachelorarbeit, 2021
48 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1 Morphologie
2.2 Syntax
3. Forschungsstand
3.1 Lexikalische Integrität
3.2 Relationale Morphologie
3.3 Konstruktionsmorphologie
3.4 Distribuierte Morphologie
4. Diskussion
4.1 Begriff der Komponente und des Moduls
4.2 Aufbau des Sprachsystems
4.2.1 Module des Sprachsystems
4.2.2 Das Lexikon
4.3 Phrasale Wortbildung
4.3.1 Phrasenkomposition
4.3.2 Phrasenderivation
4.3.3 Phrasenkonversion
5. Zusammenfassung
Diese Bachelorarbeit untersucht das Verhältnis zwischen Morphologie und Syntax innerhalb des menschlichen Sprachsystems. Das primäre Ziel ist es zu erörtern, ob es sich um zwei eigenständige, getrennte Module handelt oder ob eine tiefgreifende Interaktion bzw. ein einheitliches System vorliegt, insbesondere unter Berücksichtigung von Phänomenen der phrasalen Wortbildung.
1. Einleitung
Bis aus einem Gedanken ein ausgesprochener Satz wird, müssen eine Reihe von Prozessen ablaufen. Die Untersuchung dieser Prozesse ist der Gegenstand der kognitiven Linguistik. Bei der Betrachtung der Sprache als kognitive Leistung wird je nach Theorie entweder angenommen, dass es allgemeine Prinzipien für alle kognitiven Fähigkeiten gibt oder dass die Sprache als unabhängiges Subsystem im kognitiven System eigene Prinzipien umfasst (vgl. Friederici 1987: 4f.).
Im Sinne der letzteren Theorie, der sogenannten Modularitätstheorie, wird die Sprache als eigenständiges, komplexes Netzwerk verstanden, das sich aus einer Reihe von kleineren, modularen Prozessebenen zusammensetzt (vgl. Friederici 1987: 25, 50). Die Frage, welche Module innerhalb des Sprachsystems angenommen werden sollten, wird in der Forschung häufig diskutiert. Beispiele für ein solches Modul stellen die Phonologie, die die lautlichen Aspekte sowie die lautlichen Einheiten einer Sprache behandelt und die Semantik, die die Bedeutung von Wörtern und Sätzen behandelt, dar (vgl. Pafel 2011: 2f.). Während sich die Natur der Gegenstände in diesen zwei Systemen offenkundig unterscheidet und somit zwei voneinander getrennte Module angenommen werden müssen, ist diese Trennung nicht bei allen Modulen derart ersichtlich. Insbesondere hinsichtlich der Morphologie, die die Wortstruktur behandelt (vgl. Haspelmath & Sims 2010: 1), und der Syntax, die sich mit der Satzstruktur beschäftigt (vgl. Pafel 2011: 2), gibt die Ähnlichkeit dieser Gegenstände Anlass zur Diskussion, inwieweit sich diese Systeme unterscheiden. Die Frage, ob die Wortbildung und die Satzbildung zu derselben Komponente im Sprachsystem gehören oder verschiedene Module darstellen, bedarf einer genaueren Auseinandersetzung mit den morphologischen und syntaktischen Strukturen. Nimmt man unterschiedliche Module an, muss ebenfalls diskutiert werden, ob die beiden Module miteinander interagieren und falls ja, wie umfassend diese Schnittstelle auszusehen hat.
1. Einleitung: Einführung in die Thematik der Modularitätstheorie und die grundlegende Problemstellung des Verhältnisses von Morphologie und Syntax.
2. Grundlagen: Definition und Vorstellung der zentralen Konzepte der Morphologie und der Syntax sowie deren Einheiten und Prinzipien.
3. Forschungsstand: Überblick über existierende Theorien wie die Lexikalische Integrität, die Relationale Morphologie, Konstruktionsmorphologie und Distribuierte Morphologie.
4. Diskussion: Kritische Auseinandersetzung mit der Architektur des Sprachsystems, dem Lexikon und der Analyse phrasaler Wortbildungsprozesse.
5. Zusammenfassung: Zusammenfassung der Ergebnisse der theoretischen Untersuchung und Schlussfolgerungen zur Notwendigkeit einer Schnittstelle zwischen den Systemen.
Morphologie, Syntax, Morphosyntaktische Schnittstelle, Phrasale Wortbildung, Modularitätstheorie, Lexikalische Integrität, Phrasenkomposition, Phrasenderivation, Phrasenkonversion, Sprachsystem, Lexikon, Konstruktionsmorphologie, Distribuierte Morphologie, Relationale Morphologie, Kopfvererbungsprinzip.
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Debatte, ob Morphologie und Syntax innerhalb des menschlichen Sprachsystems als getrennte, unabhängige Module zu betrachten sind oder ob sie eine engere Einheit bilden bzw. miteinander interagieren.
Zentrale Themen sind der Aufbau des Sprachsystems, die Rolle des Lexikons, die theoretischen Ansätze der modernen Linguistik zu dieser Problematik sowie die Untersuchung spezieller Wortbildungsprozesse, die über die klassische Wortebene hinausgehen.
Das Hauptziel ist es, durch den Vergleich verschiedener linguistischer Theorien zu analysieren, wie Phänomene der phrasalen Wortbildung – bei denen syntaktische Strukturen in morphologische eingebettet werden – innerhalb dieser Modelle erklärt werden können und was dies über das Verhältnis von Morphologie und Syntax aussagt.
Die Untersuchung erfolgt primär textbasiert durch den Vergleich und die kritische Diskussion bestehender linguistischer Theorien sowie in Teilen datenbasiert anhand empirischer Beispiele aus verschiedenen Sprachen.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Überblick über verschiedene Forschungsansätze (wie Relationale Morphologie oder Distribuierte Morphologie) und eine anschließende Diskussion, in der diese Theorien anhand konkreter Phänomene wie Phrasenkomposition und -derivation auf ihre Aussagekraft geprüft werden.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Morphosyntaktische Schnittstelle, Phrasale Wortbildung, Lexikalische Integritätshypothese und verschiedene spezifische morphologische Ansätze wie Distribuierte Morphologie oder Konstruktionsmorphologie.
Sie stellen ein Problem dar, weil sie die klassische Grenze zwischen Wortbildung (Morphologie) und Satzbildung (Syntax) verwischen, da sie häufig als Wörter behandelt werden, obwohl sie intern eine syntaktische Struktur (Phrasen) aufweisen.
Die Arbeit zeigt auf, dass die strikte Annahme, syntaktische Prozesse hätten keinen Zugriff auf wortinterne Strukturen, bei der Analyse phrasaler Wortbildungen an ihre Grenzen stößt und oft durch andere Konzepte wie Konversion oder Insertion ergänzt werden muss.
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