Magisterarbeit, 2004
89 Seiten, Note: 2.0
Einführung
I. Zur Soziologie des Paares
1. Erste Begriffsbestimmung
2. Anfänge bei Simmel
3. Das Paar in der neueren soziologischen Diskussion
3.1. Das Paar und die Liebe
3.2. Die Intimität des Paares
II. Zur Soziologie des Vertrauens
1. Einführung
2. Ansätze zum Vertrauen aus verschiedenen Denkrichtungen
2.1. Vertrauen als soziales Kapital
2.2. Vertrauen als Mechanismus zur Reduktion von sozialer Komplexität
2.3. Vertrauen aus phänomenologisch-anthropologischer Perspektive
2.4. Vertrauen aus psychologischer und sozialpsychologischer Perspektive
2.5. Vertrauen als geistiges Phänomen
3. Vertrauen in der Paarbeziehung I
III. Die Entwicklung einer „Grounded Theory“ des Vertrauens in der Paarbeziehung
1. Einführung
1.1. Warum Ratgeberliteratur?
1.2. Einige kurze Bemerkungen zur „Brigitte“
1.3. Zur Auswahl der Artikel
2. Zur Methodologie
3. Vertrauen in der Paarbeziehung II
3.1. Die Spezifik des Vertrauens in der Paarbeziehung
3.2. Vertrauensfragen
4. Diskussion
5. Vertrauen in der Paarbeziehung III – eine substantive theory
5.1. Was ist Vertrauen?
5.2. Worauf bezieht sich Vertrauen in der Paarbeziehung?
5.3. Wie entwickelt sich Vertrauen in der Paarbeziehung?
5.4. Zur Funktion von Vertrauen in der Paarbeziehung
5.5. Zur Funktion von „Problemen“ – ein Exkurs
6. Die Treue-Untreue-Problematik im gesellschaftlichen Wertewandel – eine kleine Deutungsmusteranalyse
Zeitliche und soziale Verortung und soziale Folgen
Ein Schlußwort
Die vorliegende Arbeit untersucht die soziale Konstruktion von Vertrauen in Paarbeziehungen. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich dieses komplexe Phänomen in einer sich wandelnden Gesellschaft manifestiert und welche Rolle die diskursive Kommunikation sowie die Qualität der partnerschaftlichen Interaktion hierbei spielen.
3.1.3. Vertrauen in der Paarbeziehung als psycho-physisches Phänomen
Die Paarbeziehung zeichnet sich durch einen besonderen Interaktionsmodus aus. Die Form der Interaktion soll hier als Kommunikation bezeichnet werden. Die zwei zentralen Kommunikationsmittel (im weitesten Sinne) sind die Sprache und der Leib. Die besondere Verwendung bzw. Qualität dieser Kommunikation(smittel) unterscheidet die Paarbeziehung von anderen verbal-kommunikativen und körperbetonten Beziehungen (Rittner 1983). Während der Analyse des Datenmaterials fiel auf, daß diesen beiden Beziehungsträgern, mit unterschiedlichem Reflexionsgrad, ein großer Teil der Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Die verbale Kommunikation bzw. deren Problematik erreicht dabei einen vergleichsweise hohen Reflexionsgrad, während der Leib als Ausdrucksfläche eher unreflektiert thematisiert wurde. Im weiteren Verlauf wird an typischen Textsequenzen die Analyse nachvollziehbar geschildert. Die Textbeispiele dienen obendrein der Illustration. Die Nummern hinter den Sequenzen geben den Artikel an, aus dem sie stammen und beziehen sich auf den Anhang II.
I. Zur Soziologie des Paares: Dieses Kapitel definiert die Paarbeziehung als zentrale soziale Kategorie und beleuchtet deren historische sowie soziologische Entwicklung und theoretische Einordnung.
II. Zur Soziologie des Vertrauens: Hier erfolgt ein Überblick über verschiedene wissenschaftliche Ansätze zum Phänomen Vertrauen, von der rationalen Entscheidungstheorie bis hin zu phänomenologisch-anthropologischen Perspektiven.
III. Die Entwicklung einer „Grounded Theory“ des Vertrauens in der Paarbeziehung: Dieser Teil legt die methodologische Basis der Arbeit dar und begründet die Analyse von Ratgeberliteratur als empirisches Material für die Theoriebildung.
4. Diskussion: In diesem Kapitel werden die theoretischen Erkenntnisse mit den empirischen Ergebnissen zusammengeführt und kritisch diskutiert.
5. Vertrauen in der Paarbeziehung III – eine substantive theory: Dieses Kapitel dient der abschließenden, zusammenfassenden Darstellung der gewonnenen Theorie des Vertrauens in der Paarbeziehung.
6. Die Treue-Untreue-Problematik im gesellschaftlichen Wertewandel – eine kleine Deutungsmusteranalyse: Eine spezifische Analyse, wie sich die gesellschaftliche Wahrnehmung von Treue und Untreue in den letzten Jahrzehnten verändert hat.
Vertrauen, Paarbeziehung, Soziologie, Grounded Theory, Liebe, Treue, Untreue, Kommunikation, Intimität, soziale Konstruktion, Körperlichkeit, Beziehungsdynamik, Ratgeberliteratur, Identitätswandel, Eifersucht.
Die Arbeit befasst sich mit der soziologischen Untersuchung, wie Vertrauen in Paarbeziehungen entsteht, konstruiert und durch interaktive Prozesse aufrechterhalten wird.
Im Fokus stehen das Wesen der Paarbeziehung, verschiedene Vertrauenstheorien sowie die Analyse, wie Kommunikation und Sexualität als Indikatoren für Vertrauen dienen.
Das Ziel ist die Entwicklung einer "substantive theory" des Vertrauens in der Paarbeziehung basierend auf der Grounded Theory und der Analyse von Medieninhalten.
Die Autorin nutzt die qualitative Sozialforschung, insbesondere die Methode der "Grounded Theory" nach Strauss und Glaser, sowie ergänzend das Deutungsmusterkonzept von Oevermann.
Der Hauptteil widmet sich der empirischen Analyse von Ratgeberliteratur, um die Dynamik von Vertrauen, Treue und Konfliktbewältigung in modernen Paarbeziehungen zu rekonstruieren.
Wesentliche Begriffe sind Vertrauen, Paardynamik, Identitätskonstruktion, Liebessemantik und authentische Kommunikation.
Frauenzeitschriften wie die "Brigitte" dienen als "Seismographen" der Gesellschaft, da sie kontinuierlich gesellschaftliche Stimmungen und Normen bezüglich Partnerschaft abbilden.
Sexualität wird nicht nur als Trieb, sondern als "Kernzone der dyadischen Exklusivität" und als Medium für Authentizität und Vertrauen im psycho-physischen Sinne verstanden.
Probleme werden nicht als reines Defizit, sondern als notwendige Indikatoren für gestörte Kommunikation und als Chance zur Neustrukturierung der Beziehungsinteraktion interpretiert.
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