Masterarbeit, 2021
60 Seiten, Note: 1,7
1. Einleitung
1.1 Ausgangslage
1.2 Ziele und Fragestellungen
1.3 Gliederung der Arbeit
2. Theoretischer Rahmen
2.1 Die Charakteristik der filmischen Adaption
2.2 Die Literaturverfilmung als Transformation
3. Berlin Alexanderplatz
3.1 Hintergrund zu Berlin Alexanderplatz
3.1.1 Übersicht über die Handlung von Berlin Alexanderplatz
3.1.2 Vergleichbarkeit zwischen der Verfilmung und der Vorlage
3.1.3 Übersicht über weitere Verfilmungen
3.2 Die Darstellung der Großstadt in Berlin Alexanderplatz
3.2.1 Die Darstellung der Großstadt Berlin in der Buchvorlage
3.2.2 Die transformierte Darstellung der Großstadt Berlin in Berlin Alexanderplatz von Burhan Qurbani
3.2.2.1 Vergleichende Analyse der Werke auf narrativer Ebene
3.2.2.2 Vergleichende Analyse der Werke auf erzählerischer Ebene
3.2.2.3 Exemplarischer Vergleich einer Szene in Döblins, Qurbanis und Fassbinders „Berlin Alexanderplatz“
4. Transit
4.1 Hintergrund zu Transit
4.1.1 Übersicht über die Handlung von Transit
4.1.2 Vergleichbarkeit zwischen der Verfilmung und der Vorlage
4.1.3 Übersicht über weitere Verfilmungen
4.2 Die transformierte Darstellung der politischen Flucht in Transit von Christian Petzold
4.2.1 Vergleichende Analyse der Werke auf narrativer Ebene
4.2.2 Vergleichende Analyse der Werke auf erzählerischer Ebene
4.2.3 Exemplarischer Vergleich einer Szene in Seghers und Petzolds Transit
5. Diskussion
5.1 Kritische Reflexion und Grenzen der Arbeit
5.2 Fazit
Die vorliegende Masterarbeit untersucht, wie zeitgenössische Literaturverfilmungen durch die Verlegung von Handlungen in die Gegenwart gesellschaftspolitische Diskurse und historische Parallelen neu interpretieren. Im Zentrum steht die Analyse, welche filmischen Mittel eingesetzt werden, um die Darstellung der Großstadt Berlin und politischer Flucht von literarischen Vorlagen in die Form des Films zu transformieren.
3.2.1 Die Darstellung der Großstadt Berlin in der Buchvorlage
Die Darstellung Berlins als Großstadt der 1920er Jahre nimmt einen großen Teil des Romans ein. Ein Aspekt ist die detaillierte Beschreibung der Stadt, die Döblin zu einem Autor macht, der „das Berlin-Bild der Weimarer Republik mitgeprägt hat.“ Das Buch enthält verschiedene Passagen, die sich auf inhaltlicher Ebene mit der Infrastruktur Berlins auseinandersetzen. Über mehrere Seiten beschreibt er in dem Kapitel „Denn es geht dem Menschen wie dem Vieh; Wie dies stirbt, so stirbt er auch“ die Abläufe in einem ungenannten Schlachthof im Nordosten von Berlin. Es wird die Lage und die Größe des Gebäudes offenbart und die Zahlen bezüglich der geschlachteten Tiere sowie der Ablauf einer Schlachtung bis ins letzte Detail erklärt. Ein weiteres Beispiel stellt der Anfang des Kapitels „Wiedersehn auf dem Alex, Hundekälte. Nächstes Jahr, 1929, wirds noch kälter“ dar. Hier wird über mehrere Seiten von Geschehnissen an unterschiedlichen Orten innerhalb Berlins berichtet. Diese werden stets genau benannt. Auch werden die Haltestellen verschiedener Straßenbahnen explizit genannt und einige Berliner Geschäfte portraitiert.
Neben den ausführlichen Schilderungen von Berlin stellt Döblin die Relevanz der Stadt für die Geschichte ebenso in kürzeren Passagen dar. Es gibt zahlreiche Beispiele, in denen die Orte, an denen die Handlung stattfindet, genau benannt werden. Dazu gehören unter anderem die Haltestellen der Straßenbahn Nummer 9, die Namen der Straßen, über die Franz Biberkopf läuft, die Plätze, an denen Biberkopf seinen Freund Meck sucht und die Orte, an denen er Reinhold sucht.
Um die Größe und Hektik, die die Stadt umgibt und die der Protagonist Franz Biberkopf empfindet, zu veranschaulichen, nutzt der Roman die Form der Montage. Bei dieser werden verschiedene Geschehnisse, die von Figuren auf den Straßen Berlins beobachtet werden, sowie Beschreibungen von Gebäuden, Plätzen oder Menschen in und um Berlin nebeneinandergestellt. Döblin wechselt hier abrupt zwischen den verschiedenen, auf narrativer Ebene unzusammenhängenden Momentaufnahmen.
1. Einleitung: Legt das Forschungsinteresse, die Zielsetzung sowie die methodische Vorgehensweise der Arbeit dar.
2. Theoretischer Rahmen: Definiert die Grundlagen der filmischen Adaption und untersucht die Literaturverfilmung als komplexen Transformationsprozess.
3. Berlin Alexanderplatz: Analysiert die Romanvorlage und deren Neuverfilmung durch Burhan Qurbani, mit Fokus auf die Darstellung Berlins und die erzählerische Transformation.
4. Transit: Untersucht Anna Seghers' Roman und Christian Petzolds Film, wobei der Schwerpunkt auf der Darstellung politischer Flucht und deren Aktualisierung liegt.
5. Diskussion: Reflektiert kritisch die Grenzen der Untersuchung und führt zu einem abschließenden Fazit über die intermedialen Transformationen.
Literaturverfilmung, Transformation, Berlin Alexanderplatz, Transit, Filmische Adaption, Großstadt, Politische Flucht, Intermedialität, Burhan Qurbani, Christian Petzold, Alfred Döblin, Anna Seghers, Erzählstruktur, Zeitdokument, Rechtspopulismus.
Die Arbeit analysiert, wie aktuelle Filmadaptionen klassischer literarischer Stoffe – namentlich "Berlin Alexanderplatz" und "Transit" – diese durch eine zeitgenössische Inszenierung in einen direkten Bezug zur heutigen gesellschaftlichen und politischen Situation setzen.
Die zentralen Themen sind die filmische Transformation, die Darstellung urbaner Räume (Großstadt Berlin) und die Inszenierung von Fluchterfahrungen sowie deren sozioökonomische und politische Kontexte.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Regisseure durch die Verlegung von Handlungen in die Gegenwart die zeitlose Relevanz der literarischen Vorlagen nutzen, um aktuelle gesellschaftliche Problematiken wie Rassismus, soziale Ungleichheit und den Aufstieg des Rechtspopulismus zu kommentieren.
Es wird eine intermediale Analyse durchgeführt, die literarische Texte und deren filmische Adaptionen vergleicht, wobei insbesondere narrative und erzählerische Ebenen sowie formale Umsetzungsmittel untersucht werden.
Der Hauptteil gliedert sich in Analysen zu "Berlin Alexanderplatz" und "Transit". Dabei werden jeweils Hintergründe, die Transformation der Darstellung (Großstadt bzw. Flucht) sowie die erzählerische Ebene und exemplarische Szenenvergleiche zwischen Buch und Film bearbeitet.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Literaturverfilmung, Transformation, Intermedialität, Zeitdokument sowie die spezifischen Titel und Regisseure der behandelten Werke.
Qurbani verlegt die Handlung in das Berlin der Gegenwart und transformiert Biberkopfs Geschichte zu einer Erzählung über einen geflüchteten Protagonisten ("Francis"), wobei er die filmische Ästhetik des Neo-Noir nutzt, um rassistische Strukturen und den modernen Wohlstand kontrastreich in Szene zu setzen.
Das Off-Text-Element dient dazu, die im Medium Film schwerer adaptierbare, vielschichtige erzählerische Struktur der Romane (wie Döblins auktorialen Erzähler) beizubehalten und eine Parallelität zwischen der visuellen Ebene und einer reflektierenden, oft literarisch anmutenden Sprache zu schaffen.
Es dient als biblischer Bezug, der Berlin als eine Sündenstadt darstellt, hinter deren moderner, weltoffener Fassade dunkle Abgründe und prekäre Lebensumstände existieren, insbesondere im Kontext der Prostitution innerhalb von Flüchtlingsunterkünften.
Während "Berlin Alexanderplatz" die gegenwärtige Situation portraitiert, entwirft "Transit" durch die Darstellung eines Europas, das zunehmend rechtsextremen Tendenzen folgt, ein Bild der potenziell drohenden Gefahr einer Verschlechterung der politischen Verhältnisse.
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