Bachelorarbeit, 2021
40 Seiten, Note: 1,7
Geschichte Deutschlands - Erster Weltkrieg, Weimarer Republik
1. Einleitung und Hinführung zum Forschungsthema
2. Die Hufeisentheorie und die Idee der (extremen) politischen Mitte
2.1 Das Hufeisenmodell
2.2 Die grundlegende Idee der politischen Mitte
2.3 Der (Rechts-)Extremismus der politischen Mitte
3. Politische Konflikte bei der Extremismusbekämpfung
4. Das Problem des Extremismusbegriffs
5. Die Ränder des Extremen in der Hufeisentheorie anhand einer Analyse der Parteien „Alternative für Deutschland“ und „Die Linke“
6. Zwischenbeurteilung
7. Die Idee eines „vereinten Mitteleuropas“ am Beispiel Friedrich Naumanns
8. Parteien am Rand des politischen Spektrums in der Weimarer Republik
8.1 Extreme Ränder in der Weimarer Republik
8.2 Die KPD in der Weimarer Republik
8.3 Die NSDAP in der Weimarer Republik
9. Das „Scheitern“ von Weimar. Spannungen und Konflikte in den letzten Jahren der Republik
9.1 Das instabile Parteiensystem der Weimarer Republik
9.2 Die Präsidialkabinette als Anfang vom Ende?
9.3 Brüning als Sinnbild eines gescheiterten Reichskanzlers
9.4 KPD und NSDAP – Zwei völlig unterschiedliche extreme Ansätze?
9.5 Das endgültige Scheitern des parlamentarischen Parteiensystems
10. Kritik an der Extremismustheorie anhand der Weimarer Republik
11. Die Thüringer Landtagswahlen 2020 als mahnendes Beispiel in Bezug auf Wahlen in der Weimarer Republik
11.1 Die Regierungskrise in Thüringen vom 05.02.2020
11.2 Ein Vergleich mit der Weimarer Republik
12. Schlusszusammenfassung und Ausblick
Die Arbeit untersucht die wissenschaftliche Aussagekraft der Hufeisentheorie und ihre Anwendbarkeit auf historische Prozesse, insbesondere das Scheitern der Weimarer Republik. Dabei wird die zentrale Forschungsfrage verfolgt, inwieweit sich die Idee der Extremismustheorie und die Idee eines Extremismus der politischen Mitte kombinieren lassen oder ausschließen, wobei ein besonderer Fokus auf dem Einfluss politischer Eliten liegt.
2.1 Das Hufeisenmodell
Das Hufeisenmodell stellt ein Paradigma dar, um die Extremismustheorie zu veranschaulichen. Hierbei gibt es jedoch unterschiedliche Varianten. Beim Hufeisenmodell, nach Auffassung von Uwe Backes und Eckhard Jesse, nähern sich die extreme Linke und die extreme Rechte einander an, berühren sich aber nicht. Das Hufeisenmodell wird häufig dafür kritisiert, Links und Rechts auf eine Stufe zu stellen. Backes führt die Entstehung des Hufeisenmodells auf die konservative Revolution in der Weimarer Republik zurück. Die Analyse dieser historischen Herangehensweise wird einen großen Teil dieser Arbeit ausmachen. Fayes modifizierte das Hufeisenmodell, indem er den extremen Enden je einen Kreis hinzufügte, damit die abweichenden Einstellungen einfacher zu erfassen sind. Das Ringmodell nach Pooles basiert auf einer Auffassung, dass Rechts- und Linksextremismus ineinander übergehen.6
Bei näherer Betrachtung beider Hufeisenmodelle liegt die Vermutung nahe, dass ein extremer Standpunkt und die Intensität der Empfindung miteinander korrelieren. Hierbei lässt sich eine Hypothese aufstellen, die einer Fieberkurve gleicht. Hierbei kann man die Demokratietheorie von Giovanni Sartori heranziehen. „Je extremer der Standpunkt einer Person sei, desto intensiver sei ihrer Empfindung und umso höher sei die kognitive Blindheit, die auch ‚Schwarz-Weiß-Denken‘ genannt wird.“7 Man kann die Enden der Hufeisen auch mit einem starken politischen Engagement koppeln. Hier ergibt sich jedoch eine Diskrepanz, da moderne Demokratietheorien die Partizipation, bzw. das Engagement positiv in den Mittelpunkt rücken. Sartori beschreibt, dass die Intensität einer Sache tendenziell dem Extremismus entspricht. Es handle sich um eine sehr starke, sehr bestimmte und sehr selbstsichere Stellungnahme in einer Welt, die nur zwei Stellungen kenne, die ganz weiße und die ganz schwarze. Für Sartori ist Intensität, starker Affekt und starke Leidenschaft der ungeeignetste Boden für Sachkunde. Der intensive Teilnehmer könne weder als richtig informiert noch als erkenntnissuchend gelten.8
1. Einleitung und Hinführung zum Forschungsthema: Hinführung zum Thema Extremismusforschung, Darlegung der Forschungsfrage zur Hufeisentheorie und deren Anwendung auf die Weimarer Republik.
2. Die Hufeisentheorie und die Idee der (extremen) politischen Mitte: Theoretische Grundlagen des Hufeisenmodells und Diskussion verschiedener Begriffsdefinitionen der "politischen Mitte" in der Forschung.
3. Politische Konflikte bei der Extremismusbekämpfung: Untersuchung der aktuellen Debatten und Kontroversen um die staatliche Strategie gegen Links- und Rechtsextremismus.
4. Das Problem des Extremismusbegriffs: Kritische Auseinandersetzung mit der definitorischen Unschärfe und dem wissenschaftlichen Nutzen des Begriffs "Extremismus".
5. Die Ränder des Extremen in der Hufeisentheorie anhand einer Analyse der Parteien „Alternative für Deutschland“ und „Die Linke“: Praktische Analyse und Vergleich zweier aktueller politischer Flügelparteien im Kontext der Extremismustheorie.
6. Zwischenbeurteilung: Reflektion der bisher gewonnenen Erkenntnisse und Überleitung zur historischen Fallstudie der Weimarer Republik.
7. Die Idee eines „vereinten Mitteleuropas“ am Beispiel Friedrich Naumanns: Analyse der politischen Konzeption Naumanns als Vertreter einer "politischen Mitte" des frühen 20. Jahrhunderts.
8. Parteien am Rand des politischen Spektrums in der Weimarer Republik: Vorstellung des Parteiensystems der Weimarer Zeit mit Fokus auf die KPD und NSDAP.
9. Das „Scheitern“ von Weimar. Spannungen und Konflikte in den letzten Jahren der Republik: Detaillierte Analyse der Destabilisierung, der Rolle der Präsidialkabinette und der Verschiebung der Machtverhältnisse.
10. Kritik an der Extremismustheorie anhand der Weimarer Republik: Anwendung der Kritik am Modell durch Theoretiker wie Wippermann auf die historischen Ereignisse in Deutschland.
11. Die Thüringer Landtagswahlen 2020 als mahnendes Beispiel in Bezug auf Wahlen in der Weimarer Republik: Historischer Vergleich zwischen der Regierungskrise in Thüringen und den politischen Zuständen in der späten Weimarer Republik.
12. Schlusszusammenfassung und Ausblick: Synthese der Forschungsergebnisse und Fazit zur Relevanz der Extremismusforschung für heutige politische Herausforderungen.
Hufeisentheorie, Extremismus der Mitte, Weimarer Republik, politische Mitte, Radikalisierung, KPD, NSDAP, Präsidialkabinette, Extremismusforschung, Parteiensystem, Demokratiefeindlichkeit, Totalitarismus, Thüringen 2020, politische Eliten, Äquidistanz.
Die Arbeit untersucht, inwieweit die klassische Hufeisentheorie zur Erklärung historischer und aktueller extremistischer Phänomene taugt und welche Rolle die "politische Mitte" bei der Destabilisierung demokratischer Systeme spielt.
Die Themen umfassen Extremismustheorien, das Parteiensystem der Weimarer Republik, die Rolle von Wirtschaftseliten sowie aktuelle politische Krisen in der Bundesrepublik, wie das Beispiel Thüringen.
Das Ziel ist zu analysieren, ob sich die "Extremismustheorie" und die Idee eines "Extremismus der Mitte" sinnvoll miteinander kombinieren lassen, um das Scheitern der Weimarer Republik und heutige Radikalisierungstendenzen besser zu verstehen.
Die Arbeit nutzt eine politikwissenschaftliche und historische Literaturanalyse, um verschiedene Theorieansätze gegenüberzustellen und diese an praktischen Beispielen (Parteien, Wahlergebnisse, historische Regierungsbildungen) zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung (Hufeisenmodell, Mitte-Begriff), eine Analyse der Ränder (KPD, NSDAP), eine historische Untersuchung des Zusammenbruchs der Weimarer Republik sowie einen Vergleich mit der Thüringer Landtagswahl 2020.
Zu den wichtigsten Begriffen zählen Hufeisentheorie, Extremismus der Mitte, Weimarer Republik, Radikalisierung, Totalitarismus und das Präsidialsystem.
Der Autor hält das Hufeisenmodell in seiner einfachen Form für "unbrauchbar" und nicht analytisch wertvoll, betont jedoch gleichzeitig, dass eine reine Ablehnung der Theorie die Extremismusbekämpfung nicht voranbringt.
Die Thüringer Krise dient als "mahnendes Beispiel", um zu veranschaulichen, wie schnell demokratische Institutionen durch taktische Fehler der Mitte und Kooperationen mit extremen Rändern unter Druck geraten können, ähnlich wie in der Endphase der Weimarer Republik.
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