Masterarbeit, 2014
71 Seiten, Note: 1,0
1. TEIL: KLEINKUNST
Willkommen. Hallo.
Keine Geschichte der Kleinkunst
Spektrum
Strategien
Kleinkünstler & Performer
Fragmente, Nummern, Dramaturgie
Die Kraft der Kleinkunst
PAUSE: DIE KLEINE FREIHEIT – VIELLEICHT
1. Ausgangsdogmen
2. Anschmiegen, Abstraktion und die Crux mit dem Ende
3. Probenschritte & Entwicklung
4. Materialien
5. Mit-, Neben-, Ohneeinander
6. Verunsicherungen (Setzungen, Ankündigungen, Behauptungen)
7. Kostüme, Raum, Licht, Ton
8. Dramaturgie & temporäre Form
9. Analyse auf der Bühne (Szenische Forschung?)
10. Tournee
2. TEIL: PROBLEME
Politisches Theater I
Politisches Theater II
(Politisches Theater III)
Der Knacks
Melancholie
Humor & Postironie
ZUGABE
Die Masterarbeit untersucht die Ästhetik der Kleinkunst und deren Verbindung zu zeitgenössischen Performance-Praktiken, um die Möglichkeiten und Grenzen politischen Theaters in der heutigen Zeit zu hinterfragen. Ausgehend von der Beobachtung, dass Kleinkunst trotz ihres Rufs als "harmlose" Unterhaltung eine komplexe Fragmentästhetik aufweist, wird eine eigene Theaterperformance entwickelt, die dieses Genre analysiert und kritisch reflektiert.
Die Kraft der Kleinkunst
Ich kam am 19. Januar 2012 gegen 23:30 Uhr zusammen mit Oliver Horton aus dem Staatstheater Darmstadt. Wir hatten Rainald Grebe gesehen und waren beseelt und froh und melancholisch. Man hatte uns geknackt. Wir waren auf seinen Zug aufgesprungen und drifteten jetzt irgendwo zwischen Weltschmerz, Melodieresten, Textbrocken und der Möglichkeit, dass alles zwar ganz furchtbar ist, aber doch auch sehr lustig und dadurch erträglich sein könnte. Und weil ich wieder einmal den Wunsch verspürte, das auch machen zu wollen, was wir da gerade dreieinhalb Stunden lang gesehen hatten, fasste ich den Entschluss, dass meine Abschlussinszenierung sich mit diesem Genre und mit diesem Wunsch beschäftigen soll. Ich wusste, dass Stephan einen irgendwie ähnlichen Wunsch in sich trägt. Und deswegen habe ich ihm noch in derselben Nacht geschrieben:
So. Also gerade war ich bei Rainald in Darmstadt. Es war sehr toll. Und ein Moment der Klarheit. Deshalb hier der folgende Plan: Stephan bleibt ja noch ein Jahr in Gießen. Gut. Falk wird ja jetzt irgendwann mal fertig machen. Gut. Also: Wir machen ein Programm. Das ist dann meine Abschlussinszenierung. Das gibt Geld. Und als Spielstätten suchen wir uns nicht ein Theater, sondern wir machen ne Tournee. Was sagt Stephan dazu?
1. TEIL: KLEINKUNST: Eine Einführung in das Genre Kleinkunst, das als "schmuddeliges" populäres Theater historisch vernachlässigt wurde, aber eine wesentliche Fragmentästhetik besitzt.
PAUSE: DIE KLEINE FREIHEIT – VIELLEICHT: Dieser Abschnitt beschreibt den experimentellen Probenprozess und die konzeptionellen Grundlagen der eigenen Performance.
2. TEIL: PROBLEME: Eine kritische Reflexion über die Möglichkeiten und Unmöglichkeiten von politischem Theater in der heutigen, durch den Neoliberalismus geprägten Gesellschaft.
ZUGABE: Enthält die bibliographischen Verweise der Arbeit.
Kleinkunst, Performance, Fragmentästhetik, Politisches Theater, Postdramatik, Repräsentation, Bühnenpräsenz, Humor, Melancholie, Neoliberalismus, Meta-Theater, Bühnenidentität, Sozialtechnik, Zeitgenössische Kunst, Ästhetik.
Die Arbeit analysiert die Kleinkunst nicht nur als historisches Genre, sondern als ästhetisches Modell, das durch Fragmentierung und direkte Publikumsansprache charakterisiert ist, und setzt dieses in einen Diskurs mit zeitgenössischem Performance-Theater.
Die Schwerpunkte liegen auf der Fragmentästhetik, den Strategien des populären Theaters, der Rolle des Künstlers als Performer sowie einer philosophisch-politischen Kritik an der Wirksamkeit von Theater in modernen Gesellschaften.
Das Ziel ist es, die "Harmlosigkeit" der Kleinkunst zu dekonstruieren und zu untersuchen, wie ihre spezifischen Verfahren – wie die Nummernlogik und die direkte Konfrontation – für eine neue Form von Meta-Theater genutzt werden können.
Der Autor wählt einen "analytischen Gestus", bei dem künstlerische Praxis und theoretische Reflexion ineinandergreifen. Er nutzt Szenische Forschung, um durch die eigene Produktion (die Performance "Die kleine Freiheit – vielleicht") Erkenntnisse über das Genre zu gewinnen.
Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Kleinkunst-Strategien (z. B. Spontaneität, Virtuosität, Kostüm), eine Beschreibung des eigenen Inszenierungsprozesses sowie eine tiefgehende Diskussion über Probleme politischen Theaters, Melancholie und Ironie.
Die wichtigsten Schlagworte sind Kleinkunst, Fragmentästhetik, Politisches Theater, Performativität, Machtstrukturen und der "Knacks" als Sinnbild einer modernen Lebens- und Schaffenskrise.
Die Arbeit ist ein Meta-Theater, weil sie das Genre Kleinkunst nicht einfach nur reproduziert, sondern die Arbeitsweisen des Genres selbst zum Gegenstand der Aufführung macht, indem sie deren Bedingungen, Grenzen und Widersprüche thematisiert.
Der Begriff "Parrhesia" dient dazu, das traditionelle Ideal des Wahrsprechens in der Politik und im Kabarett zu hinterfragen. Der "Knacks" hingegen beschreibt eine fundamentale Erschöpfung von Sinn und Kraft, sowohl bei Individuen als auch in der Kunstgeschichte.
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