Bachelorarbeit, 2008
124 Seiten, Note: 1,7
Medien / Kommunikation - Public Relations, Werbung, Marketing, Social Media
1 Einleitung: Crossdressing als gesellschaftliches und mediales Phänomen
2 Die wissenschaftstheoretische Ausgangslage
2.1 Soziologische Ansätze von Geschlechterdarstellungen
2.2 (De-)konstruktivistische Ansätze
2.2.1 Der konstruktivistisch-diskursorientierte Ansatz von Judith Butler
2.2.2 Kulturwissenschaftliche Ansätze von Marjorie Garber und Barbara Vinken
2.3 Weiblichkeit als Maskerade – Psychoanalytische Ansätze
3 Der Forschungsgegenstand und seine Einbettung in einen methodischen Rahmen
3.1 Die Gattungsbezogenheit des Werbespots – Ein Rahmen für die Analyse
3.2 Forschungsinteresse, Forschungsfrage und methodisches Vorgehen
3.3 Schwerpunkte und Grenzen der Analyse
4 Praktische Mikroanalyse der ausgewählten Werbespots
4.1 CAMPARI RED PASSION THE SECRET (I), 2005
4.2 LEVI’S 501 – TAXI (UK), 1995
4.3 IKEA – UNE FEMME OU PRESQUE (F), 2002
4.4 SEAT LÉON – DRAG QUEEN (ES), 2001
4.5 NOMAD – PERFECT DAY (B), 1999
5 Auswertung
6 Schluss
7 Anhang
7.1 Tabellarische Einstellungsprotokolle
7.1.1 CAMPARI RED PASSION THE SECRET (I), 2005
7.1.2 LEVI’S 501 – TAXI (UK), 1995
7.1.3 IKEA – UNE FEMME OU PRESQUE (F), 2002
7.1.4 SEAT LÉON – DRAG QUEEN (ES), 2001
7.1.5 NOMAD – PERFECT DAY (B), 1999
7.2 Transkriptionssystem
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht, wie das Motiv des Crossdressings in narrativen Werbespots umgesetzt wird und inwiefern diese Repräsentationen als subversive Grenzverletzung oder lediglich als erneute Festigung binärer Geschlechterbilder fungieren. Im Zentrum steht dabei die Forschungsfrage: Wie wird Crossdressing in narrativen Werbespots dargestellt?
1 Einleitung: Crossdressing als gesellschaftliches und mediales Phänomen
Der Vorhang ist zugezogen. Davor hat sich eine Schlange gebildet, als seien alle Anwesenden einzig und allein nur wegen ihr gekommen. Schiebt jemand den Vorhang beiseite und geht hindurch, sieht er sie vor sich stehen – ganz in Weiß gekleidet, das Jäckchen über der nackten Brust offen gelassen, weißer Tanga, halterlose Bordürenstrümpfe; den Kopf hat sie zur Seite gedreht und blickt starr, vielleicht ein wenig dämonisch aus tiefen Augenhöhlen auf. Sie – das ist „Miss Kitty“, eine Terrakotta-Skulptur des Mailänder Künstlers Paolo Schmidlin mit eindeutigen Gesichtszügen des amtierenden Papstes Benedikt XVI – das Werk, das im Sommer 2007 für einen Kunstskandal sorgte.
Anstatt in Mailand, wie ursprünglich vorgesehen, wurde es nun in Florenz im Rahmen der Ausstellung „Vade retro. Kunst und Homosexualität von Da Goeden bis Pierre et Gilles“ gezeigt oder trefflicher formuliert, verborgen und enthüllt zugleich, denn der Vorhang, der sie von den anderen Kunstwerken absondert, „markiert einen Raum des Übertretens und der Erwartung; er verführt den Betrachter dazu, ‚über ›das Eigentliche (the real thing)‹ in Antizipation seines Anblicks zu phantasieren.’“
1 Einleitung: Crossdressing als gesellschaftliches und mediales Phänomen: Einführung in das Thema anhand aktueller Beispiele sowie Darstellung des Erkenntnisinteresses und des Aufbaus der Arbeit.
2 Die wissenschaftstheoretische Ausgangslage: Überblick über soziologische, dekonstruktivistische und psychoanalytische Ansätze zur Geschlechtertheorie, die für die Analyse relevant sind.
3 Der Forschungsgegenstand und seine Einbettung in einen methodischen Rahmen: Methodologische Grundlegung der Analyse unter Berücksichtigung der Gattungsspezifik von Werbespots.
4 Praktische Mikroanalyse der ausgewählten Werbespots: Detaillierte Untersuchung der fünf ausgewählten Werbespots anhand filmwissenschaftlicher und semiotischer Analyseschritte.
5 Auswertung: Synthese der Ergebnisse aus der Mikroanalyse im Kontext der zuvor erarbeiteten theoretischen Thesen.
6 Schluss: Zusammenfassung der zentralen Erkenntnisse und Fazit zur Rolle von Crossdressing in der zeitgenössischen Werbung.
7 Anhang: Dokumentation der tabellarischen Einstellungsprotokolle und des verwendeten Transkriptionssystems.
Crossdressing, Gender Studies, Werbespot, Geschlechterdarstellung, Mikroanalyse, Judith Butler, Erving Goffman, Performanz, Maskerade, Identität, Werbegattung, Subversion, Zeichenhaftigkeit, Mediale Inszenierung.
Die Arbeit untersucht, wie das Motiv des Crossdressings in narrativen Werbespots filmästhetisch und inhaltlich umgesetzt wird.
Die zentralen Themen umfassen Gender-Theorien, die Gattungsanalyse von Werbespots, die filmische Inszenierung von Identität und die soziale Bedeutung von Geschlechterrollen.
Die Forschungsfrage lautet: Wie wird Crossdressing in narrativen Werbespots dargestellt?
Es wird eine kultursoziologisch orientierte, mikro-funktionale und explorative Videoanalyse angewandt, die Hermeneutik und Bildsemiotik kombiniert.
Der Hauptteil besteht aus einer detaillierten Mikroanalyse von fünf spezifischen Werbespots sowie der Auswertung der Ergebnisse hinsichtlich der Konstruktion von Geschlechtsidentität.
Die wichtigsten Schlagworte sind Crossdressing, Gender-Identität, Werbeinszenierung, Diskursanalyse und Performativität.
Das Konzept des "Surprise" (Überraschungsmoment) ist für viele der untersuchten Werbespots zentral, da es das Ziel verfolgt, das anatomische Geschlecht der Figur bis zum "Plot Point" zu verbergen.
Die Autorin diskutiert Weiblichkeit als Maskerade unter Rückgriff auf Riviere und Lacan und hinterfragt, ob die im Werbespot gezeigte Maskerade eher zur Subversion oder zur Festigung traditioneller Normen beiträgt.
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