Diplomarbeit, 1999
121 Seiten, Note: sehr gut
1 Einleitung
2 Strahlverfahren
2.1 Allgemeines
2.2 Einordnung nach DIN
2.3 Definitionen
3 Trockeneisstrahlen
3.1 Allgemeines
3.2 Verfahrensbeschreibung
3.3 Anlagentechnik
3.4 Trockeneispellets
3.5 Anwendungsgebiete
4 Theoretische Grundlagen
4.1 Abtragmechanismen
4.2 Prozeßparameter
4.2.1 Partikelgeschwindigkeit
4.2.2 Strahlauftreffwinkel
4.2.3 Werkstoffeinfluß
4.3 Abrasivmitteleigenschaften
4.4 Mechanismen des Werkstoffabtrages
4.5 Beschichtungen
4.6 Adhäsionsmechanismen
4.6.1 Allgemeines
4.6.2 Mechanische Adhäsion
4.6.3 Spezifische Adhäsion
4.7 Grenzphasen
4.7.1 Allgemeines
4.7.2 Ausgangszustand des Grundwerkstoffes
4.7.3 Haftflächen
4.7.4 Eigenschaften von Schicht und Substrat
4.8 Haften an realen Oberflächen
5 Versuchsbedingungen
5.1 Versuchsaufbau
5.2 Parameter
5.3 Versuchsdurchführung
5.4 Meßeinrichtungen
6 Technologische Untersuchungen
6.1.1 Einfluß der Vorschubgeschwindigkeit
6.1.2 Einfluß des Arbeitsabstandes
6.1.3 Einfluß des Strahlauftreffwinkels
6.1.4 Einfluß des Massenstromes
6.1.5 Rauheitsprofil
7 Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit untersucht das Abtragverhalten und die Oberflächenentstehung beim Trockeneisstrahlen von Aluminiumknetlegierungen. Ziel ist es, den Einfluss verschiedener Prozessparameter wie Massenstrom, Arbeitsabstand, Vorschubgeschwindigkeit und Strahlauftreffwinkel auf die resultierende Oberflächengüte systematisch zu analysieren und zu bewerten.
Verfahrensbeschreibung
Das Strahlen mit Trockeneis ist ein Druckluftstrahlverfahren, das mit einem nichtmetallischen, anorganischen Einweg-Strahlmittel arbeitet. Dem Strahlen mit Trockeneis und dem Strahlen mit anderen festen Strahlmitteln liegen unterschiedliche Abtragmechanismen zugrunde. Die abzutragende Oberflächenschicht wird beim Partikelstrahlen an vielen Auftreffstellen aufgrund der kinetischen Energie der Körner aufgebrochen und weggerissen, wobei auch die Oberfläche des Grundkörpers beschädigt werden kann.
Die Trockeneispellets werden beim Trockeneisstrahlen mit Drücken von 2 bis 24 bar beschleunigt und treffen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 300 m/s auf die Oberfläche des Strahlgutes /VIS97/. Dabei überlagern sich nach dem heutigen Erkenntnisstand mehrere Effekte. Der Abrasiveffekt tritt infolge der kinetischen Energie der Pellets beim Aufprall auf die Oberfläche auf. Dieser ist abhängig von der Geschwindigkeit, der Härte und der Masse der Pellets. Die Geschwindigkeit der Partikel wiederum ist eine Funktion des Luftdruckes und der Düsenform. Die obere Grenze für die Geschwindigkeit der Pellets liegt dabei im Bereich der Schallgeschwindigkeit. Die Dichte sowie die Härte sind vom Herstellungsprozeß der Pellets abhängig. Die Mindesthärte sollte für einen optimalen Abtrag beim Entlacken mindestens 3 Mohs und beim Entrosten möglichst 6 Mohs betragen /KRA87/. Einen weiteren Einfluß auf den Abrasiveffekt hat die Menge der Pellets, die pro Zeiteinheit auf die Oberfläche trifft. Bei kurzer Strahldauer wird die Oberfläche nicht oder nur sehr gering angegriffen. Ein Abtrag oder eine Verfestigung der Oberfläche findet praktisch nicht statt bzw. kommt erst bei längeren Einwirkzeiten zum tragen /DON91, VIS98/.
1 Einleitung: Motivation und Zielsetzung der Arbeit zur Untersuchung des Trockeneisstrahlens als ökologische Alternative in der Oberflächenbearbeitung.
2 Strahlverfahren: Einordnung der Strahltechnik in die Fertigungsverfahren sowie grundlegende Definitionen und Zusammenhänge.
3 Trockeneisstrahlen: Detaillierte Darstellung des Stands der Technik, der Anlagentechnik und der Besonderheiten des Mediums Kohlendioxid.
4 Theoretische Grundlagen: Erläuterung der physikalischen Abtragmechanismen, Adhäsionsmodelle und Grenzphasenereignisse.
5 Versuchsbedingungen: Beschreibung des experimentellen Aufbaus, der verwendeten Hardware und der gewählten Parameter für die Versuchsreihen.
6 Technologische Untersuchungen: Analyse der Messergebnisse bezüglich Vorschub, Arbeitsabstand und Strahlwinkeln auf die Oberflächenrauheit.
7 Zusammenfassung: Synthese der gewonnenen Erkenntnisse und Fazit zur Optimierung des Strahlprozesses für Aluminiumlegierungen.
Trockeneisstrahlen, Aluminiumknetlegierung, Strahlverfahren, Abtragverhalten, Oberflächenrauheit, Strahlauftreffwinkel, Partikelgeschwindigkeit, Adhäsion, Prozessparameter, Reinigungsstrahlen, Entlackung, Oberflächengüte, Mechanische Adhäsion, Kohlendioxid, Tribosystem.
Die Arbeit befasst sich mit der Analyse des Abtragverhaltens und der Oberflächenentstehung bei der Anwendung von Trockeneisstrahlen auf Aluminiumknetlegierungen.
Die Arbeit behandelt die verfahrenstechnischen Grundlagen des Strahlens, die theoretischen Hintergründe zu Adhäsion und Werkstoffabtrag sowie die experimentelle Ermittlung von Prozesskennwerten.
Das Hauptziel ist die Untersuchung der Zusammenhänge zwischen den Prozessparametern wie Strahlabstand, Vorschub und Auftreffwinkel und der daraus resultierenden Oberflächenbeschaffenheit.
Es wird ein experimenteller Ansatz gewählt, bei dem Aluminiumbleche unter kontrollierten Bedingungen mit Trockeneispellets gestrahlt und anschließend topographisch vermessen werden.
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu Verschleißmechanismen sowie eine umfangreiche technologische Untersuchung mit anschließender Datenanalyse.
Trockeneisstrahlen, Abtragverhalten, Oberflächenrauheit, Prozessparameter und Aluminiumknetlegierungen sind zentrale Begriffe der Untersuchung.
Die Untersuchung zeigt, dass mit zunehmender Vorschubgeschwindigkeit die gemittelte Rauhtiefe zunächst linear abnimmt, da die Einwirkzeit der Pellets auf die Oberfläche verkürzt wird.
Die Schädigung der Oberfläche nimmt mit spitzer werdendem Strahlauftreffwinkel ab, da der senkrechte Anteil des Impulsübertrags bei flacheren Winkeln reduziert wird.
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