Diplomarbeit, 2008
147 Seiten, Note: 2,3
Geowissenschaften / Geographie - Bevölkerungsgeographie, Stadt- u. Raumplanung
1. Der Begriff demographischer Wandel
1.1 Zielsetzung
1.2 Das Untersuchungsgebiet:
Der Rheingau-Taunus-Kreis in Hessen
2. Demographischer Überblick über Deutschland – Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung bis 2050
2.1 Ursachen des demographischen Wandels in Deutschland
2.2 Geburtenniveau und Wanderungssaldo in Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Staaten
2.3 Bevölkerungsvorausberechnung für die Mitgliedsstaaten der europäischen Union von Eurostat
2.4 Die 11. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung des Statistischen Bundesamtes
2.5 Hessen – Bevölkerungsvorausberechnung bis 2050
2.6 Rheinland-Pfalz – Bevölkerungsvorausberechnung bis 2050
2.7 Ergebnisse der regionalisierten Vorausberechnung für die Regierungsbezirke Hessens und landesplanerischen Regionen von Rheinland-Pfalz
3. Die Demographietypen der hessischen und rheinland-pfälzischen Kreise (mittlere Variante)
3.1 Annahmen der regionalisierten Bevölkerungsvorausberechnung für die hessischen Landkreise
3.2 Zweck der Demographietypen
3.3 Faktorenanalyse der demographischen Daten der Landkreise
3.4 Clusteranalyse der demographischen Daten der Landkreise
3.5 Rheingau-Taunus-Kreis, eine demographische Analyse – Demographietyp 8
3.6 Die Städte und Gemeinden des Rheingau-Taunus-Kreises
3.7 Fazit: demographischer Wandel
4. Strukturanalyse des Rheingau-Taunus-Kreises
4.1 Zweck der Faktoren- und Clusteranalyse bei der Strukturanalyse
4.2 Die Siedlungsstruktur
4.2.1 Faktorenanalyse der Siedlungsstrukturdaten
4.2.2 Clusteranalyse der Siedlungsstrukturdaten
4.2.3 Die Siedlungsstruktur des Rheingau-Taunus-Kreises
4.2.4 Das System der zentralen Orte im Rheingau-Taunus-Kreis
4.2.5 Fazit: Siedlungsstruktur
4.3 Die Wirtschaftsstruktur
4.3.1 Faktorenanalyse der Wirtschaftsstrukturdaten
4.3.2 Clusteranalyse der Wirtschaftsstrukturdaten
4.3.3 Die Wirtschaftsstruktur des Rheingau-Taunus-Kreises
4.3.4 Fazit: Wirtschaftsstruktur
5. Voraussichtliche Auswirkungen des demographischen Wandels
5.1 Siedlungsstruktur/ Wohnbau
5.2 Wirtschaftsstruktur
6. Qualitative, problemzentrierte Interviews
6.1 Situation des Rheingau-Taunus-Kreises
6.2 Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Siedlungsstruktur
6.3 Auswirkungen des demographischen Wandels auf die Wirtschaftsstruktur und Versorgung
6.4 Defizite der Kommunen/ des Landkreises
6.5 Risiken des demographischen Wandels
6.6 Chancen des demographischen Wandels
6.7 Maßnahmen gegen den demographischen Wandel
7. Konsequenzen für die räumliche Planung
8. Entwicklung von Strategien zur Abmilderung des demographischen Wandels
8.1 Wachstum und Innovation fördern
8.2 Daseinsvorsorge und verkehrliche Erreichbarkeit sichern
8.3 Ressourcen bewahren und Landschaftspotentiale entwickeln
Die Arbeit untersucht im Rahmen einer umfassenden Strukturanalyse die demographische Entwicklung im Rheingau-Taunus-Kreis. Ziel ist es, die Auswirkungen des demographischen Wandels auf die lokale Siedlungs- und Wirtschaftsstruktur zu identifizieren, Problemgebiete zu lokalisieren und auf dieser Datengrundlage einen Maßnahmenkatalog zur Abmilderung dieser Auswirkungen zu entwickeln.
1. Der Begriff demographischer Wandel
Seitdem der Mensch sesshaft wurde, hat sich in einem bestimmten Gebiet eine bestimmte Bevölkerungszahl ergeben. Im Laufe der Jahrtausende entwickelten sich Zentren der Besiedlung, die Hochkulturen hervorgebracht haben. Schon zu dieser Zeit war eine stabile Bevölkerungsentwicklung nötig, um diese Kulturen am leben zu erhalten. Jedoch verursachten Kriege, Hungersnöte und Epidemien eine erhebliche Bevölkerungsabnahme, die den Bestand der Besiedlung in einem Gebiet gefährdete. Demnach ist der demographische Wandel kein neues Phänomen, sondern es gibt ihn schon so lange, wie es den Menschen gibt. Der demographische Wandel hängt mit vielen sozialen und wirtschaftlichen Entwicklungen zusammen. Einerseits kann ein moderater Bevölkerungsanstieg die wirtschaftliche Entwicklung unterstützen, andererseits kann eine Bevölkerungsexplosion wie auch eine Bevölkerungsimplosion eine Gesellschaft im Bestand gefährden.
In Europa des 18. und 19. Jahrhunderts im Zuge der industriellen Revolution verlief die Bevölkerungsentwicklung zum größten Teil positiv, explodierte geradezu, so dass viele Menschen gezwungen waren auszuwandern. Andernfalls hätten sie nicht ernährt werden können oder hätten in Armut gelebt.
Am Anfang des 19. Jahrhunderts und im Laufe des 20. Jahrhunderts sank jedoch die Geburtenzahl in vielen europäischen Staaten aufgrund neuer sozialer Entwicklungen drastisch. Somit entwickelte sich der aktuelle demographische Wandel mit seinen vielfältigen, gravierenden Problemen.
1. Der Begriff demographischer Wandel: Einführung in das historische Phänomen des demographischen Wandels und Darstellung der Zielsetzung der Diplomarbeit.
2. Demographischer Überblick über Deutschland – Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung bis 2050: Analyse der Ursachen für den Bevölkerungsrückgang und Vorstellung verschiedener Bevölkerungsvorausberechnungen für Deutschland und die Bundesländer.
3. Die Demographietypen der hessischen und rheinland-pfälzischen Kreise (mittlere Variante): Anwendung von Faktoren- und Clusteranalyse zur Klassifizierung von Kreisen nach demographischen Merkmalen.
4. Strukturanalyse des Rheingau-Taunus-Kreises: Detaillierte Untersuchung der Siedlungs- und Wirtschaftsstruktur des Rheingau-Taunus-Kreises mittels statistischer Verfahren.
5. Voraussichtliche Auswirkungen des demographischen Wandels: Prognose der zukünftigen Folgen des Wandels auf den Wohnungsbau und die Wirtschaftsstruktur.
6. Qualitative, problemzentrierte Interviews: Auswertung von Experteninterviews mit Vertretern lokaler Kommunen zur Einschätzung der spezifischen Herausforderungen.
7. Konsequenzen für die räumliche Planung: Ableitung der räumlichen Planungserfordernisse aus den vorangegangenen Analysen.
8. Entwicklung von Strategien zur Abmilderung des demographischen Wandels: Vorstellung konkreter Maßnahmenkataloge in den Bereichen Wachstum, Daseinsvorsorge und Landschaftsentwicklung.
Demographischer Wandel, Rheingau-Taunus-Kreis, Bevölkerungsentwicklung, Strukturanalyse, Siedlungsstruktur, Wirtschaftsstruktur, Clusteranalyse, Faktorenanalyse, Daseinsvorsorge, Regionale Planung, Bevölkerungsprognose, Fachkräftemangel, Stadtumbau, Familienfreundlichkeit, Standortattraktivität.
Die Diplomarbeit untersucht die Auswirkungen des demographischen Wandels auf den Rheingau-Taunus-Kreis, insbesondere auf die Siedlungs- und Wirtschaftsstruktur, um daraus Strategien für die zukünftige Planung abzuleiten.
Die Untersuchung umfasst die demographische Entwicklung, die räumliche Siedlungsstruktur, die regionale Wirtschaftsstruktur sowie Strategien der Daseinsvorsorge und räumlichen Planung.
Das Hauptziel ist die Erstellung eines fundierten Maßnahmenkatalogs, der Kommunen dabei unterstützt, die negativen Auswirkungen der Bevölkerungsalterung und -schrumpfung abzumildern.
Der Autor nutzt quantitative Methoden wie die Faktorenanalyse und Clusteranalyse zur Klassifizierung der Landkreise sowie qualitative, problemzentrierte Experteninterviews zur Einordnung der lokalen Situation.
Der Hauptteil gliedert sich in eine umfassende Analyse der demographischen Daten, eine Strukturanalyse des Untersuchungsgebietes und die Auswertung von Interviews mit kommunalen Verantwortungsträgern.
Kritische Begriffe sind neben dem "demographischen Wandel" auch die "Siedlungsstruktur", "Wirtschaftskraft", "Suburbanisierung", "Daseinsvorsorge" und "regionale Entwicklung".
Die Arbeit verdeutlicht, dass die Siedlungsstruktur (z.B. suburban vs. ländlich) maßgeblich die Widerstandsfähigkeit gegen demographische Prozesse beeinflusst und Wohnungsleerstände in unattraktiven Lagen fördert.
Der Autor kommt zu dem Schluss, dass der Kreis zwar im Mittelfeld vergleichbarer Regionen liegt, jedoch vor allem bei abgelegenen, ländlichen Kommunen mit erheblichen Anpassungsproblemen rechnen muss.
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