Bachelorarbeit, 2008
97 Seiten, Note: 1,1
1. Einleitung
2. Die Beziehung zu und der Umgang mit Fremdheit und Fremden
2.1 Beziehungsmuster zwischen Eigenem und Fremdem
2.2 Umgangsformen von Einheimischen mit (fremden) Zuwanderern
2.3 Zusammenfassung
3. Interkulturelle Pädagogik
3.1 Historischer Rückblick
3.2 Stand der Diskussion und aktuelle Tendenzen
3.3 Zusammenfassung
4. Interkulturelle Kompetenz
4.1 Historischer Rückblick
4.2 Stand der Diskussion
4.3 Das Profil interkultureller Kompetenz von Veronika Fischer
4.4 Zusammenfassung
5. Übersicht zum Analyseteil
5.1 Zur Begründung der Auswahl des Profils interkultureller Kompetenz von Veronika Fischer
5.2 Erläuterung des Vorgehens bei der Analyse
6. Analyse der Richtlinien der Erzieherausbildung in NRW (2006)
6.1 Darstellung der Analyseergebnisse
6.2 Interpretation der Analyseergebnisse
6.3 Zusammenfassung und Fazit
7. Analyse ausgewählter Bildungspläne in der Elementarpädagogik
7.1 Der Bayrische Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder in Tageseinrichtungen bis zur Einschulung (2006)
7.1.1 Darstellung der Analyseergebnisse
7.1.2 Interpretation der Analyseergebnisse
7.1.3 Zusammenfassung und Fazit
7.2 Erfolgreich starten – Leitlinien zum Bildungsauftrag von Kindertageseinrichtungen des Landes Schleswig- Holstein (2004)
7.2.1 Darstellung der Analyseergebnisse
7.2.2 Interpretation der Analyseergebnisse
7.2.3 Zusammenfassung und Fazit
8. Resümee
8.1 Zusammenfassung
8.2 Ausblick
8.2.1 Vorschläge für Weiterentwicklungen
8.2.2 Mögliche Aufgabenstellungen für zukünftige Untersuchungen
8.3 Gesamtfazit
Ziel der Arbeit ist es, zu analysieren, inwieweit das Konzept der interkulturellen Kompetenz in aktuellen Ausbildungsrichtlinien für Erzieherinnen in Nordrhein-Westfalen sowie in ausgewählten Bildungsplänen (Bayern, Schleswig-Holstein) verankert ist und wie diese theoretisch auf die Anforderungen eines multikulturellen Arbeitsfeldes vorbereitet werden.
Die Beziehung zu und der Umgang mit Fremdheit und Fremden
Wenn es um Fremdheit, Fremdes oder Fremde geht, findet häufig eine Gegenüberstellung von Fremdem und Eigenem statt. Dabei kann Fremdheit als Eigenschaft von Dingen, Menschen oder Gruppen betrachtet werden oder, wie im Folgenden, als ein gesellschaftlich konstruiertes und kontextspezifisches Phänomen. Nach der ersten Position bedeutet Fremdheit eine natürliche Kategorie, eine anthropologische Konstante. Im Gegensatz dazu kommt es aus dem sozialkonstruktivistischen Blickwinkel primär auf soziale Prozesse oder Kontexte an, in denen Fremdheit erst definiert wird und gesellschaftliche Relevanz erhält. Danach ist Fremdheit insbesondere ein Beziehungsmodus (vgl. YILDIZ 2004, S. 145). Die sozialkonstruktivistische Perspektive nehmen unter einigen anderen auch Ursula Boos- Nünning und Ortfried Schäffter ein. So schreibt Boos- Nünning: „Was […] als fremd oder vertraut erscheint, wird sozial definiert und gelernt“ (BOOS- NÜNNING 1993, S. 89). Auch Schäffter versteht Fremdes und Eigenes nicht als Eigenschaften von Dingen, Personen oder Gesellschaften, sondern als Beziehungsmodus, in dem wir externen Phänomenen begegnen. Denn nur, wenn Kontaktflächen entstanden sind und wir uns näher gekommen sind, tritt die Fremdheit des Anderen, so der Autor, überhaupt erst in Erscheinung. Schäffter hebt hervor, dass sich die Bedeutung von Fremdheit nur dann voll erschließt, wenn man fähig ist, seine eigenen Anteile in diesem Beziehungsverhältnis mit zu berücksichtigen. Es geht dabei darum, seine eigene Position und Sichtweise als eine Möglichkeit unter vielen anderen Blickwinkeln zu erkennen und dabei zu sehen, dass das, was ich als fremd erlebe und wie ich es als fremd erlebe, sehr wesentlich von mir selbst und meiner eigenen Geschichte abhängt (vgl. SCHÄFFTER 1991, S. 12). Bielefeld betont in der Beziehung zwischen Eigenem und Fremden dagegen nicht das individuelle, sondern das historisch- gesellschaftliche Moment von Herrschaft, d.h. dass diejenigen, die als ‚Nicht- Fremde’ gelten und die Macht haben, diese Geltung durchzusetzen, das jeweils Fremde strukturieren (vgl. BIELEFELD 1992, S. 9).
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Zunahme multikultureller Gesellschaften und die daraus resultierenden Herausforderungen für Erzieherinnen im pädagogischen Alltag.
2. Die Beziehung zu und der Umgang mit Fremdheit und Fremden: In diesem Kapitel werden theoretische Grundlagen zu Fremdheit als Beziehungsmodus sowie verschiedene Grundmuster im Umgang mit Zuwanderern erörtert.
3. Interkulturelle Pädagogik: Das Kapitel bietet einen historischen Rückblick auf die Entwicklung von Ausländerpädagogik hin zur interkulturellen Pädagogik und analysiert aktuelle Diskussionsstände.
4. Interkulturelle Kompetenz: Es wird die historische Entwicklung des Konzepts interkulturelle Kompetenz aufgezeigt und das Modell von Veronika Fischer zur Analyse herangezogen.
5. Übersicht zum Analyseteil: Hier erfolgt die Begründung für die Wahl des Profils interkultureller Kompetenz nach Veronika Fischer sowie eine Erläuterung des methodischen Vorgehens für die folgende Analyse.
6. Analyse der Richtlinien der Erzieherausbildung in NRW (2006): Das Kapitel untersucht die Ausbildungsrichtlinien in Nordrhein-Westfalen hinsichtlich der Verankerung interkultureller Kompetenzen nach dem gewählten Modell.
7. Analyse ausgewählter Bildungspläne in der Elementarpädagogik: Hier werden die Bildungspläne von Bayern und Schleswig-Holstein unter dem Fokus der interkulturellen Kompetenz von Erzieherinnen analysiert.
8. Resümee: Das Kapitel fasst die Ergebnisse zusammen, gibt einen Ausblick auf Weiterentwicklungen und zieht ein abschließendes Gesamtfazit.
Interkulturelle Kompetenz, Erzieherausbildung, Elementarpädagogik, Migration, Multikulturalität, Bildungspläne, Pädagogik, Sprachkompetenz, interkulturelle Pädagogik, Rollenverständnis, Fremdheit, Veronika Fischer, Sozialpädagogik, Ausbildungsrichtlinien, soziale Teilhabe.
Die Arbeit analysiert, wie das Konzept der interkulturellen Kompetenz in die Ausbildung von Erzieherinnen in NRW sowie in Bildungspläne aus Bayern und Schleswig-Holstein integriert ist und welche Bedeutung diesem Konzept für das pädagogische Handeln zukommt.
Die zentralen Themen umfassen den Umgang mit Fremdheit, die Entwicklung der interkulturellen Pädagogik, die Definition und Bedeutung interkultureller Kompetenz sowie deren praktische Anwendung in pädagogischen Bildungsrichtlinien.
Das primäre Ziel ist es, zu überprüfen, ob pädagogische Fachkräfte theoretisch ausreichend auf die Anforderungen eines multikulturellen Arbeitsfeldes vorbereitet werden und wo Defizite in den derzeitigen Ausbildungsrichtlinien und Bildungsplänen bestehen.
Die Arbeit nutzt eine inhaltliche Analyse der genannten Dokumente auf Basis des Modells zur interkulturellen Kompetenz von Veronika Fischer, welches zwischen Ich-, Wir- und Sachebene differenziert.
Der Hauptteil gliedert sich in einen theoretischen Teil zur interkulturellen Pädagogik und Kompetenz sowie einen umfangreichen Analyseteil, der die Ausbildungsrichtlinien in NRW sowie Bildungspläne in Bayern und Schleswig-Holstein systematisch untersucht.
Die Arbeit ist geprägt durch Begriffe wie Interkulturelle Kompetenz, Erzieherausbildung, Elementarpädagogik, Multikulturalität und Bildungsplananalyse.
Das Modell wurde aufgrund seiner klaren Struktur, seiner Ausrichtung auf die pädagogische Profession und der Einbeziehung globaler, gesellschaftlicher sowie institutioneller Rahmenbedingungen gewählt.
Die Autorin kommt zu dem Schluss, dass interkulturelle Kompetenz in den untersuchten Dokumenten insgesamt noch nicht in ausreichendem Maße verankert ist und insbesondere eine stärkere theoretische Fundierung sowie eine explizite Nennung als Lernziel notwendig wäre.
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