Bachelorarbeit, 2008
61 Seiten, Note: 1,0
1. Einleitung
2. Geschichtlicher Überblick
3. Innerdeutsche Sportbeziehungen
4. Aufbau des Sportsystems
4.1 Der Deutsche Sportausschuss
4.2 Das Staatliche Komitee für Körperkultur und Sport
4.3 Der Deutsche Turn- und Sportbund und dessen Abteilungen
4.4 Das Nationale Olympische Komitee
4.5 Die Leistungssportkommission
5. Trainer und Trainerausbildung
6. Die Deutsche Hochschule für Körperkultur
7. Sportanlagen und Sportmaterial
8. Kinder und Jugendliche im DDR-Spitzensport
8.1 Die „Olympiade der Kleinen“ - Spartakiaden in der DDR
8.2 Die Einheitliche Sichtung und Auswahl
8.3 Die Trainingszentren
8.4 Die Kinder- und Jugendsportschulen der DDR
9. Innen und außenpolitische Aufgaben des Sports
10. Internationale Sportbeziehungen der DDR
10.1 Brüderliche Zusammenarbeit mit den sozialistischen Ländern
10.2 Beziehungen zu Ländern der Dritten Welt
10.3 Bilaterale Beziehungen zu kapitalistischen Ländern
11. Internationale Erfolge der DDR
12. Die Instrumentalisierung des Sports als wichtigste Möglichkeit internationaler Anerkennung
13. Doping – Mittel um die gesteckten Ziele zu erreichen
14. Résumé
Die vorliegende Arbeit untersucht den Hochleistungssport in der DDR als ein zentrales Instrument staatlicher Politik. Die zentrale Forschungsfrage befasst sich damit, wie der Sport gezielt instrumentalisiert wurde, um staatliche Ziele zu verwirklichen, internationale Anerkennung zu erlangen und die Überlegenheit des sozialistischen Systems zu demonstrieren, wobei insbesondere die Rolle von SED-Funktionären und die tiefgreifende staatliche Steuerung beleuchtet werden.
4.2. Das Staatliche Komitee für Körperkultur und Sport
Um den Sport in den Aufbau des Sozialismus einzubeziehen, forderte Walter Ulbricht auf der zweiten Parteikonferenz der SED im Namen des Politbüros die Errichtung eines Staatlichen Komitees für Körperkultur und Sport (SKKS) nach sowjetischem Vorbild. Die Hauptaufgabe sollte darin bestehen, die Überlegenheit Deutschlands in den wichtigsten Sportarten zu sichern. Somit entstand am 24. Juli 1952 eine „oberste Instanz“ der Organisation für alle Bereiche des Sports einschließlich der wissenschaftlichen Forschung und der schulischen Erziehung von Körperkultur unter dem Vorsitz von Manfred Ewald (vgl. Bernett, 1994, S. 79). Das staatliche Organ wurde auf Bezirksebene verankert, in den Kreisen gab es nachgeordnete Dienststellen. Damit wurde der DSA entmachtet und der Sport endgültig Instrumentarium der Politik. Die Aufgaben dieses Komitees konzentrierten sich auf alle Belange des Leistungssports, des Nachwuchssports, der Sportwissenschaft und der Kaderfragen.
Durch die Gründung des DTSB im Jahre 1957 wurden dem Komitee jedoch neue Aufgaben zugewiesen. Von nun an war es für alle Fragen im Bereich der Körperkultur und des Sports verantwortlich und sollte beste Bedingungen für den DDR-Spitzensport schaffen. Zu den Aufgaben gehörten besonders die „Planung und Koordination von Sportwissenschaft und Sportmedizin als auch der gesamte Sektor der Investitionen“. Ab dem 1. September 1963 unterstand dem Komitee auch ein „Büro zur Förderung des Sports in den Betrieben“, dessen Aufgabe es war, die gesamte berufliche Qualifikation der Kadersportler sowie die Nachbetreuung beim Ausscheiden aus dem Sport zu gewährleisten (vgl. Diekmann/Teichler, 1997, S. 173 ff).
Am 17. Juni 1970 wurde das Komitee im Rahmen des Ministerratsbeschlusses schließlich in ein Staatssekretariat umgewandelt, welches von 1973 bis 1990 unter der Leitung von Günter Erbach stand. Unter der Verantwortung des Staatssekretariats befanden sich die Deutsche Hochschule für Körperkultur und Sport (DHfK), der Sportmedizinische Dienst, das Wissenschaftlich-technische Zentrum für Sportbauten, das Zentrale Investitionsbüro Sportbauten, das Forschungsinstitut für Körperkultur und Sport, die Forschungs- und Entwicklungsstelle für Sportgeräte und das Technische Zentrum für Geräteherstellung.
1. Einleitung: Beschreibt die Funktion des Sports als politisches Medium zur staatlichen Zielerreichung und zur Demonstration der Überlegenheit des Sozialismus.
2. Geschichtlicher Überblick: Analysiert die sportliche Entwicklung der DDR vor dem Hintergrund der deutschen Teilung und der Direktive Nr. 23.
3. Innerdeutsche Sportbeziehungen: Thematisiert die Spannung zwischen den deutschen Staaten, in denen Sport als ideologisches Kampfinstrument und Abgrenzungspolitik diente.
4. Aufbau des Sportsystems: Untersucht die institutionelle Struktur des DDR-Sports, von der führenden Rolle der SED bis hin zu speziellen Komitees und Verbänden.
5. Trainer und Trainerausbildung: Beleuchtet die Bedeutung zentral gelenkter Trainingssysteme und die ideologische Ausbildung von Trainern als Instrument der Staatsführung.
6. Die Deutsche Hochschule für Körperkultur: Fokussiert auf die DHfK als zentrale wissenschaftliche Kader- und Lehrstätte zur Professionalisierung des DDR-Spitzensports.
7. Sportanlagen und Sportmaterial: Erläutert die infrastrukturellen Herausforderungen und die staatlichen Bemühungen zur materiellen Förderung des Spitzensports.
8. Kinder und Jugendliche im DDR-Spitzensport: Beschreibt das engmaschige System der Talentsichtung durch Spartakiaden, Trainingszentren und KJS.
9. Innen und außenpolitische Aufgaben des Sports: Analysiert den Doppelcharakter des Sports als Instrument für interne Erziehung und externe Anerkennung.
10. Internationale Sportbeziehungen der DDR: Untersucht die Außenpolitik durch den Sport mit Fokus auf sozialistische Bruderländer, Dritte Welt und kapitalistische Staaten.
11. Internationale Erfolge der DDR: Dokumentiert den sportlichen Aufstieg der DDR zu einer weltweit führenden Sportnation ab den 1950er Jahren.
12. Die Instrumentalisierung des Sports als wichtigste Möglichkeit internationaler Anerkennung: Reflektiert die strategische Nutzung von sportlichen Medaillenerfolgen für diplomatische Zwecke.
13. Doping – Mittel um die gesteckten Ziele zu erreichen: Thematisiert den massiven Missbrauch von unterstützenden Mitteln zur Sicherung der internationalen Vormachtstellung.
14. Résumé: Fasst den Aufstieg und den notwendigen Untergang des DDR-Sportsystems im Kontext des politischen Wandels zusammen.
DDR, Hochleistungssport, Sportpolitik, SED, DTSB, Olympische Spiele, Staatsamateure, Sportinstrumentalisierung, Doping, Trainingszentren, Kinder- und Jugendsportschulen, internationale Anerkennung, Systemvergleich, KJS, Spartakiaden.
Die Arbeit analysiert den Hochleistungssport der ehemaligen DDR als ein zentrales Instrument der SED-Politik, das primär dazu diente, internationale Anerkennung zu erzwingen und den Systemwettstreit mit der Bundesrepublik Deutschland sowie dem Westen zu gewinnen.
Die zentralen Themen umfassen die politische Steuerung des Sports, das System der staatlichen Nachwuchsförderung, die internationale Sportdiplomatie der DDR und den systematischen Einsatz von Doping.
Die Arbeit untersucht, wie das Sportsystem durch eine totale Instrumentalisierung zu einem Medium staatlicher Macht wurde und welche Rolle dabei die politische Ideologie bei der Gestaltung von Sportstrukturen und der Athletenbetreuung spielte.
Die Autorin stützt sich auf eine fundierte Literatur- und Quellenanalyse, wobei sie historische Aufzeichnungen, Parteibeschlüsse und sportwissenschaftliche Publikationen heranzieht, um die Entwicklung des Sportsystems nachzuzeichnen.
Der Hauptteil gliedert sich in den institutionellen Aufbau des Sports, die Analyse der zentralen Nachwuchsorganisationen (Trainingszentren, KJS), die internationale Vernetzung der Sportpolitik und den staatlich organisierten Doping-Komplex.
Wichtige Begriffe sind DDR-Hochleistungssport, Politische Instrumentalisierung, SED-Kontrolle, Doping, Nachwuchsförderung, Spartakiaden, internationale Anerkennung und Systemwettstreit.
Das TTB diente nicht nur der Dokumentation sportlicher Fortschritte, sondern war ein zentrales Instrument der ideologischen Erziehung, durch welches die Sportler bereits in jungen Jahren auf den Staats- und Parteiauftrag eingeschworen wurden.
Die Hallstein-Doktrin erschwerte die internationale Anerkennung der DDR, da die BRD diplomatische Beziehungen zu Staaten abbrach, die die DDR staatlich anerkannten; der Sport wurde hierbei als wichtiges Feld genutzt, um diese diplomatische Isolation zu durchbrechen.
Die KJS-Schüler unterlagen einer ständigen politischen Überprüfung; Kontakte zum Westen, mangelnde politische Linientreue oder das Nichterfüllen von Leistungsnormen führten zur Entlassung, wobei das System die Jugendlichen oft als „nicht mehr perspektivreich“ stigmatisierte.
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