Diplomarbeit, 2008
100 Seiten, Note: 1,0
Geowissenschaften / Geographie - Phys. Geogr., Geomorphologie, Umweltforschung
I. Einleitung
II. Die Thematik der Grünen Gentechnik bei Pflanzen
1. Gentechnologie - ein Teil der Biotechnologie
2. Die Grüne Gentechnik
2.1 Verfahren
2.2 Möglichkeiten und Chancen
2.3 Risiken
2.4 Verbreitung
III. Die stakeholder der Grünen Gentechnik
1. evaluators: Objektiv und unabhängig
1.1 Die Regulierung der Grünen Gentechnik durch Gesetze
1.1.1 Regulierung mittels unverbindlicher Richtlinen
1.1.2 Entstehung von Gesetzen
1.1.3 Handelsstreit zwischen der USA und der EU
1.1.4 Neuere Entwicklungen und aktuelle Diskussionen
1.2 Wissenschaftler und Experten
1.3 Zusammenfassung
2. watchdogs: Kritische Beobachter
2.1 Medien
2.1.1 Medientheorien in Bezug auf die Biotechnologie
2.1.2 Mediensystem Deutschland und USA im Vergleich
2.1.3 Berichterstattung in den USA
2.1.4 Berichterstattung in Deutschland
2.1.5 Meinungsmacher Medien? - Zusammenfassung
2.2 Umwelt- und Verbraucherverbände
3. merchants: Die Befürworter
3.1 Lobbyismus - Definition und Unterschiede zwischen USA und Deutschland
3.1.1 USA
3.1.2 Deutschland
3.2 Public Relations
3.3 Monsanto - Der Weg zum Marktführer
3.3.1 Monsantos Einfluss auf die Politik
3.3.2 Die PR des Konzerns
3.3.3 Monsanto übt Druck auf die Medien aus
3.4 Reaktionen der Biotech-Industrie auf die Öffentliche Debatte
4. consumers: Verbraucher und Öffentlichkeit
4.1 Einstellung der Bevölkerung in Deutschland und den USA
4.1.1 Deutschland
4.1.2 USA
4.2 Vertrauen in die Akteure
4.2.1 Deutschland
4.2.2 USA
4.2.3 Vergleich USA und Deutschland
4.3 Kulturelle Unterschiede
IV. Schlussbetrachtungen
Die Diplomarbeit untersucht die unterschiedliche Verbreitung und Akzeptanz der Grünen Gentechnik in der Pflanzenproduktion in Deutschland und den USA. Ziel ist es, durch eine vergleichende Analyse des Verhaltens verschiedener Akteure (Stakeholder) – darunter Regierungen, Wissenschaftler, Medien, Verbände und Unternehmen – die Ursachen für die Divergenz zwischen dem forschungs- und anwendungsintensiven US-Markt und der restriktiveren deutschen Haltung aufzuklären.
3.3.1 Monsantos Einfluss auf die Politik
Die Konzerne haben grundsätzlich ein großes Interesse daran, dass es wenige staatliche Eingriffe in die Wirtschaft gibt, denn sie wollen frei - d.h. möglichst ohne Auflagen und Verbote - agieren können. Dies gäbe ihnen die Möglichkeit, ihre Gewinne zu maximieren. “Agribusiness corporations were wary that burdensome regulations would hinder new discoveries and therefore the technology’s commercial development“ (Ferrara 2001: 297). Gleichzeitig aber gibt es Gründe, weswegen auch die Unternehmen staatliche Regulierung befürworten. Einerseits ermöglicht ihnen diese, Verantwortung abzugeben und andererseits sind sich die Unternehmen bewusst, dass staatliche Regulierung öffentliche Akzeptanz hervorrufen kann, besonders wenn es um Risikotechnologien geht:
„In 1995 … Monsanto was fully aware that almost any EPA regulations for Bt plants would publicly sanction the genetically engineered products and possibly help difuse resistance from public interest environmental groups“ (Ferrara 2001: 299f).
Lobbyarbeit kann dazu verhelfen, dass Gesetze verfasst werden, die im Sinne der Unternehmen sind. Einen sehr detaillierten Einblick in die Lobbyarbeit Monsantos in den USA gibt Daniel Charles in seinem Buch „Lords of the Harvest“. Er beschreibt darin ausführlich, welche Strategien das Unternehmen anwendete, um die Regulierung der Grünen Gentechnik mitzubestimmen:
„The only way we’ll bring biotech products to the market is if the public is assured that they are safe, he [Will Carpenter, Mitarbeiter Monsantos, Anm. S.W.] argued. That means we need the government’s stamp of approval. So let’s not repeat the futile battles of the past. This time let’s ask for regulation! We’ll be on the inside, helping to shape those regulations so we can live with them“ (Charles, 2001a: 27, Herv. i. Orig.).
I. Einleitung: Die Einleitung begründet die Relevanz des Themas im Kontext der Globalisierung und führt in die Fragestellung ein, warum sich Deutschland und die USA in der Nutzung der Grünen Gentechnik unterscheiden.
II. Die Thematik der Grünen Gentechnik bei Pflanzen: Dieses Kapitel erläutert die technischen Grundlagen, Züchtungsverfahren, Anwendungsgebiete sowie die Chancen und Risiken, die mit der Grünen Gentechnik verbunden sind.
III. Die stakeholder der Grünen Gentechnik: Hier werden die Rollen der Regierungen, Wissenschaftler, Medien, Umweltverbände und Unternehmen als zentrale Akteure (Stakeholder) analysiert, die die Meinungsbildung und Regulierung maßgeblich beeinflussen.
IV. Schlussbetrachtungen: Das abschließende Kapitel fasst die Erkenntnisse zusammen und bewertet die aufgestellten Hypothesen im Lichte der vorangegangenen Analysen.
Grüne Gentechnik, Biotechnologie, Stakeholder, Regulierung, USA, Deutschland, Lobbyismus, Öffentlichkeitsarbeit, Risikowahrnehmung, Monsanto, Medienberichterstattung, Verbrauchervertrauen, transgenes Saatgut, Vorsorgeprinzip, Agribusiness.
Die Arbeit analysiert die Unterschiede im Umgang mit der Grünen Gentechnik zwischen Deutschland und den USA, insbesondere warum die Technologie in den USA deutlich stärker verbreitet ist als in Deutschland.
Die Arbeit betrachtet vier Hauptgruppen: Regierungen und Wissenschaftler (evaluators), Medien und Umweltverbände (watchdogs), Biotech-Unternehmen (merchants) sowie die Verbraucher (consumers).
Das Ziel ist es, das unterschiedliche Ausmaß des Anbaus transgener Pflanzen zu erklären, indem das Verhalten und der Einfluss der beteiligten Stakeholder in beiden Ländern verglichen wird.
Es handelt sich um eine vergleichende Analyse auf Basis existierender Literatur, Studien, Gesetze und Medienberichterstattung, um die Hypothesen zur Regulierung, Medienberichterstattung, Lobbyeinfluss und gesellschaftlichen Einstellung zu prüfen.
Der Hauptteil gliedert sich nach den Stakeholder-Gruppen, analysiert deren Einfluss auf die Gesetzgebung, die Rolle der Medien bei der Meinungsbildung, die Lobbyarbeit und PR-Strategien der Unternehmen sowie die Haltung der Bevölkerung.
Die Arbeit ist charakterisiert durch Begriffe wie Stakeholder-Analyse, Risiko-Kultur, Regulierungssysteme, Lobbyismus, sowie den soziologischen und kulturwissenschaftlichen Vergleich der Risikowahrnehmung zwischen den USA und Deutschland.
Monsanto dient als exemplarischer Fall für die Strategien der "merchants" (Biotech-Unternehmen), insbesondere im Hinblick auf Lobbyarbeit, PR-Methoden und den Einfluss auf die Gesetzgebung sowie die Medien.
Während in den USA ein "vertikaler" Ansatz existiert, bei dem bestehende Gesetze auf die neue Technologie angewendet werden, hat Deutschland ein eigenes, umfassendes "horizontales" Gentechnikgesetz geschaffen, das auf dem Vorsorgeprinzip basiert.
Da die Technologie für den Laien nicht direkt wahrnehmbar ist, sind die Verbraucher auf die Informationen der verschiedenen Akteure angewiesen, deren konkurrierende Ziele und Strategien das Vertrauen in die Technologie maßgeblich beeinflussen.
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