Diplomarbeit, 2008
100 Seiten, Note: 2,0
Einleitung
1. Theoretische und methodische Überlegungen
1.1 Fremdwahrnehmungsmuster
1.2 Identitätsbegriff
1.3 Nationale Identitäten
1.4 Kollektive Identitäten
1.5 Selbst- und Fremdbilder
Darstellender Teil
2. Selbstbilder
2.1 „Typisch deutsch“ – über Ticks und Tugenden der Teutonen
2.2 „Typisch spanisch“ – über Ticks und Tugenden der Iberer
3. Typisierende Bilder
3.1 Typisierende Bilder in Deutschland – Michel, Faust, Siegfried und der Baron von Münchhausen
3.2 Typisierende Bilder – Don Quijote, Don Juan, Celestina, Carmen und der Torero (Stierkämpfer)
4. Fremdwahrnehmungen
4.1 Das Bild der Deutschen im Ausland
4.2 Spaniens Wahrnehmung von Deutschland
4.3 Das Bild der Spanier im Ausland
4.4 Deutschlands Wahrnehmung von Spanien
5. Kollektive Identitäten und Tugenden auf dem Prüfstand
5.1 Fleiß und Arbeit
5.2 Freizeit, Klima und Siesta
5.3 Individualismus
5.4 Regionalismus und Heimat
5.5 Nationalstolz
5.6 Familie
5.7 Religion
6. Resümee: Spanien ist anders – Deutschland auch!
Die Arbeit untersucht die Konstruktion kollektiver Identitäten, Selbstbilder und Fremdwahrnehmungsmuster zwischen Deutschland und Spanien. Ziel ist es, den Wahrheitsgehalt verbreiteter Klischees vor dem Hintergrund eines sozialen Wertewandels kritisch zu hinterfragen und die gegenseitige Perzeption der Nationen zu analysieren.
1.1 Fremdwahrnehmungsmuster
Was sind Fremdwahrnehmungsmuster und warum ist ihre Erforschung und genaue Beobachtung so wichtig für ein Land? Bereits im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts begann das wissenschaftliche Interesse an der Entstehung und Wirkung von nationalen Fremd- und Eigenbildern. Am Anfang waren die Forscher davon überzeugt, dass es eindeutige Unterschiede zwischen den Nationen und daher auch klare „Nationalcharaktere“ gebe. Die ersten „Völkertafeln“ entstanden sogar bereits zu Anfang des 18. Jahrhundert. In diesen wurden Spanier, Franzosen, Italiener (Welsche), Deutsche, Engländer, Schweden, Polen, Ungarn, Russen (Moskowiter), Türken und Griechen nach angeblich völkertypischen Merkmale klassifiziert (siehe Völkertafel auf der nachfolgenden Seite).
Einleitung: Einführung in die Thematik der kollektiven Identitäten und die Fragestellung nach der Übereinstimmung von Selbst- und Fremdbildern mit der Realität.
1. Theoretische und methodische Überlegungen: Erörterung der theoretischen Grundlagen zu Begriffen wie Identität, Stereotypen und Wahrnehmungsstrategien.
2. Selbstbilder: Analyse der nationalen Selbstwahrnehmung und typischer Tugenden in Deutschland und Spanien.
3. Typisierende Bilder: Untersuchung kultureller Identifikationsfiguren wie Faust, Michel, Don Quijote oder Carmen.
4. Fremdwahrnehmungen: Darstellung der wechselseitigen Wahrnehmung beider Nationen durch Medien, Tourismus und persönliche Kontakte.
5. Kollektive Identitäten und Tugenden auf dem Prüfstand: Empirische Untersuchung spezifischer Tugenden wie Fleiß, Freizeit, Regionalismus, Nationalstolz, Familie und Religion.
6. Resümee: Spanien ist anders – Deutschland auch!: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und Fazit zum Wandel nationaler Stereotype.
Nationale Identität, Kollektive Identität, Selbstbild, Fremdwahrnehmung, Stereotyp, Deutschland, Spanien, Werte, Tugenden, Kultur, Interkulturalität, Gesellschaft, Wandel, Medien, Europa
Die Arbeit analysiert die Identitätskonstruktionen sowie die gegenseitigen Wahrnehmungsbilder zwischen Deutschen und Spaniern und hinterfragt den Wahrheitsgehalt nationaler Stereotype.
Zu den zentralen Feldern zählen nationale Mythen, kulturelle Identitätsfiguren (z.B. Don Quijote, Faust), Familienstrukturen, religiöse Prägungen sowie der Stellenwert von Arbeit und Freizeit.
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie Klischees entstehen, welche Funktion sie haben und inwieweit diese in der heutigen, sich wandelnden Gesellschaft noch Gültigkeit besitzen.
Die Autorin nutzt eine Kombination aus kulturwissenschaftlicher Theoriearbeit sowie der Auswertung empirischer Daten, insbesondere aus Studien wie der European Values Study und dem Eurobarometer.
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung, eine detaillierte Analyse der Selbst- und Fremdbilder sowie eine empirische Überprüfung aktueller gesellschaftlicher Tugenden.
Wichtige Begriffe sind unter anderem nationale Identität, Stereotypisierung, interkulturelle Wahrnehmung, Wertewandel und regionale Identität.
Die Autorin ordnet den "Stolz der Spanier" eher als ein kulturelles Erklärungsmuster ein, das oft zur Identitätsstiftung genutzt wird, statt als eine rein individuelle Charaktereigenschaft.
Ja, die Arbeit zeigt auf, dass Spanien heute weitgehend säkularisiert ist und die katholische Kirche, trotz symbolischer Bedeutung bei traditionellen Festen, ihren Einfluss als moralische Instanz im Vergleich zu früheren Jahrzehnten deutlich verloren hat.
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